Der SV Darmstadt 98 entführte am zweiten Spieltag der deutschen Bundesliga einen Punkt aus Gelsenkirchen. Die Mannschaft von Dirk Schuster zeigte eine disziplinierte und... Darmstadt trotzt Schalke Unentschieden ab | Gelungenes Debüt für György Garics
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György Garics (FC Bologna)Der SV Darmstadt 98 entführte am zweiten Spieltag der deutschen Bundesliga einen Punkt aus Gelsenkirchen. Die Mannschaft von Dirk Schuster zeigte eine disziplinierte und kampfbetonte Leistung, die am Ende durch ein 1:1-Unentschieden gegen den hohen Favoriten belohnt wurde. Aus österreichischer Sicht interessiert uns natürlich die Leistung von Rechtsverteidiger György Garics, der erst vor einer Woche zu seinem neuen Verein stieß und das Vertrauen seines Trainers mit einer ordentlichen Leistung zurückzahlte.

Die beiden Teams trafen in der Bundesliga erst zweimal aufeinander, was aber schon etwas länger zurückliegt. In der Saison 1978/79 setzten sich die Knappen zweimal gegen Darmstadt durch, womit sich die Lilien nun über den ersten Punktegewinn gegen den FC Schalke in der Bundesliga freuen durften. Die Hausherren waren zwar klar spielbestimmend und überlegen, kamen insgesamt auf 70% Ballbesitz und schossen 21 Mal aufs gegnerische Tor, während Darmstadt nur neun Torabschlüsse verzeichnete. Die Gäste leisteten sich zudem zahlreiche Fehlpässe, nur 52% aller Zuspiele kamen bei den Mitspielern an. Ihre Stärken spielten sie aber im Spiel gegen den Ball aus. Die Viererabwehrkette war gut organisiert, die Spieler davor betrieben einen großen Aufwand und zeigten viel Herz gegen den drückenden Gegner. Die 61.565 Zuschauer sahen zwei neue Rechtsverteidiger, denn neben György Garics debütierte auch Schalke-Abwehrspieler Junior Caicara.

Seit Donnerstagabend spielte Trainer Dirk Schuster mit dem Gedanken, den österreichischen Abwehrspieler schon gegen den FC Schalke in die Startaufstellung zu nominieren. Nach der Verpflichtung des Rechtsverteidigers betonte der Coach, dass der Aufsteiger nun erfahrene Spieler wie ihn benötigt und er verwies auf die knappen 200 Serie-A-Einsätze des Österreichers. Die Entscheidung ihn tatsächlich von Beginn an zu bringen fiel dann am Samstag, als sich der Schuster mit seinem Co-Trainer Sascha Franz während der Laufeinheiten austauschte. Sie gaben Garics den Vorzug gegenüber dem unerfahreneren Florian Jungwirth, der jedoch in der ersten Runde ebenfalls eine ordentliche Leistung zeigte und in Zukunft sicherlich Druck auf Garics erzeugen wird.

Wie bereits oben hatte Darmstadt massive Probleme bei eigenem Ballbesitz. Viele Fehlpässe prägten das Spiel, die Hausherren gelangten schnell in Ballbesitz, was zu einer kuriosen Statistik führte. Lediglich drei Akteure der Gäste spielten mehr als zehn Pässe aus dem Spiel heraus! Die beiden defensiven Mittelfeldspieler Jerome Gondorf und Peter Niemeyer kamen auf 21 bzw. 19 Zuspiele, der rechte Mittelfeldspieler Marcel Heller spielte elf Pässe. Jeder dieser drei Akteure brachte zudem weniger als die Hälfte der Zuspiele an den Mann. György Garics hält den Minus-Rekord in dieser Statistik, denn in 90 Minuten spielte er nur viermal den Ball weiter, wobei zwei Zuspiele bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Nach dem Spiel meinte er, dass es ein Desaster geworden wäre, wenn seine Mannschaft versucht hätte mit Schalke Fußball zu spielen. Es stieß vielen Schalke-Fans zudem sauer auf, dass sich Darmstadt viel Zeit ließ, die Spieler oft am Boden lagen und viele Unterbrechungen die Partie auf diese Weise prägten. Schön anzusehen war die Spielweise nicht wirklich, doch am Ende zählt für Darmstadt wohl nur der Punktegewinn.

Positiv bewerten muss man das Zweikampfverhalten des Österreichers. In der Defensive ging er meist kompromisslos zur Sache, obwohl er keinen leichten Stand gegen Julian Draxler hatte, der ihm auf seinem Flügel das Leben schwer machte und der beste Akteur am Platz war. Einige Male hatte er so seine Schwierigkeiten mit dem 21-Jährigen, etwa beim 1:1-Ausgleich, der aber eine der ganz seltenen Szenen war, in denen die Hintermannschaft nachlässig vorging. Schalke führte einen Outeinwurf auf dem rechten Flügel schnell aus, Franco Di Santo konnte einen scharfen, flachen Pass in die Mitte anbringen, wo György Garics Julian Draxler nicht mehr am Abschluss hindern konnte. Ansonsten blieb Garics in seinen Zweikämpfen zumeist Sieger, denn er entschied 9 seiner 13 Duelle für sich (69,2%). Garics fing einen gegnerischen Pass ab und klärte den Ball sieben Mal aus dem eigenen Strafraum. Der kicker bewertete den Neuzugang mit der Note 3, sportal.de gab ihm eine 4.

Am kommenden Samstag empfängt der SV Darmstadt 98 die TSG Hoffenheim, die gegen den FC Bayern München am Wochenende den Rekord für das schnellste Bundesligator einstellte.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger