In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 20. Spieltag 2014/15 (Teil 2) – Zlatko Junuzovic verwandelt zum vierten Mal in dieser Saison einen Freistoß
Pin It

Zlatko Junuzovic (SV Werder Bremen)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks betrachteten wir die Leistungen von David Alaba, Martin Harnik und Florian Klein. Heute wollen wir uns Zlatko Junuzovic und Christian Fuchs widmen, die gegen starke Gegner ein Erfolgserlebnis feiern durften.

SV Werder Bremen – Bayer Leverkusen   2:1

Der SV Werder Bremen gewann das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 2:1 und feierte damit den vierten Sieg in Folge. Auf so eine Serie warten die Fans schon seit fünf Jahren und dass Werder die ersten drei Spiele zum Auftakt der Frühjahrsaison für sich entschied ist sogar schon elf Jahre her. Trainer Viktor Srkipnik sorgte für den Umschwung, der Coach sammelte 22 Punkte in 11 Partien, wobei die Bremer 16 von 18 möglichen Punkten vor heimischem Publikum einfuhren. Bayer Leverkusen verlor die vierte Partie in dieser Saison, wobei alle Niederlagen in Auswärtsspielen zustande kamen. Wie sich die Werder-Serie auf die Tabellensituation auswirkt, kann man an dieser Grafik erkennen:

Ooops, he did it again: Zlatko Junuzovic verwandelte in der 29. Minute seinen bereits vierten Freistoß in dieser Saison und ist damit in der deutschen Bundesliga der alleinige Spitzenreiter in dieser Wertung. Der Treffer markiert auch einen neuen persönlichen Saisonrekord, denn der österreichische Nationalspieler brachte es noch nie auf vier Meisterschaftstore innerhalb einer Saison in der deutschen Bundesliga. Hier könnt ihr euch seinen tollen Treffer noch einmal ansehen.

Nach der Partie gab sich der Werder-Mittelfeldspieler ein wenig selbstkritisch und sagte, dass er trotz seines Treffers noch nicht das Gefühl habe, in Höchstform zu agieren. Aufgrund einer Grippe verpasste er Teile der Vorbereitung und fühlt sich momentan noch nicht in der Verfassung, die er am Ende der Hinrunde an den Tag legte. Junuzovic begann diesmal im zentralen offensiven Mittelfeld und hatte bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute durchaus gute und kreative Ideen. Er zeigte immer wieder sein tolles Spielverständnis und setze seine Vorderleute in einigen Szenen gut ein. Die Selbstkritik hat sich wohl in erster Linie auf sein Zweikampfverhalten bezogen, denn der Österreicher gewann nur 6 seiner 21 Duelle (28,6%), was auch für diese offensive Spielposition zu wenig ist. Weiters wird er auch mit seiner Passquote hadern, da er nur 59% seiner 22 Zuspiele an den Mann brachte. Junuzovic schoss zweimal aufs Tor, schlug zwei Flanken und steuerte einen Tor-Assist bei. Dem kicker und sportal.de gefiel trotz der vereinzelten Kritikpunkte seine Leistung – er erhielt von beiden Magazinen die Note 2,5.

Wie es mit Junuzovic und Werder Bremen weitergehen wird, soll sich übrigens noch diese Woche entscheiden. Die Bremer versuchen alles, um den österreichischen Nationalspieler zu einer Verlängerung zu bewegen und gehen dafür laut Geschäftsführer Eichin finanziell bis an die Schmerzgrenze.

FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach   1:0

Der FC Schalke 04 kann doch noch gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen. Nach drei Niederlagen gegen die Fohlen feierte die Mannschaft von Christian Fuchs wieder einmal einen Sieg gegen Lucien Favres Team und zog in der Tabelle nicht nur am Gegner, sondern auch am FC Augsburg und Bayer Leverkusen vorbei, was gleichbedeutend mit Platz 3 ist. Die Gäste, bei denen Martin Stranzl verletzungsbedingt aussetzen musste, hatten zwar weit mehr Ballbesitz, konnten mit diesem allerdings nur wenig anfangen, da die perfekt gestaffelte Schalke-Mannschaft im ganzen Spiel nur drei Torszenen zuließ.

Schalke agierte im Zentrum abermals mit einer Abwehr-Dreierkette, bei der auch Neuzugang Nastasic zum Zug kam und einen starken Eindruck hinterließ. Christian Fuchs und Atsuto Uchida sicherten die Flanken ab, wobei der österreichische Nationalspieler den besseren Eindruck auf seiner Seite hinterließ. Der Japaner gewann nur zwei seiner elf Zweikämpfe (18,2%) und brachte nur 54% seiner Zuspiele an den Mann. Christian Fuchs entschied immerhin 11 seiner 20 Duelle für sich (55%) und hatte innerhalb seiner Mannschaft die meisten Ballkontakte (57). Von seinen 37 Zuspielen landeten 73% bei seinen Mitspielern. Er fing die zweitmeisten gegnerischen Pässe ab (3), wobei man hier Benedikt Höwedes erwähnen muss, der mit acht Interceptions einen extrem hohen Wert in dieser Kategorie erreichte. Zu Beginn hatte Fuchs noch einige kleinere Schwierigkeiten mit seinen Gegenspielern, doch im Laufe des Spiels wurde er immer solider und erledigte seine Defensivaufgaben souverän. Im Spiel nach vorne hätte man von ihm ein wenig mehr erwarten können, denn obwohl er die meisten Ballkontakte innerhalb seiner Mannschaft hatte, gelang es ihm nur selten, Angriffe über seine Seite einzuleiten. Insgesamt schoss Fuchs einmal aufs gegnerische Tor und schlug eine Flanke. Bemerkenswert ist jedoch die für seine Verhältnisse hohe Laufdistanz von zwölf Kilometern. Alles in allem absolvierte er eine souveräne Partie, was auch der kicker und sportal.de so sahen, die ihm die Note 3,5 gaben.

Stefan Karger, www.abseits.at

Pin It

Stefan Karger