Was geschah am 14. Spieltag der deutschen Bundesliga? Wir fassen die Ereignisse für euch zusammen! Ingolstadt ringt Leipzig nieder – Bayern wieder an der... Der 14. Spieltag in Deutschland: Wechsel an der Tabellenspitze – Bewegung im Abstiegskampf

BundesligaWas geschah am 14. Spieltag der deutschen Bundesliga? Wir fassen die Ereignisse für euch zusammen!

Ingolstadt ringt Leipzig nieder – Bayern wieder an der Tabellenspitze

Markus Kauczinski war in Ingolstadt wohl einfach zu falschen Zeit am falschen Ort. Der gebürtige Westfale schaffte es während seiner Amtszeit nicht, der Mannschaft seine Idee vom Fußball erfolgreich näher zu bringen. Eine taktische Kohärenz gab es eigentlich nie. Das mochte auch daran gelegen haben, dass der Kader der „Schanzer“ noch auf das extreme Pressingsystem seines Vorgängers Ralph Hasenhüttl ausgelegt war. Dieses scheint der neue Trainer Maik Walpurgis, gepaart mit der gewissen Aggressivität und Galligkeit, die das Spiel der Niederbayern letzte Saison ebenfalls kennzeichnete, nun erfolgreich wiedereingeführt zu haben. Mit dieser Herangehensweise holte Walpurgis bereits sieben Punkte in vier Spielen.

Der überraschende 1:0-Erfolg (Torschütze: Roger) über Ex-Trainer Hasenhüttl und dessen jetzige Mannschaft, basierte letztendlich auf den bereits angesprochenen Grundtugenden, mit denen die Ingolstädter den Sachsen den Schneid abkauften und deren Spiel nie zur Entfaltung kommen ließen. Offensiv fanden die „Bullen“, trotz hoher Ballbesitzwerte, nur selten statt. Dabei ging der FCI zwar in der Zweikampfführung sehr hart, aber nie unfair vor. Trotzdem kam es in einer hektischen Schlussphase zu einer Rudelbildung, während derer drei gelbe und eine gelbrote Karte (Matthew Leckie) verteilt wurden.

RB blieb damit das erste Mal in der Bundesliga ohne eigenen Torerfolg und verlor die Tabellenführung. Mit dem Sieg über Leipzig gelang den Schanzern nicht nur ein Big Point im Abstiegskampf, sondern auch der erste Erfolg eines Tabellenletzten über den Spitzenreiter seit 2011.

Besonders gefreut haben dürfte sich der FC Bayern über die Leipziger Niederlage. Aufgrund eines nie gefährdeten 5:0 gegen den VfL Wolfsburg stehen die Münchner nun wieder an der Position, die für den Verein quasi als kategorischer Imperativ gilt: die Tabellenspitze.

Ganz findige Beobachter könnten nun die Uli-Hoeneß-Tabelle heraus kramen. Diese würde zeigen, dass seit Hoeneß` Wiederwahl zum Präsidenten alle vier Pflichtspiele gewonnen wurden. Gegen ein erneut extrem harmloses und verunsichertes Wolfsburg hätte es diesen deus ex machina – Einfluss aber gar nicht bedurft. Neben zwei Treffer des überragenden Robert Lewandowski, konnte sich nun endlich auch Thomas Müller mit seinem ersten Bundesligatreffer in dieser Saison in die Torschützenliste eintragen. Die weiteren Treffer erzielten Arjen Robben und der eingewechselte Douglas Costa.

Die Bayern waren in allen Belangen überlegen und bestätigten ihre aufsteigende Formkurve der letzten Spiele. In puncto Ballbesitz wies man 68 Prozent aus, bei den Schüssen stand am Ende ein Verhältnis von 19:6 pro FCB und eine Passquote von 89 Prozent. Für Gegner Wolfsburg hingegen, bei dem Julian Draxler erneut nicht im Kader war, werden die Aussichten immer düsterer.

Hamburg im Aufwind

Trotz der vereinsinternen Posse um die Zukunft von Dietmar Beiersdorfer –mittlerweile ist es offiziell, dass der Franke seines Amtes als Vorstandsvorsitzender enthoben wurde und Heribert Bruchhagen ab sofort übernimmt –  gelang dem HSV ein 1:0-Heimsieg über den FC Augsburg. Dank einer kämpferisch tadellosen Leistung, verlassen die Hanseaten zunächst die direkten Abstiegsplätze. Die HSV-Akteure liefen dabei fast vier Kilometer mehr als Augsburg und hatten eine Zweikampfquote von 56 Prozent.

Nichtsdestotrotz lieferte der HSV spielerisch eine sehr dürftige Partie ab und hat auch weiterhin ein Disziplinproblem: der Platzverweis von Lewis Holtby war bereits der vierte in dieser Saison – Bundesliga-Höchstwert. Das dies den Augsburgern nicht zum Vorteil gereichte lag an der extrem harmlosen Offensive – seit mehreren Wochen fehlen in diesem Mannschaftteil einige Leistungsträger verletzungsbedingt – und daran, dass Dominik Kohr über die gesamte Dauer seines Einsatzes praktisch um einen Platzverweis bettelte, was folgerichtig zur gelbroten Karte in der 66. Minute führte. Nur zwei Minuten später erzielte dann Filip Kostic das Tor des Tages für die Hamburger, die damit zum ersten Mal im Kalenderjahr 2016 zwei Spiele in Folge gewinnen konnten.

Short Notes

Die Sache mit der Konstanz: Erneut gelang es Borussia Dortmund nicht, einem guten Champions-League– Auftritt einen Sieg in der Bundesliga folgen zu lassen. Aufgrund des 1:1 bei aufopferungsvoll kämpfenden Kölnern, verpasste es der BVB, den Abstand auf Leipzig zu verkürzen. Zwar war man erneut die dominierende Mannschaft, musste aber auch erneut ein relativ simples Tor nach einem Standard hinnehmen (Torschütze: Artjom Rudnevs). Immerhin reichte es noch zum Last-Minute-Ausgleich durch Marco Reus.

Darmstadt im freien Fall: Nach der längst überfälligen Trennung von Trainer Norbert Meier, war im Spiel der Lilien gegen den SC Freiburg unter Interimstrainer Ramon Berndroth zwar eine Rückkehr zu alten Tugenden zu erkennen, trotzdem mussten die Südhessen beim 0:1 erneut eine Niederlage – die bereits sechste in Folge –  hinnehmen. Das Tor des Tages erzielte Nils Petersen per Foulelfmeter kurz vor Ende der Partie

Dämpfer für Berlin: Hertha erlebte bei der verdienten 0:1-Heimniederlage gegen spielerisch immer besser werdende Bremer einen mehr als gebrauchten Tag. Nach vorne fehlte das Tempo und Zielstrebigkeit, während man sich in der Verteidigung durch einen individuellen Fehler von Nico Schulz das Gegentor praktisch selbst einschenkte. Nutznießer des kapitalen Bocks war der Bremer Max Kruse.

Das Duell der Enttäuschten: Bereits ab der vierten Minute mussten die Schalker das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen in Unterzahl bestreiten: Naldo kassierte nach einer Notbremse an Chicharito die rote Karte. Davon ließen sich die Knappen aber nicht beeindrucken und kontrollierten die Partie über weite Strecken sogar. Das Tor des Tages erzielte aber ein Leverkusener: Stefan Kießling sorgte für den letztendlich sehr glücklichen 1:0 – Erfolg der Werkself. Damit traf der Ex-Nationalspieler nun in jeder seiner elf Bundesliga Saisons für Bayer mindestens einmal.

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Eintracht Frankfurt 0:0 TSG 1899 Hoffenheim

Eintracht Frankfurt ist seit acht Bundesliga-Spielen ungeschlagen (vier Siege, vier Remis). Das ist die längste Serie seit zehn Jahren, als noch Friedhelm Funkel Trainer war.

Frankfurt war dem Sieg nach der Pause mit sieben Torschüssen deutlich näher als die Gäste, die ohne Abschluss blieben. Eine Hoffenheimer Spielhälfte ohne Torschuss hatte es zuvor nur im April 2010 bei einem 1:1 in Dortmund gegeben.

Zum achten Mal in dieser Saison spielten die Kraichgauer unentschieden und damit am häufigsten von allen Teams. Sie bleiben aber nach der Leipziger Niederlage das noch einzig ungeschlagene Team in dieser Saison.

Hoffenheim verlor letztmals Anfang Mai in der Fremde, baute den Vereinsrekord auf sieben Gastspiele in Folge ohne Niederlage aus (zwei Siege, fünf Remis) – 2016 kann nun mit zwei Heimspielen in Folge abgerundet werden – wobei der nächste Gegner Borussia Dortmund heißt.

Borussia Mönchengladbach 1:0 FSV Mainz 05

Nach acht Bundesliga-Spielen in Folge ohne Sieg schaffte Gladbach die Wende und verhindert den Absturz in die unmittelbare Abstiegszone.

Erstmals unter Trainer Martin Schmidt kassierte Mainz drei Bundesliga-Niederlagen hintereinander.

Andreas Christensen war erstmals in dieser Bundesliga-Saison an einem Tor beteiligt, bei dem Treffer überwand er seinen Landsmann Jonas Lössl.

Jean – Philippe Gbamin war gerade von seiner Gelb-Rot-Sperre zurückgekehrt und sah nun sofort wieder die Ampelkarte. Als ligaweit einziger Spieler in dieser Saison flog Gbamin zwei Mal vom Platz.

Punching Ball des Spieltages

Sandro Wagner: Dass Wagner das physische Spiel liebt, gerne austeilt, aber auch einstecken kann, ist in der Bundesliga mittlerweile bekannt. Einen solchen Abnutzungskampf wie gegen die Frankfurt-Defensive, dürfte aber auch der Zweikampf-erprobte Hüne selten erlebt haben. Den Höhepunkt der Scharmützel und Auseinandersetzungen bildete der Ellbogenschlag von Eintracht-Verteidiger David Abraham ins Gesicht Wagners, der eigentlich zwingend Rot hätte nach sich ziehen müssen.

Ral, abseits.at