In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 19. Spieltag 2014/15 –  Kevin Wimmer weiterhin souverän im Kölner Abwehrzentrum
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BundesligaIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Aufgrund der englischen Woche waren unsere Legionäre auch am Dienstag und Mittwoch in der deutschen Bundesliga im Einsatz. Wir wollen die Leistungen in einem Kurzüberblick analysieren.

1. FC Köln – VFB Stuttgart 0:0

Fünf Siege auswärts, nur ein voller Erfolg zu Hause. Der 1. FC Köln wollte gegen den VfB Stuttgart zeigen, dass die Mannschaft auch vor heimischem Publikum drei Punkte holen kann, kam aber gegen die Schwaben nicht über ein 0:0 hinaus. Die Truppe von Coach Peter Stöger trennte sich bereits zum fünften Mal in dieser Saison mit einem 0:0-Unentschieden, was den Ligahöchstwert darstellt. Außergewöhnlich ist zudem, dass in den letzten 17 Partien zwischen diesen beiden Mannschaften keines der beiden Teams einen Heimsieg feiern durfte, was eine einmalige Serie in der Bundesliga ist. Die Kölner müssen jedoch mit dem einen Punkt zufrieden sein, denn der VfB präsentierte sich als die initiativere Mannschaft, während die Hausherren nicht viel für den Unterhaltungswert beitrugen. Erst gegen Ende des Spiels riskierte Peter Stögers Mannschaft etwas mehr und kam zu einigen Möglichkeiten. Insgesamt aber ein zu vorsichtiger Auftritt, den die Gäste aber nicht bestrafen konnten.

Bei der Heimmannschaft begannen Kevin Wimmer und Dominic Maroh im Abwehrzentrum und die beiden erledigten ihre Aufgabe gewohnt souverän. Während Maroh im Spielaufbau eine gute Figur macht, glänzte Kevin Wimmer in erster Linie mit seinem Zweikampfverhalten. Der österreichische Nationalspieler gewann 11 seiner 14 Duelle (78,6%) und fing zudem drei gegnerische Pässe ab. Er klärte zudem öfter als jeder andere Spieler Bälle aus dem eigenen Strafraum (6) und bereitete einmal einen Torschuss eines Mitspielers vor. Wimmer kam auf 60 Ballkontakte und spielte 50 Pässe, von denen 86% bei seinen Teamkollegen ankamen. Insgesamt eine erneut starke Leistung des Innenverteidigers, die auch die Interessenten aus dem Ausland mitbekommen haben werden. Der kicker bewertete ihn mit der Note 3, sportal.de gab ihm eine 2,5.

Auf der Seite der Gäste begannen mit Martin Harnik und Florian Klein zwei ÖFB-Legionäre. Martin Harnik agierte abermals als Solospitze und fand, so wie zuletzt gegen Borussia Mönchengladbach, nur wenige Chancen vor. Wie immer absolvierte er ein großes Laufpensum und bewältigte bis zu seiner Auswechslung in der 87. Minute knapp zwölf Kilometer. Er wurde oft in Zweikämpfe verwickelt, bei denen er besonders in der Luft gegen die starken Kölner Innenverteidiger meist das Nachsehen hatte. Einmal testete er mit einem starken Distanzschuss den aufmerksamen Keeper Timo Horn, der den Versuch jedoch gut parierte. Dies sollte jedoch der der einzige Torschuss des Österreichers bleiben, der ansonsten noch zwei Torschuss-Assists beisteuerte. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben Martin Harnik die Note 4.

Florian Klein begann wie am Wochenende wieder im rechten Mittelfeld und tat diesmal ein wenig mehr für die Offensive, wobei nur wenig Konkretes dabei herauskam. Er brachte zwar fast alle Bälle an den Mann, hätte aber in der einen oder anderen Szene mehr Risiko gehen können, um vielversprechendere Chancen herauszuholen. Insgesamt kam Klein auf nur 31 Ballkontakte und spielte 27 Pässe, von denen 89% bei seinen Mitspielern ankamen. Er gewann nur 3 seiner 14 Duelle und kommt somit auf den schwachen Wert von 21,4% gewonnen Zweikampfduellen. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor und bereitete keinen einzigen Schussversuch seiner Mitspieler vor. Der kicker gab ihm dennoch eine gut gemeinte 3, sportal.de bewertete ihn mit einer 4.

FC Bayern München – FC Schalke 04  1:1

Nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg konnte der FC Bayern München auch das zweite Spiel der Rückrunde nicht für sich entscheiden. Jerome Boateng sah nach einer Notbremse schon in der 17. Minute die rote Karte, Eric Maxim Choupo-Moting vergab jedoch den darauffolgenden Elfmeter, den er viel zu lässig schoss. Robben brachte die Hausherren in der 67. Minute in Führung, ehe Benedikt Höwedes nur fünf Minuten später der Ausgleich glückte. Das 1:1-Unentschieden bedeutet den ersten Punkteverlust der Bayern vor heimischem Publikum in der laufenden Bundesligasaison.

David Alaba begann links in der Abwehr-Dreierkette und absolvierte eine recht souveräne Partie, wobei er nicht den gleichen Offensivdrang an den Tag legte, wie zuletzt gegen den VfL Wolfsburg. Erst in den letzten 15 Minuten schaltete er sich einige Male ins Offensivgeschehen ein. Ansonsten machte er in der Defensive einen guten Job, gewann acht seiner elf Duelle (72,7%), fing einen gegnerischen Pass ab und klärte zweimal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Alaba kam auf 93 Ballkontakte und spielte 82 Pässe, von denen starke 93% ankamen. Er absolvierte 11,1 Kilometer Laufdistanz und kam auf die viertmeisten Sprints (20) und zweitmeisten intensiven Läufe (83) innerhalb seiner Mannschaft. Der kicker gab ihm die Note 4, sportal.de eine glatte 3.

Christian Fuchs konnte nicht an seine tolle Leistung gegen Hannover 96 anschließen. Er hatte auf seiner Seite immer wieder Probleme mit Weltklassespieler Arjen Robben und konnte auch in der Offensive keine nennenswerten Akzente setzen. Während er in der vergangenen Runde neben dem Assist zahlreiche weitere Chancen seiner Mitspieler vorbereitete, brachte er diesmal weder einen Torschuss, noch einen Torschuss-Assist zu Stande. Auch seine Zweikampfbilanz sollte auf seiner Position besser aussehen, denn er entschied nur 16 seiner 39 Duelle für sich (41%). Fuchs war 69 Mal am Ball und spielte 49 Pässe, von denen 71% bei seinen Mitspielern ankamen. Natürlich ist es nie einfach gegen die starken Bayern-Gegenspieler gut auszusehen, nach seiner tollen Leistung in der Vorrunde, durfte man sich jedoch ein wenig mehr erhoffen. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem Schalke-Legionär die Note 4,5.

Hannover 96 – 1. FSV Mainz 05 1:1

Auch unser drittes Spiel mit Österreicher-Beteiligung endete mit einem Unentschieden. Nach dem 5:0-Heimsieg gegen den SC Paderborn teilten die Mainzer bereits zum zehnten Mal in dieser Saison die Punkte. Die Hausherren diktierten in den ersten 45 Minuten das Spielgeschehen, aufgrund der Leistungssteigerung der Gäste ging das Unentschieden jedoch letztendlich in Ordnung.

Julian Baumgartlinger absolvierte im defensiven Mittelfeld neben Johannes Geis eine gelungene Partie und präsentierte sich lauffreudig und zweikampfstark. Der Mittelfeldmotor der Mainzer absolvierte mit einem Laufpensum von 12,43 Kilometer die größte Laufdistanz aller Spieler. Baumgartlinger kam auf 60 Ballkontakte und spielte 41 Pässe, von denen starke 93% ankamen. Er bereitete zudem fünf Torschüsse seiner Mitspieler vor und gewann 12 seiner 21 Zweikämpfe (57,1%). Der kicker bewertete ihn mit der Note 3, sportal.de gab ihm eine 3,5.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger