13 Punkte aus fünf Spielen – Österreich kann relativ entspannt ins wichtige Schlüsselspiel gegen Russland in Moskau gehen. Kollers Elf wird die Partie aber... Mit dem Punktepolster im Gepäck: So kann Österreich in Moskau bestehen!
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Marcel Koller13 Punkte aus fünf Spielen – Österreich kann relativ entspannt ins wichtige Schlüsselspiel gegen Russland in Moskau gehen. Kollers Elf wird die Partie aber alles andere als locker angehen und liebäugelt mit drei Punkten, die man mit einer cleveren Kontertaktik und guter defensiver Staffelung auch bestimmt erreichen kann.

Mit einem Sieg in Moskau könnte die ÖFB-Elf praktisch das Ticket nach Frankreich lösen, denn dann stünde man vier Spiele vor Schluss acht Punkte vor dem dritten Platz. Aber so weit möchte im österreichischen Lager noch niemand denken. Nicht einmal in den Mund nahm man die Möglichkeit, dass die Qualifikation zur EURO 2016 womöglich schon Anfang September klargemacht werden könnte.

Österreich kann’s langsam angehen

In Russland steht dem Nationalteam eine schwierige, hitzige Partie bevor, die man jedoch vorerst spielerisch passiv angehen kann. Österreich kann sich in Moskau getrost aufs Kontern spezialisieren und sich erstmal ansehen, was die spielerisch nicht immer sattelfesten Russen selbst anzubieten haben. Eine gute Mittelfeldstaffelung und Flexibilität in der Zentrale sind hier aber das A und O. Dies spürte Marcel Koller schon im Hinspiel, als die Russen Österreich in der ersten Halbzeit über weite Strecken in der Hand hatten.

Wer ersetzt Alaba in der Mittelfeldzentrale?

Die Voraussetzungen vor dem Rückspiel erinnern an den vielumjubelten Sieg am 15.November in Wien. Wie auch damals fällt David Alaba, mit drei Treffern Österreichs bester Torschütze in der EM-Quali, verletzungsbedingt aus. Damals wurde Alaba durch den Salzburger Stefan Ilsanker ersetzt, was auch diesmal denkbar scheint. Jedoch ließ sich Koller durch seine flexible Kaderzusammenstellung einige Optionen offen und so ist auch der Einsatz von Aleksandar Dragovic auf der Sechs eine Möglichkeit. Julian Baumgartlinger, der im Hinspiel ebenfalls fehlte und durch Christoph Leitgeb ersetzt wurde, ist heute hingegen dabei.

Ein Innenverteidiger als Sechser?

Ob Ilsanker erneut im defensiven Mittelfeld aufläuft, oder einer der vier nominierten, etatmäßigen Innenverteidiger auf diese Position rutscht, ist das erste Fragezeichen in der ÖFB-Formation. Eine realistische Option stellt hier nur Dragovic dar. Hinteregger spielte zwar im Klub bereits auf dieser Position, seine Physis wird aber dringend in der Abwehr benötigt. Wimmer und Prödl sind lediglich Alternativen für das Abwehrzentrum. Das zweite und letzte Fragezeichen betrifft die Position des Rechtsaußen. Während Arnautovic links und Junuzovic in der Zentrale gesetzt sein dürften, kämpfen auf der rechten Seite Martin Harnik und der formstarke Marcel Sabitzer um das offene Leiberl.

Zwei unerwartete Asse im Ärmel

Dass sich Koller gegen Russland auf schnelles Umschalten und zielgerichtetes Konterspiel verlegen wird, zeigt auch die Einberufung von Rapids Shooting Star Philipp Schobesberger, der im Bedarfsfall eine gefährliche und vor allem unbekannte Waffe darstellen könnte. Auch Jakob Jantscher steht im Teamkader und könnte nach seiner starken Saison in Luzern ein motivierter Akteur aus der zweiten Reihe sein.

Janko steht vor Geduldsspiel

Im Angriff ist wohl Australiens Schützenkönig Marc Janko gesetzt, dem aber eine Geduldspartie bevorsteht. Viele Bälle wird der Routinier in seinem 46.Länderspiel wohl nicht sehen, aber wenn Österreich schnell über die Flügel kontert, muss 31-Jährige Gewehr bei Fuß stehen. Diese Möglichkeiten werden sich mit Sicherheit bieten, auch weil der zentrale Defensivblock der Russen langsam ist, nicht immer schnell genug von innen nach außen arbeitet. Ein Feuerwerk an Chancen wird es jedoch nicht geben.

Okotie und Hinterseer als Alternativen im Angriff

Die österreichischen Alternativen im Angriff sind Rubin Okotie und Lukas Hinterseer. Okotie stand zuletzt bei 1860 München stark in der Kritik und wird wohl trotz seines Siegtores gegen Russland im November erneut die Jokerrolle einnehmen. Hinterseer kam mit dem Selbstvertrauen eines Bundesligaaufsteigers zum Team, wird aber voraussichtlich die allerletzte Instanz sein, die Koller situativ in der Schlussphase ins Geschehen werfen könnte.

Hier geht’s zur tipp3 Pro-Wette zum Spiel Russland vs. Österreich

Daniel Mandl, abseits.at

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen