In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 30. Spieltag 2014/15 (Teil 1) –  Tor und Assist von Martin Harnik gegen den SC Freiburg zu wenig
Pin It

Martin HarnikIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil des Leistungschecks blicken wir auf die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg, bei der Florian Klein und Martin Harnik am rechten Flügel der Gastgeber zum Zug kamen. Trotz einer 2:0-Führung, bei der Martin Harnik einen Assist und einen Treffer beisteuerte, reichte es am Ende, wie schon so oft in dieser Saison, nicht für einen Sieg, da Stürmer Nils Petersen einen Doppelpack für die Gäste beisteuerte, die am Ende einen Punkt mit nach Hause nahmen.

VfB Stuttgart – SC Freiburg   2:2

Im Kampf gegen den Abstieg versäumte es der VfB Stuttgart trotz einer 2:0-Führung gegen die Gäste aus dem Breisgau den Sack am Ende zuzumachen. In den ersten 45 Minuten waren die Gastgeber die klar tonangebende Mannschaft, was auch die Statistik bestätigt: Der VfB schoss neunmal aufs gegnerische Tor, die Gäste kamen auf drei Versuche. In den zweiten 45 Minuten änderte sich das Bild, elf Torschüsse der Freiburger, stehen nur zwei der Hausherren gegenüber. Nach Wiederanpfiff hatte Freiburg 66% Ballbesitz, in der ersten Hälfte waren es bloß 44%, was zwar natürlich auch an der gelb-roten Karte liegt, die Linksverteidiger Adam Hlousek in der 66. Minute kassierte – dennoch ist der Leistungsabfall in diesem Ausmaß unverständlich.

Der VfB holte somit in 15 Heimspielen nur 13 Punkte und hat von allen Teams die schlechteste Heimbilanz. Dem SC Freiburg gelang es das erste Mal seit knapp elf Jahren einen 2:0-Rückstand in einem Auswärtsspiel in der Bundesliga zu egalisieren. Aufgrund des 3:2-Siegs des Hamburger SVs gegen den FC Augsburgs bilden nun die Schwaben das Tabellenschlusslicht, wobei noch nicht alles verloren ist, da der 14. Platz nur drei Punkte entfernt ist.

Martin Harnik spielte eine starke erste Hälfte, bereitete den ersten Treffer von Daniel Ginczek in der 24. Minute vor und erzielte nur drei Minuten später das zweite Tor. Da Florian Klein zumindest im ersten Durchgang in der Defensive alles im Griff hatte, konnte er sich auf seine Offensivqualitäten konzentrieren, wobei er dennoch auch viel für seine Mannschaft arbeitete. Insgesamt absolvierte der österreichische Nationalspieler 11,9 Kilometer Laufdistanz, womit er von allen Akteuren die weitesten Wege zurücklegte. Harnik hat zudem bei den Sprints (36) und intensiven Läufe (84) ebenfalls die Nase vorne. Selbst bei den Zweikämpfen weist er eine positive Bilanz auf, da er 19 seiner 36 Duelle für sich entschied (52,8%), was insbesondere angesichts seiner offensiven Ausrichtung ein guter Wert ist. Seine Torgefährlichkeit ließ er dann aber in der zweiten Hälfte leider komplett vermissen, denn er hatte nach einem tollen Maxim-Pass das wohl alles entscheidende 3:0 am Fuß, ließ die Chance aber ungenutzt. Trotz seines Treffers und seines Assists bekam er daher vom kicker eine strenge 3,5, die die Leistung aus der ersten Halbzeit leider nicht widerspiegelt. Sportal.de bewertete ihn mit einer 2,5.

Auch Florian Klein machte im ersten Durchgang eine bessere Figur und ließ in den ersten 45 Minuten nichts anbrennen. Trotz der offensiven Ausrichtung seines Vordermannes Martin Harnik hatte er in der Defensive am rechten Flügel alles im Griff und ließ sich nichts zu Schulden kommen – zumindest in den ersten 45 Minuten. Auch danach verschuldete er keinen der beiden Gegentreffer, ließ sich aber von der unnötigen Nervosität seiner Mannschaftskollegen anstecken und wirkte verglichen mit dem ersten Durchgang weit weniger souverän. Mit seiner Zweikampfbilanz wird er ebenfalls nicht zufrieden sein, da er nur acht seiner 18 Duelle für sich entschied (44,4%). In der Offensive hatte der Rechtsverteidiger zudem überhaupt keine nennenswerten Szenen und weist weder einen Schuss, noch eine Flanke, oder einen Torschuss-Assist auf. In der ersten Hälfte konzentrierte er sich fast ausschließlich auf die Defensive, was aber in Ordnung war, da Martin Harnik ohnehin für viel Schwung auf seiner Seite sorgte und die notwendige Absicherung benötigte. Gegen Ende des zweiten Durchgangs sah man bei den Gastgebern ohnehin kaum ein konstruktives Aufbauspiel und es galt den Vorsprung über die Zeit zu bringen – was aber schlussendlich leider nicht gelingen sollte.

Die Aufgabe wird kommendes Wochenende nicht einfacher werden, denn mit dem FC Schalke 04 wartet ein Verein, der aufgrund der schwachen Ergebnisse der letzten Runden ebenfalls unter Zugzwang steht und um einen Platz in Europa kämpfen muss.

Stefan Karger, www.abseits.at

Pin It

Stefan Karger