In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,...
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Peter Stöger - 1.FC KölnIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Für viele unserer österreichischen Legionäre verlief der Auftakt zur Rückrunde erfreulich. Auch Peter Stöger und Kevin Wimmer dürfen mit dem Start in die Frühjahrssaison äußerst zufrieden sein, denn gegen den abstiegsbedrohten HSV zeigte der 1. FC Köln eine starke Partie und nahm drei Punkte nach Hause mit.

Hamburger SV – 1. FC Köln   0:2

Die HSV-Fans zeigten sich vor der Partie aufgrund der Rückkehr von Ivica Olic, der bereits beim Aufwärmen von den Anhängern euphorisch gefeiert wurde, optimistisch, doch am Ende ging der FC Köln als der verdiente Sieger vom Platz. Die Mannschaft von Peter Stöger feierte damit den bereits fünften Auswärtssieg in dieser Saison, was ansonsten nur dem FC Bayern München gelang. Die beiden Treffer steuerte Marcel Risse bei, der seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga erzielte.

Die Gäste hatten bloß in der Anfangsphase der Partie kleiner Schwierigkeiten. Der HSV übernahm in den ersten Minuten die Initiative und man sah, dass sich Neuzugang Ivica Olic einiges vornahm. Die Hausherren störten die Kölner schon früh beim Spielaufbau und spielten nach Ballgewinnen den Ball schnell ins letzte Drittel, wo der 35-jährige Kroate auf seine Chancen lauerte. Die Gäste begingen zunächst zu viele Fehler im Aufbauspiel, gewannen nach und nach allerdings an Sicherheit dazu und verringerte durch die seltener werdenden Ballverluste die schnellen Umschaltmomente im Spiel der Gastgeber. Stögers Mannschaft kombinierte über weite Phasen der Partie gut und erzeugte durch die schnellen und gut ausgeführten Konter immer wieder Gefahr. Kevin Wimmer zeigte im Abwehrzentrum zusammen mit Dominic Maroh eine souveräne Leistung und legte schnell die Anfangsnervosität ab. Je länger das Spiel dauerte, umso weniger wurde der Abwehrspieler gefordert, denn der HSV machte sich aufgrund von individuellen Fehlern das Leben selbst schwer und wirkte gegen die gut eingestellten Kölner einfallslos.

Kevin Wimmer gewann 14 seiner 21 Zweikämpfe (66,7%), wobei er insbesondere in der Luft kaum zu bezwingen war. Bei Kopfballduellen ging er in 80% aller Fälle als Gewinner aus dem Duell hinaus, wobei er zentrumsnah sogar jeden einzelnen Kopfball für sich entschied. Von 62 Pässen kamen 76% bei seinen Mitspielern an, obwohl er viele weite Bälle nach vorne schlug, die allerdings ebenfalls oft einen Kölner Abnehmer fanden. Er klärte den Ball zweimal aus dem eigenen Strafraum, blockte einen Schuss ab und wurde zweimal gefoult, während er selbst nur einmal zu einem unfairen Mittel greifen musste. Man konnte gut beobachten, dass Maroh und Wimmer zu einem gut eingespielten Duo in der Abwehrzentrale gereift sind und hinten souverän und abgebrüht agieren. Der HSV stellte nach dem überstandenen Schwung in der Anfangsphase allerdings auch nicht die härteste Prüfung dar. Der kicker bewertete Wimmer mit einer 2,5, sportal.de gab dem österreichischen Innenverteidiger eine 3.

Durch seine starken Leistungen weckte Kevin Wimmer das Interesse von ausländischen Top-Vereinen. Die Tottenham Hotspurs wollten den Abwehrspieler schon im Winter verpflichten, doch der FC Köln will ihn frühestens im Sommer ziehen lassen. Ein Abgang in der Winterpause kommt demnach für Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle nicht in Frage. Sollte Kevin Wimmer seine Formstärke bis zum Sommer prolongieren, wird der 1. FC Köln jedoch sicherlich Angebote bekommen, die nur schwer abzulehnen sind. Wimmers Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2019.

Am Mittwoch wird der FC Köln alles daran setzen, auch zu Hause drei Punkte einzufahren. Mit dem VfB Stuttgart kommt der Vorletzte der Tabelle ins RheinEnergieStadion.

1. FSV Mainz 05 – SC Paderborn   5:0

Auch der 1. FSV Mainz 05 hätte sich keinen besseren Auftakt wünschen können, denn Julian Baumgartlinger und seine Mannschaft feierten einen 5:0-Kantersieg gegen den SC Paderborn, der anfangs noch brav mitspielte, am Ende jedoch Auflösungserscheinungen an den Tag legte. Die Mainzer Fans feierten einen langersehnten Sieg, denn ihre Mannschaft wartete bereits seit neun Spieltagen auf einen vollen Erfolg! Der SC Paderborn hingegen kassierte in der Bundesliga die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte und wartet nun selbst bereits seit acht Runden auf einen Sieg. Überragender Spieler des Tages war Yunus Malli, der so wie der Kölner Marcel Risse seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga erzielte und der Drahtzieher in der Offensive der Mainzer war. Nach dem zweiten Gegentreffer war der Widerstand der Gäste gebrochen, die durch ihr katastrophales Umschaltspiel nach Ballverlusten drei weitere Treffer hinnehmen mussten.

Julian Baumgartlinger begann im 4-2-3-1-System neben Johannes Geis im defensiven Mittelfeld und absolvierte bis zu seiner Auswechslung in der 80. Minute eine recht souveräne, wenn auch unauffällige Partie, was auf dieser Position jedoch kein schlechtes Zeichen sein muss. Er arbeitete viel für seine Mannschaft und lief in den 80 Minuten 10,99 Kilometer. Er legte wie gewohnt einen großen Einsatz an den Tag, machte die meisten Tacklings innerhalb seines Teams (5) und gewann die meisten Kopfballduelle (7). Seine Zweikampfbilanz könnte dennoch besser ausfallen, denn er entschied nur 15 seiner 33 Duelle für sich (45,5%). Immerhin fing er einen gegnerischen Pass ab und kann auch in der Offensive einen Torschuss und einen Torschuss-Assist vorweisen. Insgesamt darf der Mittelfeldspieler mit seiner Leistung aber durchaus zufrieden sein – der kicker gab ihm die Note 3, sportal.de eine 3,5.

Bereits morgen geht es für die Mainzer in der Bundesliga weiter, denn es wartet das Auswärtsspiel gegen Hannover 96 auf Baumgartlinger und Co.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger