Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 24. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015 | Piesinger erneut sehr auffällig, Hipster-Duell in Ried und Holzhausers kluge Positionierung
Pin It

Raphael Holzhauser (VfB Stuttgart)Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

SK Sturm Graz – Wolfsberger AC 2:0

Die Formkurve des Wolfsberger AC zeigt weiterhin nach unten. Die 0:2-Niederlage am Wochenende gegen Sturm Graz war die dritte Niederlage in Serie. In der Tabelle sind die Lavanttaler erstmals in der laufenden Saison aus den ersten vier Plätzen herausgefallen. Sturm holte hingegen nach dem Last-Minute-Erfolg gegen die Wiener Austria den zweiten Dreier in Folge und überholte die Kärntner. Wie schon in der englischen Woche war Simon Piesinger einer der auffälligsten Akteure auf dem Rasen.

Gegen die Austria war der 22-jährige Mittelfeldspieler mit zwei Toren der Matchwinner, am letzten Samstag leitete er mit der Vorlage zum 1:0 den Sieg seiner Mannschaft ein. Piesinger, der im Sommer von Absteiger Wacker Innsbruck kam, wirkt auf den ersten Blick sehr unbeweglich und statisch. Wie man anhand der obigen Grafik sehen kann, war er in diesem Spiel aber der dominierende Akteur im zweiten Drittel. Insgesamt hatte er 114 Ballaktionen, spielte 93 Pässe bei einer Passquote von 77%. Die defensiven Leistungsdaten sind nicht minder spektakulär: vier Tacklings, sieben abgefangene Bälle und 69% gewonnene Zweikämpfe.

FC Red Bull Salzburg – SCR Altach 0:1

Red Bull Salzburg musste am vergangenen Spieltag die erste Niederlage im Frühjahr hinnehmen. Trotz 56% Ballbesitz und einem klaren Chancenübergewicht – 21:8 Schüsse, 7:2 Schüsse aufs Tor – verloren die Bullen in der heimischen Arena gegen SCR Altach mit 0:1. Der Pechvogel des Abends war ein Spieler, der dem Meister in der laufenden Saison schon einige Punkte sicherte: Jonatan Soriano.

Beim Stand von 0:1 verschoss der Spanier, der bereits 21 Saisontore am Konto hat, einen Elfmeter. Ansonsten sah man beim Kapitän der Bullen das gewohnte Bewegungsmuster. Im Vergleich zu seinem Sturmpartner, Marco Djuricin, war der Bullen-Kapitän im Kombinationsspiel aktiver. Er bewegte sich am Übergang ins Angriffsdrittel, zog Räume frei und versuchte auch in die Tiefe zu spielen. Mit sechs Schüssen war er gleichzeitig aber einmal mehr der abschlussfreudigste Spieler am Platz.

Einen Schuss weniger verzeichnete der Matchwinner für den Aufsteiger. Ismael Tajouri. Die 20-jährige Austria-Leihgabe wirbelte am rechten Flügel. Wie man anhand der obigen Grafik erkennen kann rückte er dabei im hohen zweiten Drittel ins Zentrum ein, während Ivan Kovacec auf der anderen Seite linearer agierte, und suchte Kombinationen. Zudem ging er wie gewohnt häufig ins Dribbling (55% Erfolgsquote).

SV Josko Ried – SV Scholz Grödig 2:1

Der SC Grödig verlor auch sein drittes Spiel im Frühjahr und kommt dem letzten Platz immer näher. Bei der SV Ried brachte ein Eigentor von Kapitän Ione Cabrera die Salzburger zunächst in Rückstand, ehe Emmanuel Sunday den Ausgleich erzielte. In der 77. Minute entschied Gernot Trauner schließlich das Spiel für seine Farben. Ein interessantes Duell gab es dabei im zentralen Mittelfeld.

Marcel Ziegl und Stefan Nutz gehören zu den wohl meist unterschätzten und abseits der vier Großklubs zu den interessantesten Spielern der Liga. Warum das so ist, zeigt die obige Grafik. Beide haben einen sehr großen Aktionsradius; Ziegl im Spiel gegen, Nutz im Spiel mit dem Ball. Der Rieder verzeichnete fünf Tacklings, fing vier Bälle ab, klärte sechsmal und war für sechs Ballsicherungen verantwortlich. Beim Grödiger sah man das gewohnte, riskante Vertikalpassspiel, das einerseits in der gegnerischen Hälfte zu einer Fehlpassquote von 55%, andererseits zu seiner sechsten Saisontorvorlage.

SC Wiener Neustadt – Admira Wacker Mödling 0:0

Im Kellerduell zwischen den beiden niederösterreichischen Klubs SC Wiener Neustadt und Admira Wacker Mödling gab es keinen Sieger, wodurch die Maria Enzersdorfer weiterhin das Tabellenende der tipico Bundesliga zieren. Interessant war dabei der hohe Außenfokus auf beiden Seiten, den man in den nachstehenden Heatmaps erkennen kann. Dass es beim torlosen Remis blieb, lag unter anderem an der schlechten Flankengenauigkeit: von 17 Flanken fanden nur zwei das Ziel.

FK Austria Wien – SK Rapid Wien 2:1

Im 312. Wiener Derby errang die Wiener Austria einen spektakulären 2:1-Sieg. In der Generali Arena drehte das Team von Gerald Baumgartner die Partie trotz 0:1-Rückstand und rund 20 Minuten Unterzahl. Ein entscheidender Schachzug des wackelenden FAK-Coachs war die Einwechslung von Raphael Holzhauser noch während der ersten Halbzeit, dank derer man die Schwächen des Rapid-Pressings bespielen und die Partie zusehends kontrollieren konnte.

Rapid schaffte es zwar oft schnell mit vielen Spielern in Ballnähe zu kommen, dahinter klaffte aber zuweilen ein großes Loch. Mit Tarkan Serbest und James Holland im defensiven Mittefeld besetzten die Veilchen diese Räume nicht, Holzhauser hingegen tat dies konsequent, wie man anhand des obigen Passschemas erkennen kann. Durch den Linksfokus konnte man zudem die interessanten und regen Abläufe, die sich durch das 4-6-0 ergaben, zudem noch stärker nutzen. Eine ausführliche Analyse zu diesem Spiel gibt es an anderer Stelle.

Alexander Semeliker, abseits.at

Pin It

Alexander Semeliker

@axlsem