In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (17) – SK Rapid Wien, Teil 3
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SK Rapid Wien - Wappen mit FarbenIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre des SK Rapid Wien an, die etwa rund um die Jahrtausendwende für Furore – oder aber weniger Furore – sorgten.

Andreas Lagonikakis

Drei Jahre lang kickte Andreas Lagonikakis für den SK Rapid Wien. Der griechische Mittelfeldspieler hatte gute Momente, war insgesamt aber zu inkonstant, auch wenn er immer wieder für spektakuläre Tore gut war. Im Sommer 2002 verließ der heute 42-Jährige Rapid und wechselte zu Panionios Athen, wo er noch drei Jahre auf Top-Level spielte. Später spielte er noch zwei weitere Jahre beim unterklassigen Klub Keravnos Kerateas in Ostattika, bevor er 35-jährig seine Schuhe an den Nagel hing.

Gerhard Poschner

Im Sommer 2001 holte Rapid Gerhard Poschner als neuen Führungsspieler fürs Mittelfeld. Aber der routinierte Deutsche enttäuschte auf der ganzen Linie und verließ Rapid bereits nach sechs Bundesligaspielen wieder. Nach zwei Jahren in Spanien bei Polideportivo Ejido, wechselte er fürs Frühjahr 2004 zu 1860 München, wo seine Profikarriere nach nur vier Spielen ihr Ende fand. Heute ist der 45-Jährige Geschäftsführer Sport bei 1860 München. Eine Funktion, die er bereits in der Saison 2009/10 bei Real Saragossa innehatte.

Otto Szábo

Weiterhin aktiv ist der Slowake Otto Szábo, der um die Jahrtausendwende als eines der größten Rapid-Talente galt und dafür bekannt wurde, dass er für jedes Training von seinem ungarischen Wohnsitz nach Hütteldorf pendelte. Nachdem Szábo Österreich im Jahr 2003 verließ, spielte er nur noch in der Slowakei und in Ungarn. Aktuell kickt der Linksverteidiger für Dunajská Streda, wo er unumstrittener Stammspieler ist. Seine vorherigen Stationen waren Lombard Pápa, ETO Györ, Slovan Bratislava, Artmedia Petrzalka, Vasas Budapest, Debrecen, Matáv Sopron und MTK Budapest.

Farhad Majidi

Erst im Winter 2013 beendete der Iraner Farhad Majidi seine aktive Karriere, nachdem er noch lange Zeit nach seinem Rapid-Engagement sehr erfolgreich im Iran spielte. Mit Unterbrechungen, die er in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar verbrachte, spielte Majidi durchgehend für den Hauptstadt-Großklub Esteghlal Teheran. Insgesamt verbrachte der heute 37-Jährige, der auch elf Tore in 47 Länderspielen erzielte, elf Jahre für Esteghlal und erzielte über 80 Tore.

Darko Maletic

Seine beste Partie für Rapid war seine allererste. Beim 3:1-Sieg über Sturm Graz am 11.Juli 2001, der ersten Runde der Saison, zeigte der Bosnier Darko Maletic eine Topleistung – doch an diese konnte er danach nicht anknüpfen und wurde bereits nach einem halben Jahr wieder abgegeben. Der heute 34-jährige Offensivspieler versuchte sich später in Slowenien (Publikum Celje), Russland (Zenit St.Petersburg, Shinnik Yaroslavl), Rumänien (FC Vaslui), Serbien (Partizan Belgrad), Deutschland (TuS Koblenz) und Kasachstan (Aktobe, Irtysh). Über seinen Stammverein Borac Banja Luka landete Maletic im Sommer 2013 bei Velez Mostar. Für den bosnischen Erstligisten spielte er bisher in 38 Ligaspielen, erzielte aber kein einziges Tor.

Marek Penksa

Der heute 41-jährige Slowake Marek Penksa stand auf schnelle Autos, feierte seine Treffer mit der „Penksa-Rolle“ und erzielte derer in der Bundesliga für Rapid 18. Nach einem kurzen Gastspiel beim DSV Leoben verschlug es den kleinen Angreifer nach Deutschland, Ungarn, Polen und die Slowakei. Nach einem halben Jahr bei den Stuttgarter Kickers, spielte Penksa für Dunaferr, Ferencvaros, Wisla Krakau, Dynamo Dresden und zum Abschluss seiner Karriere bei Tatran Presov. In den zehn Jahren zwischen dem Ende seines Rapid-Intermezzos und dem Karriereende erzielte Penksa noch 35 Ligatore für seine verschiedenen Klubs.

Angelo Vier

Knapp zehn Millionen Schilling legte der SK Rapid im Sommer 1998 auf den Tisch, um den Zweitligaschützenkönig Angelo Vier vom FC Gütersloh loszueisen. Nur ein Jahr später, nach gerademal drei Bundesligatoren für Rapid, war das Abenteuer Wien für Vier auch schon wieder vorbei. Der Berliner kickte danach für Rot-Weiß Oberhausen, den VfL Osnabrück und den SC Verl. Sieben Jahre nachdem er Rapid verließ, beendete der Brecherstürmer seine Karriere, die insgesamt einen unglücklichen Verlauf nahm. Heute ist Angelo Vier, mittlerweile 43 Jahre alt, Sportdirektor beim BFC Dynamo Berlin.

Charles Wittl

Im Frühjahr 1999 holte Rapid den Austro-Ghanaer Charles Wittl leihweise von Neuchatel Xamax. Für die Grün-Weißen bestritt der Mittelfeldspieler aber nur sieben Partien. Danach kehrte Wittl wieder zu Neuchatel zurück und wagte ein Jahr später sein zweites außer-schweizerisches Abenteuer. In China wurde er bei Shandong Luneng aber nur finanziell glücklich. Es folgten weitere Jahre in Neuchatel, Lausanne, Aarau und schließlich in der zweiten Schweizer Liga bei La Chaux-des-Fonds und Biel-Bienne. Seine aktive Karriere beendete Wittl in der fünften Schweizer Liga beim FC Serrières, den er später sogar noch fünf Jahre trainierte. Seine markanten Dreadlocks hat der nunmehrige Coach noch immer. Heute ist der 43-Jährige vereinslos.

Jovica Vico

Knieprobleme waren daran schuld, dass Jovica Vico keine größere Karriere vergönnt war. Für Rapid erzielte er zwar nur sechs Pflichtspieltore, zeigte aber phasenweise starke Partien und musste den Verein hauptsächlich aufgrund seiner Knieprobleme verlassen. Später blieb Vico von Verletzungen weithin verschont. Er spielte ein Jahr für Era Smartno, fünf Jahre für Leotar Trebinje und zum Ausklang noch einige Monate für Mladost Gacko. Der Bosnier ist heute 37 Jahre alt und Sportdirektor bei Leotar Trebinje, einem bosnischen Erstligisten.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen