Highlights, die im österreichischen Fußball von Klubs ob der der Enns geschrieben werden, sind rar gesät. Seit der Gründung der Bundesliga konnten zwei Meistertitel... Linz – ein guter Boden für den Karrierestart
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Oberösterreich Landeswappen_abseits.atHighlights, die im österreichischen Fußball von Klubs ob der der Enns geschrieben werden, sind rar gesät. Seit der Gründung der Bundesliga konnten zwei Meistertitel und vier Cupsiege eingefahren werden, Linz – die drittgrößte Stadt Österreichs, stellt seit 2011 keinen Bundesligisten mehr. Trotzdem begannen in dieser Stadt einige hoffnungsvolle Karrieren. Wir schauen uns in diesem Artikel Spieler einer fiktiven Elf an, deren Karriere im Linzer Nachwuchs oder aber in Linz bei ersten Profieinsätzen begann und werden feststellen, dass dieses Team gar keine so schlechten Chancen hätte, um die vorderen Plätze in der Bundesliga mitzuspielen.

Torhüter

Heinz Lindner (Eintracht Frankfurt)

Kaum eine österreichische Mannschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren bei der Ausbildung von Torhütern mit Ruhm bekleckert. Heinz Lindner ist einer der wenigen Kicker, die den Sprung vom Nachwuchs ins Profitum überstanden haben. Lindner begann das Fußballspielen im Nachwuchs des LASK, ehe er mit 14 Jahren zur damals brandneuen Akademie der Wiener Austria wechselte und sich von dort bis in die Kampfmannschaft hochdiente. Nach mehr als 200 Spielen für die Austria und sieben Länderspieleinsätzen wechselte Lindner vergangenen Sommer nach Frankfurt, wo er allerdings hinter Hradecky nur die Nummer zwei ist.

Ersatz: Pirmin Strasser (SV Grödig)

Auch Strassers Karriere begann im Nachwuchs des LASK, wo seine Mutter jahrzehntelang die Geschicke im Büro leitete. Nach einem dreijährigen Abenteuer in Spanien heuerte der 25-Jährige 2014 in Grödig an, wo er in der heurigen Saison zum Stammtormann aufstieg und in seinen bisherigen zehn Einsätzen (11 Gegentore) passable Leistungen zeigte.

Verteidigung

Florian Klein (VfB Stuttgart)

Florian Klein, Sohn des langjährigen LASK-Managers Gerhard Klein, war neben Niklas Hoheneder der Emporkömmling der Daxbacher-Ära 1 in den Jahren 2006-2009. Daxbacher holte Klein später zur Wiener Austria nach, daraufhin erfolgte nach einem eher wenig erfolgreichen Intermezzo in Salzburg der Sprung nach Stuttgart, wo er bis heute 50 Bundesligaspiele absolvierte. Auch wenn er derzeit seinen Stammplatz an Kevin Großkreutz verloren hat, so ist er auch im Nationalteam ein Fixposten auf der Rechtsverteidigerposition.

Kevin Wimmer (Tottenham Hotspur)

Wimmer, Sohn des LASK-Tormanntrainers Wolfgang, debütierte mit 18 Jahren in der Kampfmannschaft des LASK und wagte von dort den Sprung in die zweite deutsche Liga. Der Rest ist bekannt, Wimmer spielt mittlerweile mit Tottenham um den englischen Meistertitel und zählt auch im Nationalteam zum erweiterten Kreis, auch wenn ihm bis dato zumeist Martin Hinteregger von Gladbach vorgezogen wurde.

Niklas Hoheneder (SC Paderborn)

Für Hoheneder gilt Ähnliches wie für Klein, auch er verließ 2009 nach ansprechenden Leistungen den LASK, um im Ausland sein Glück zu finden. Jedoch zählte er weder bei Sparta Prag, noch bei seiner Rückkehr nach Österreich (Austria Wien) zum Stammpersonal. Regelmäßig spielte er erst wieder bei RB Leipzig (86 Einsätze), wo er zwei Aufstiege miterlebte. Derzeit ist er Stammspieler beim SC Paderborn in der zweiten deutschen Liga.

Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg)

Ulmer ist Sohn der VÖEST Linz-Legende Gerhard Ulmer, der fast 300 Bundesligaspiele für die Blauen absolviert hat. Andreas begann seine Karriere im Nachwuchs des kürzlich zuvor mit VÖEST fusionierten LASK Linz, ehe er in die Akademie der Wiener Austria wechselte. Als Sprungbrett diente ihm jedoch erst ein Engagement bei der SV Ried, wo er von Red Bull Salzburg entdeckt und um 600.000 Euro verpflichtet wurde. Seit 2009 ist Ulmer nun Salzburger und hat für die Bullen 253 Spiele absolviert sowie dreimal das Nationalteamdress getragen.

Ersatzviererkette

Michael Schimpelsberger (SK Rapid Wien)– Gernot Trauner (SV Ried) – Georg Margreitter (1. FC Nürnberg) – Emanuel Schreiner (SCR Altach)

Mittelfeld

Markus Blutsch (Admira Wacker)

Blutsch ist Enkel der LASK-Legende Dolfi Blutsch (Meistermannschaft 1965) und stammt aus der LASK-Jugend, auch wenn er zwischenzeitlich nach Pasching abbog und erst wieder 2014 zum LASK zurückkam. Nachdem Karl Daxbacher weniger als erhofft auf Blutsch in der Saison 2014/15 setzte, verlieh man Blutsch zur Admira nach Mödling, wo der wieselflinke Rechtsaußen seitdem aufblüht und immerhin fünf Scorerpunkte in dieser Saison zu Buche stehen hat. Zwar besitzt Blutsch bei der Admira nur einen Leihvertrag, eine Rückkehr zum LASK wird aber wohl nur passieren, wenn die Linzer in dieser Saison in die Bundesliga aufsteigen können.

Simon Piesinger (SK Sturm Graz)

Simon ist der Sohn von Gerald Piesinger, der in den 1980er Jahren über 200 Spiele für den LASK absolvierte (unter anderem beim 1:0 im UEFA-Cup 1985 gegen Inter Mailand). Simon spielte zunächst lange für St. Magdalena, durchlief anschließend die Linzer Akademie und spielte anschließend für die LASK-Amateure, ehe er via Blau-Weiß Linz und Wacker Innsbruck nach Graz zu Sturm kam. Bei den Blackies erwischte er vor allem offensiv letztes Jahr eine Traum-Einstandssaison und erzielte in 32 Spielen neun Tore und lieferte drei Assists. Die heurige Saison verlief dagegen bis dato eher verkorkst und gipfelte in einem Kreuzbandriss, der ihn bis zum Sommer außer Gefecht setzt.

Mateo Kovacic (Real Madrid)

Was manche vielleicht nicht wissen. Der berühmteste „Linzer Junge“ der vergangenen zehn Jahre heißt Mateo Kovacic und spielt für Real Madrid. Der 21-Jährige wurde in Linz geboren und machte aufgrund seiner Schülerliga-Galavorstellungen schnell auf sich aufmerksam. Daneben spielte er seit seinem 6. Lebensjahr bis zum 14. Geburtstag beim LASK, ehe die Familie mit ihm wieder nach Kroatien zog. Dort durchlief er die Dinamo-Zagreb-Schule und wurde als großes Talent 2013 zu Inter Mailand verkauft und debütierte im gleichen Jahr für die kroatische Nationalmannschaft. Im vergangenen Sommer sicherte sich Real Madrid das Können des zentralen Mittelfeldspielers und überwies 29 Millionen Euro nach Mailand. Ein schöner sechsstelliger Solidaritätsbeitrag ist dementsprechend in Linz eine gern gesehene Erinnerung an die ersten fußballerischen Gehversuche des Mateo Kovacic.

Christian Derflinger (SV Grödig)

Derflinger galt als das „Wunderkind“ des Linzer Fußballs, als er 2008 um fast 300.000 Euro vom LASK-Nachwuchs in jenen des FC Bayern München wechselte. Wie schwer Karrieren in diesem Alter zu prognostizieren sind, zeigte die Tatsache, dass der Körper des damals 14-Jährigen für den Profifußball ein wenig fragil schien. Lange Zeit warfen ihn schwere Verletzungen zurück, im Sommer bekam der mittlerweile 22-Jährige beim SV Grödig die Chance, noch einmal den Eintritt in den Profifußball zu probieren. Zwar ist er nach wie vor nicht unumstrittener Stammspieler, jedoch stehen vier Scorerpunkte in 558 Einsatzminuten zu Buche.

Ersatz-Mittelfeld

Florian Hart (SV Ried) – Sebastian Wimmer (VFL Wolfsburg II) – Manuel Hartl (SKN St. Pölten) – Haris Bukva (zuletzt Cloppenburg)

Sturm

Robert Zulj (Greuther Fürth)

Zulj stammt ursprünglich aus Wels, durchlief aber sämtliche Stufen der Linzer Fußballakademie. Nachdem sich der LASK nach guten Leistungen Zuljs zierte, dem großgewachsenen hängenden Stürmer einen Vertrag anzubieten, schlug die SV Ried zu. Dort mauserte er sich binnen Monaten zum Stammspieler und spielte sich derart ligaweit in den Fokus, dass Red Bull Salzburg 2014 mehr als eine Million Euro überwies, um Zulj an die Salzach zu lotsen. Dort blieb er nach für ihn eher enttäuschenden Spielen nur bis zum Sommer, ehe er nach Fürth wechselte und dort bis heute unter Vertrag steht.

Thomas Fröschl (SV Ried)

Der gebürtige Linzer Fröschl zählt mittlerweile zur seltenen Sorte jener Spieler, die nie eine Akademie durchlaufen haben und trotzdem Bundesligaprofis geworden sind. Der Weg dahin war mit Stationen bei SK Rapid II, Leoben, FC Lustenau, St. Pölten, Wiener Neustadt und der SV Ried eher steinig. Zuletzt wechselte der 27-Jährige vom LASK nach Ried, da er in Linz nur selten gesetzt war. Dies dankte er gleich mit zwei Toren in den ersten beiden Rückrundenspielen.

Ersatz-Sturm

Valentin Grubeck (SV Grödig) – Toni Vastic (Admira Wacker)

Linzer Mannschaft

Christoph Zeppetzauer, abseits.at

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