Die nächsten drei Runden sind richtungsweisend für den weiteren Verlauf der heimischen Bundesliga. Spät aber doch, wird sich nun die Spreu vom Weizen trennen.... Drei richtungsweisende Runden: Salzburg, Rapid und die Austria vor beinharten Aufgaben
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_Bundesliga Meister 2Die nächsten drei Runden sind richtungsweisend für den weiteren Verlauf der heimischen Bundesliga. Spät aber doch, wird sich nun die Spreu vom Weizen trennen. Wir schauen uns genauer an, wo die Reise für die Top-Teams der Liga hingeht.

Red Bull Salzburg

12.März: Wolfsberger AC (A)
19.März: SV Mattersburg (H)
3.April: SK Rapid (A)

Die Salzburger kamen nach einem etwas holprigen Einstieg ins Frühjahr doch wieder besser in Fahrt. Allerdings auch ohne groß zu glänzen – die Elf von Óscar García wirkt zumindest nicht unverwundbar. Und die nächsten Wochen werden auch keine einfachen.

Am kommenden Wochenende müssen die Bullen eine schwierige Reise ins Lavanttal antreten. Der WAC ist seit fünf Spielen unbesiegt, zu Hause sogar schon seit zehn Partien. Die Pfeifenberger-Elf kassierte zu Hause zudem seit über 450 Minuten kein Gegentor. Nachdem die Salzburger beim Auswärtsspiel gegen Sturm patzten, steht nun gegen den Dritten der Heimtabelle eine noch schwierigere Partie an.

Das darauffolgende Heimspiel gegen Mattersburg unmittelbar vor der Länderspielpause wirkt verhältnismäßig entspannend, aber auch vor den Burgenländern muss gewarnt werden. Von den letzten fünf Auswärtsspielen verlor Mattersburg nur eines, holte unter anderem je einen Punkt bei der Austria und der heimstarken Admira.

Dass das erste Spiel nach der Länderspielpause, das Auswärtsmatch beim SK Rapid, die Weichen zum Titel stellen wird, ist naheliegend. Salzburg täte aber sehr gut daran, die schwierigen Aufgaben im Vorfeld mit sechs Punkten im Gepäck zu erledigen.

Die letzten Duelle: Wolfsberger AC (H) 1:1, SV Mattersburg (A) 0:0, SK Rapid (H) 2:0 – 5 Punkte

SK Rapid

12.März: Admira Wacker (H)
20.März: SV Ried (A)
3.April: Red Bull Salzburg (H)

Das Programm bis zum großen Schlager ist für Rapid ein ähnlich schwieriges. Der Nemesis aus der Südstadt und schließlich die oft unter Wert geschlagenen Rieder sind die Prüfsteine für die Hütteldorfer vor dem Showdown mit Salzburg.

Rapid startete besser ins Frühjahr, legt den fast schon obligatorischen Frühlings-Lauf unter Barisic hin. Dass man binnen weniger Tage in Cup und Europacup drei empfindliche Pleiten kassierte, interessiert angesichts der starken Bilanz in der Liga kaum jemanden. Blenden darf man sich von fünf Siegen und einem Remis aus sechs Spielen dennoch nicht lassen, denn auch wenn Rapid gegen Mattersburg souverän und auch gegen Altach stark, wenn auch glücklos spielte, ist diese Mannschaft eigentlich noch nicht titelreif. Die andere Seite der Medaille ist nämlich – gerne wird’s unter den Teppich gekehrt – dass Rapid im Frühling nur 55,5% seiner Pflichtspiele gewann (auch wenn zweimal mit Valencia ein außerordentlich starker Gegner dabei war).

Red Bull Salzburg ist weiterhin „weiter“ als die Barisic-Elf. Superknappe Angelegenheiten wie zuletzt in Altach entscheidet Rapid weiterhin nicht immer für sich. Eine Woche davor gegen Grödig war es gerade nochmal gut gegangen, aber das Auswärtsspiel im Ländle war wieder mal eine „solche Partien musst‘ gewinnen, wenn du am Ende oben stehen willst“-Partie. Und genau in denen patzt Rapid von Zeit zu Zeit noch immer. Es sind genau diese liegengelassenen Punkte, die Rapid auf eine echte Spitzenmannschaft auf nationaler Ebene fehlen.

Dieselbe Art von Spiel wird das Duell mit Admira am kommenden Wochenende. Das erste Saisonduell gegen die Südstädter gewann Rapid souverän, es folgten aber zwei Niederlagen in Liga und Cup. Von den letzten neun Aufeinandertreffen gewann Rapid nur ein einziges Mal, gleich fünfmal gab es keinen Sieger. Nachdem die Admira nun aber gegen die Austria und den WAC und damit auch den Anschluss nach oben verlor, muss Rapid bereit sein und nach der Nullnummer in Altach den Lauf wieder aufleben lassen.

Es folgt das Auswärtsspiel in Ried, das weiterhin ums Überleben kämpft. Der WAC enteilt und so werden die heißesten Gegner im Kampf um den Klassenerhalt Altach und Grödig sein. Altach empfängt die Gludovatz-Elf am Wochenende im Innviertel, danach geht’s gegen Rapid. Die Hütteldorfer müssen sich vor der Länderspielpause auf eine dreckige Partie einstellen, in der die Rieder kein bisschen nachgeben werden.

Das Gipfeltreffen mit Salzburg wird intensiv und umkämpft sein – der Gradmesser in Grün-Weiß werden aber die vorherigen Spiele gegen die Admira und Ried sein. Es handelt sich im Partien, in denen Rapid in den letzten Jahren immer wieder unnötig ausschüttete. Holt der Rekordmeister aus diesen beiden Partien sechs Punkte, darf man in Bezug auf die Titelambitionen ruhig etwas lauter werden. Dann klappt’s auch mit dem annähernd vollen Happel-Stadion zum Salzburg-Spiel.

Die letzten Duelle: Admira Wacker (A) 1:2, SV Ried (H) 2:1, Red Bull Salzburg (A) 0:2 – 3 Punkte

FK Austria Wien

13.März: Sturm Graz (A)
19.März: Wolfsberger AC (H)
2.April: SCR Altach (A)

Ein Programm der ganz unangenehmen Sorte kommt in den nächsten vier Wochen auf die Austria zu. Auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so wild aussieht.

Am kommenden Sonntag müssen die Veilchen, die aktuell fünf Punkte hinter der Spitze und damit in Außenseiter-Lauerstellung liegen, nach Graz. Sturm wird die Wiener zwar nicht mehr vom dritten Platz verdrängen, allerdings darf man davon ausgehen, dass die Blackies nach dem ernüchternden 0:1 in Mattersburg eine Reaktion zeigen werden. Vor eigenem Publikum wird man den Evergreen gegen die Austria nicht auf die leichte Schulter nehmen. Versöhnung ist bei den Grazern in den „größeren Partien“ angesagt, zumal man sich gemeinsam mit der Admira und Mattersburg im Niemandsland der Tabelle befindet und das Prestige im Rahmen der restlichen Saisonaufgaben in den Vordergrund rückt.

Eine Woche später empfängt die Austria zu Hause den Wolfsberger AC, der am kommenden Wochenende in Kärnten gegen Red Bull Salzburg spielt. Der WAC ist wesentlich variabler als im Herbst, die Leistungsdichte wurde größer und auch die Dramaturgie des Frühjahres ist interessant: Nach fünf Spielen ohne Niederlage wartet die schwere Aufgabe gegen Salzburg, mit der sich die Pfeifenberger-Truppe noch einmal steigern muss und wird. Gegen die Austria wird man einen WAC auf Betriebstemperatur sehen – mehr oder weniger egal, wie das Spiel gegen Salzburg verläuft.

Dass das erste Spiel nach Ostern, das Auswärtsspiel in Altach, kein Zuckerschlecken wird, sah man bereits am Sonntag beim Gastspiel Rapids in Vorarlberg. Auch beim ersten Saisonduell in Altach hatte die Austria großes Glück, gewann gerade noch mit 2:1. Wie schon gegen Rapid wird sich Canadi gegen die Veilchen auf Konter verlagern, sehr destruktiv spielen, tief stehen und damit spielerische Ideen des Gegners einfordern. Und genau an denen scheiterte es bei der Austria in der laufenden Saison immer wieder.

Die Austria hat also noch Außenseiterchancen auf den Titel, von einem klassischen Pflichtsieg kann man allerdings erst am 9.April sprechen, wenn es zu Hause gegen Grödig geht. Bis dahin werden die Aufgaben für die Fink-Schützlinge beinhart werden.

Die letzten Duelle: SK Sturm Graz (H) 2:1, Wolfsberger AC (A) 0:2, SCR Altach (H) 1:2 – 3 Punkte

Daniel Mandl, abseits.at

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen