In der 33. Runde der österreichischen Bundesliga empfängt RB Salzburg den SK Rapid. Die Hausherren brauchen einen Punkt um die Meisterschaft auch theoretisch fixieren... Vorschau RB Salzburg – SK Rapid: Generalprobe fürs Cup-Finale

Red Bull Salzburg Rapid

In der 33. Runde der österreichischen Bundesliga empfängt RB Salzburg den SK Rapid. Die Hausherren brauchen einen Punkt um die Meisterschaft auch theoretisch fixieren zu können, die Gäste wollen einen Punkt um das Abstiegsgespenst langsam endgültig aus den Köpfen zu bekommen. Wir sehen uns die Voraussetzungen vor diesem Duell an.

Keine Meisterfeier im Burgenland

Oscar Garcias Mannschaft steht kurz vor dem achten Meistertitel. Ein Punkt aus den verbleibenden vier Partien reicht, damit die Wiener Austria den Tabellenführer auch mit vier Siegen nicht mehr abfangen kann. Bereits in der vergangenen Woche hätte der Tabellenführer in Mattersburg alles klarmachen können, doch Stefan Maierhofer und David Atanga drehten das Spiel um und holten drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Gäste waren in dieser Partie zumindest zu Beginn spielbestimmend und gingen schon früh durch Wanderson in Führung, der gemeinsam mit Minamino die Doppelspitze der Salzburger bildete. Die Hausherren kämpften sich zurück und kamen über eine Standardsituation zum Ausgleich, nachdem Salzburgs Innenverteidiger Miranda bei einem Kopfballduell gegen Maierhofer keine Chance hatte. Kurz nach der Pause erzielte die Leihgabe der Salzburger, David Atanga, die 2:1-Führung, die gleichzeitig den Endstand markierte.

Chancen Mangelware

Dass sich die Mattersburger gegen den Tabellenführer nicht viele Chancen herausspielen würden war keine große Überraschung. Die Burgenländer erwiesen sich aber als effektiv, da sie aus ihren drei Torschüssen zwei Treffer erzielten. Dass die Salzbuger in dieser Partie jedoch nur auf vier Torschüsse kamen, war insbesondere nach dem eindrucksvollen Cup-Auswärtssieg gegen die Admira doch etwas unerwartet. Garcias Mannschaft hatte über die 90 Minuten 66,7% Ballbesitz, verstand es aber nicht gegen engagierte und konsequente Mattersburger zwingende Chancen herauszuspielen. Die Zweikämpfe wurden nicht richtig angenommen, was sich auch in der Statistik widerspiegelt. Die Burgenländer gewannen fast 60% der Duelle und begingen dabei sogar weniger Fouls als die Salzburger.

Rapids Systemumstellung

Der SK Rapid feierte in der vergangenen Runde beim 4:0-Sieg gegen den WAC einen Befreiungsschlag, der drei wichtige Punkte im Abstiegskampf bedeutete. Goran Djuricin überraschte dabei die Fans mit einem klassischen 4-4-2-System, in dem Kvilitaia und überraschender Weise auch Jelic die beiden Sturmspitzen bildeten. Die beiden Angreifer rechtfertigten ihre Aufstellung, denn neben dem guten und hohen Pressing sorgten sie auch in den ersten elf Minuten für eine rasche 2:0-Führung. Kvilitaia erzielte einen Doppelpack und sein Sturmkollege Jelic bereitet beide Treffer vor. Für die weiteren Glücksmomente sorgten der eingewechselte Joelinton, der nur zwei Minuten am Platz war, ehe er unbehelligt durch die inferiore WAC-Abwehr marschierte und Stefan Schwab, der seine starke Leistung mit dem Treffer zum 4:0 krönte. Ebenfalls positiv fielen Maximilian Wöber auf, der 17 seiner 17 Zweikämpfe für sich entschied und der junge Manuel Thurnwald, der im rechten Mittelfeld zum Einsatz kam und eine unbekümmerte, mutige Leistung ablieferte.

Doppelspitze auch gegen Salzburg…

Man darf gespannt sein welchen Matchplan Trainer Goran Djuricin gegen den kommenden Gegner präsentieren wird. Es ist durchaus möglich, dass er auch im Auswärtsspiel gegen RB Salzburg zwei Sturmspitzen aufs Feld schickt, was auch personelle Gründe haben könnte. Giorgi Kvilitaia erzielte in der vergangenen Runde, wie bereits erwähnt, einen Doppelpack und zeigte zuletzt auch in den Spielen, in denen er keine Treffer erzielte, starke Leistungen. Der Georgier kann vorne mit seiner Technik und Einsatzbereitschaft Bälle sichern, was insbesondere gegen starke Salzburger wichtig sein wird. Joelinton erzielte in den letzten drei Spielen jeweils einen Treffer, wobei er zweimal als Joker ins Spiel kam und Matej Jelic gelangen in seinem ersten Starteinsatz in diesem Kalenderjahr zwei Assists. Der Kroate hat zwar einen langfristigen Vertrag bei den Grün-Weißen, muss aber dennoch die wenigen verbleibenden Partien nutzen, um die Verantwortlichen bei Grün-Weiß zu überzeugen, dass er der Mannschaft helfen kann. Es ist fraglich, ob der Rapid-Trainer von diesem Trio zwei Spieler auf die Ersatzbank setzen will. Die weiteren Vorzüge der Doppelspitze im Spiel des SK Rapid erklärte mein Kollege Daniel Mandl bei seiner jüngsten Analyse.

…oder doch was anderes?

Aber auch ein 4-1-4-1-System wie in der 31. Runde gegen die Admira, oder das altbewährte 4-2-3-1 hätten den einen oder anderen Vorteil gegen den Tabellenführer. Wenn Djuricin auf eine dieser Aufstellungen zurückgreift, dann wohl um im Zentrum eine Überzahl gegen Salzburgs 4-2-2-2 herzustellen. Djuricin will sich erst am Abend vor der Partie entscheiden, wie er seine Mannschaft aufs Feld schicken wird. Fest steht, dass Christopher Dibon im Abwehrzentrum fehlen wird. Der 26-Jährige musste in der vergangenen Runde aufgrund einer schweren Gehirnerschütterung vorzeitig ausgewechselt werden.

Von den Amateuren zum Abwehrchef

Damit ist Wöber, der gerade seine schriftliche Matura absolvierte und noch im März zweimal bei den Amateuren aushalf, der einzige unumstrittene Innenverteidiger bei den Grün-Weißen. Neben ihm wird wohl Mario Sonnleitner auflaufen, wenn nicht überraschend Christoph Schösswendter ein „Comeback“ in der Startelf feiert. Davon gehen wir jedoch nicht aus, da es sich bei den Offensivkräften der Salzburger eher um schnelle, wendige Spieler handelt. Linksverteidiger Thomas Schrammel ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, allerdings wird ein Einsatz gegen den Tabellenführer noch zu früh kommen, weshalb man mit Auer auf der linken Abwehrseite rechnen darf. Für die Grün-Weißen ist das Kräftemessen gegen die Salzburger auch insofern interessant, da die beiden Teams am 1. Juni im Cup-Finale aufeinandertreffen werden. Für die Hütteldorfer ist dies bekanntlich die letzte Chance in der kommenden Saison am internationalen Parkett vertreten zu sein, weshalb für den SK Rapid wesentlich mehr auf dem Spiel stehen wird – zumal die Fans schon seit geraumer Zeit auf einen Titel warten. Ein gutes Abschneiden am Wochenende in Salzburg könnte auch im Hinblick auf das Selbstvertrauen fürs Cup-Endspiel essentiell sein.

Twitter-Duell vor dem Spiel

Schon einige Tage vor dem Spiel lieferten sich die beiden Vereine ein Duell auf Twitter, wobei die Salzburger zuerst zu sticheln begannen. Die Aussagen sind selbsterklärend weshalb wir zum Abschluss nur die Screenshots posten wollen.

Twitter1

Twitter2

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger