In der vergangenen Saison hatte der SC Rheindorf Altach immer wieder Probleme, lag zu Saisonbeginn phasenweise auf dem letzten Platz und sicherte sich am... BL-Vorschau: Vielversprechende Frischzellenkur in Altach
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SC Rheindorf Altach - Wappen mit Farben_abseits.atIn der vergangenen Saison hatte der SC Rheindorf Altach immer wieder Probleme, lag zu Saisonbeginn phasenweise auf dem letzten Platz und sicherte sich am Ende mit nur fünf Punkten Vorsprung auf Grödig den Klassenerhalt. Heuer soll die Sache wieder etwas entspannter ablaufen.

Der Trainer

Seit nunmehr 3 ½ Jahren ist Damir Canadi Trainer des SCR Altach. Der Wiener führte die Vorarlberger in den Europacup, etablierte den Klub in der Bundesliga und gilt trotzdem nicht unbedingt als Liebling seiner Spieler. Wie eng es werden kann, wenn’s mal einige Wochen am Stück schlecht läuft, zeigte die Vorsaison. Und sie zeigte auch, dass Canadi nicht immer cool bleibt, sondern da und dort Nerven zeigt. In Altach hängt vieles vom Momentum ab – und auch davon, dass Canadi Spieler zur Verfügung hat, die seine manchmal sehr anspruchsvollen Ideen richtig umsetzen.

Das System

Altach kann verschiedenes. Gegen starke Gegner wird schon mal im 5-4-1 gemauert, dann gibt’s wieder das klassische 4-2-3-1, das sich heuer wohl mit einem 4-4-2 die Waage halten wird. Das neue Spielermaterial macht Canadi dahingehend wesentlich flexibler. Alleine Dovedan und Oberlin sind in der Offensive auf verschiedenen Positionen in verschiedenen Systemen einzusetzen.

Der Torhüter

Altach verfügt eine starke Dichte auf der Torhüterposition. Andreas Lukse zeigte in der vergangenen Spielzeit perfekte Leistungen, aber auch Martin Kobras ließ so manchen Angreifer verzweifeln. Mit dem erst 16-jährigen Benjamin Ozegovic kommt nun noch ein Talent aus Wien-Favoriten hinzu, der eingreifen soll, wenn die anderen Keeper ausfallen. Bei Lukse und Kobras kommt es in der neuen Saison vor allem darauf an, konstanter zu werden und die starken Leistungen über einen langen Zeitraum ohne Schnitzer zu prolongieren.

Die Abwehr

Aktuell dürften Lukas Jäger und Benedikt Zech, einer der am meisten unterschätzten Defensivspieler der Liga, in der Innenverteidigung gesetzt sein. Aber auch César Ortiz und Jan Zwischenbrugger stehen bereit. Links ist der Brasilianer Lucas Galvao gesetzt nachdem er ein starkes Frühjahr spielte, rechts wird Canadi auf Routine setzen und Andreas Lienhart bevorzugen. Mit Schilling, Schreiner und der Neuverpflichtung Emanuel Sakic hat Altach aber noch weitere Alternativen und somit insgesamt einen guten Abwehrverbund.

Die Mittelfeldzentrale

Das zentrale Mittelfeld könnte die Achillesferse der Vorarlberger werden, denn Philipp Netzer und Boris Prokopic sind an guten Tagen richtig stark, unterliegen aber auch großen Formschwankungen. Das 17-jährige Toptalent Valentino Müller ist noch nicht weit genug, um in der ersten Elf zu spielen. Dovedan und Luxbacher sind für die Achterposition wohl zu offensiv ausgerichtet. Hier könnte Altach Probleme bekommen bzw. wird unter Umständen auch noch nachgerüstet. Momentan ist man hier eindeutig zu dünn besetzt.

Die Außenpositionen

Außen tun sich bei den Altachern gleich mehrere gute Alternativen auf. Die bereits erwähnten Dovedan und Luxbacher können auf beiden Seiten zum Einsatz kommen, Patrick Salamon ist rechts eine Alternative, der Außenverteidiger Lucas Galvao links, wenn es Canadi etwas defensiver angehen will. Nun stehen Altach für die linke Seite aber auch noch das einstige Megatalent Nikola Zivotic und Daniel Harrer, für rechts Dimitri Oberlin und eigentlich für jede Offensivposition Louis Ngwat-Mahop zur Verfügung. Demnach ist anzunehmen, dass sich niemand ein echtes Fixleiberl auf einer der beiden Außenpositionen holen wird – hier wird bei Altach viel Rotation und Austesten angesagt sein.

Der Angriff

Hannes Aigner ist mittlerweile 35 Jahre alt, aber immer noch für eine zweistellige Toranzahl pro Saison gut. Der Tiroler wird auch heuer bei den Jungs vom Schnabelholz gesetzt sein, so es seine Fitness zulässt. Die interessanteste Variante ist wohl ein Stürmergespann aus Aigner und Red-Bull-Leihgabe Oberlin. Aber auch Mahop und Harrer sind Optionen für den Angriff, die nicht über zu wenige Einsätze jammern werden müssen.

Die Transfers

Altach ist eine der Mannschaften, die sich unumstritten verstärkten. Pöllhuber und Hofbauer wurden freigestellt, Tajouri nicht weiter verpflichtet, Roth und Topcagic abgegeben. Stattdessen kamen Dovedan und Oberlin leihweise, sowie Sakic und Zivotic fix. Dies wiederum ergibt eine Frischzellenkur, die den Altachern gut tun und sie wohl auch wieder aus dem Tabellenkeller herausholen wird.

Ausblick auf 2016/17

Altach kann sich 2016/17 wieder ein wenig fangen und sich aus den Niederungen der Tabelle befreien. Schon in der letzten Saison besiegte man alle drei Großen, schüttete eher gegen Kleinere aus. Dies sollte mit der zusätzlichen Dynamik, den die jungen Neuzugänge mit sich bringen, nicht mehr geschehen. Platz 5 bis 8.

SC Rheindorf Altach 2016-17Zum Vergrößern klicken

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen