Wir lassen den 12. Spieltag der deutschen Bundesliga für euch Revue passieren. „Bäumchen wechsel dich – Galore“ in der Spitzengruppe Eine dermaßen ausgeglichene Spitzengruppe... Der zwölfte Spieltag in Deutschland: Dortmunder Inkonstanz – Nichts neues im Abstiegskampf
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Borussia Dortmund - Logo, Wappen_abseits.atWir lassen den 12. Spieltag der deutschen Bundesliga für euch Revue passieren.

„Bäumchen wechsel dich – Galore“ in der Spitzengruppe

Eine dermaßen ausgeglichene Spitzengruppe gab es in der Bundesliga lange nicht mehr. Hinter den beiden derzeitigen Topmannschaften Leipzig und Bayern hat sich ein enges Feld von Verfolgern formiert, die ihre Platzierungen nach jedem Spieltag munter austauschen.

Borussia Dortmund beispielweise stand vor dem Spiel in Frankfurt noch auf Platz drei –  die Eintracht wiederum auf dem siebten Rang. Dank einer erneuten starken Leistung in der Defensive und gnadenloser Effizienz in der Offensive kam Frankfurt zu einem überraschenden 2:1-Erfolg über den letztjährigen Vizemeister. Der BVB fand einfach keine Mittel gegen den massierten und disziplinierten Abwehrblock, den die SGE regelmäßig formiert.

Genau wie Rivale Bayern München hat die Borussia bisher noch nicht zu ihrem Spiel gefunden, was vielleicht auch an den zahlreichen Personal-Rochaden von Thomas Tuchel liegt, die aber auch teilweise aufgrund von Verletzungen unumgänglich waren. So fehlt es den Schwarzgelben einfach noch an Konstanz in ihren Leistungen. Was besonders auffällig ist: Tuchels Team fehlt in manchen Spielen die nötigen Verbindungsspieler, um die einzelnen Mannschaftteile sinnvoll zu verbinden, damit ein durchschlagendes Ballbesitzspiel aufgebaut werden kann. Trotz 68 Prozent Ballbesitz und einer Passquote von 80 Prozent, erspielten sich die Westfalen schlussendlich nämlich nur genau so viele Schüsse heraus, wie die deutlich defensiveren Frankfurter.

Diese können sich indessen auf ein System verlassen, das ihrem Spiel eine enorme Sicherheit gibt, aus der das Team von Niko Kovac auch in schwierigen Situationen Selbstbewusstsein ziehen kann. So steckte man auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Pierre-Emerick Aubameyang nicht auf – die 1:0-Führung hatte Szabolcs Huszti kurz nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte erzielt – und kam durch den eingewechselten Haris Seferovic noch zum nicht unverdienten Siegtreffer. Die Eintracht ist nun vierter, während der BVB nach dieser Niederlage nun sogar aus den internationalen Plätzen heraus fiel und nur noch auf Platz sieben rangiert.

Neben Frankfurt ist vor allem Hertha BSC der große Nutznießer der Dortmunder Inkonstanz. Dank zweier Treffer ihres Toptorjägers Vedad Ibisevic (näheres zum Verlauf des Abends vom Bosnier unter Achterbahn des Spieltages) drehten die Berliner das Heimspiel gegen Mainz und siegten am Ende mit 2:1. Letztendlich verdient, da man über die 90 Minuten in fast allen Belangen das bessere Team war. Die Führung für die Rheinhessen erzielte der 20-Jährige Debütant Aaron Seydel. Hertha ist nun dritter, Mainz neunter.

Die weiteren Mannschaften des Verfolgerfeldes, Köln und Hoffenheim, kamen in ihren Partien jeweils nur zu einem Unentschieden. Die TSG holte dabei ein 1:1 bei Borussia Mönchengladbach und bleiben damit die Remis-Könige der Liga. Gladbach war über weite Strecken des Spiels das bessere Team, zu mehr als dem einen Treffer durch Mahmoud Dahoud reichte es aber nicht. Dem Team vom bereits in der Kritik stehenden Andre Schubert, gelang somit auch im siebten Ligaspiel in Folge kein Sieg. Den Ausgleich für die Kraichgauer besorgte Talent Nadiem Amiri.

Köln hingegen kam zuhause gegen defensiv sehr starke Augsburger nicht über ein 0:0 hinaus und steht damit, punktgleich mit dem Sechsten Hoffenheim, auf Platz fünf der Bundesliga.

Keine Veränderungen im Abstiegskampf

Während es in der oberen Hälfte der Tabelle zu positionellen Veränderungen am laufenden Band kommt, scheint die Rangfolge im roten Bereich der Bundesliga derzeit festzementiert.

Gleich zwei direkte Duelle von aktuell abstiegsbedrohten Mannschaften hielt dieser Spieltag bereit. Der FC Ingolstadt deutete unter dem neuen Trainer Maik Walpurgis auch beim 1:1 daheim gegen Wolfsburg einen leichten Aufwärtstrend an, während die Wölfe eine erneut blutleere Vorstellung ablieferte. So resultierte dieser Punktgewinn der Mannschaft von Valerien Ismael – der ebenfalls an der Aufgabe zu scheitern droht, aus den zahlreichen Ich-AGs im Kader eine echte Einheit zu formen – vor allem aus dem Pech der Ingolstädter, die einen Elfmeter verschossen und zweimal das Aluminium trafen. Den hochverdienten Treffer von Anthony Jung, konnte der VfL dann aber durch Daniel Caligiuri doch noch ausgleichen. Wolfsburg bleibt damit 14., die Schanzer 17.

Auch Werder Bremen und der HSV verharren nach dem 2:2 im Nordderby auf ihrem jeweiligen Positionen. Eines der bis dato schwächsten Spiele der Saison deutet daraufhin, dass sich an dem Status quo der beiden Mannschaften auch sobald nichts ändern wird: Jeder aufgescheuchte Hühnerstahl bewegt sich strukturierter als die Defensive der beiden Teams. Nach vorne war vieles Zufall und folgte keinem sichtbaren Plan. Die beiden Tore auf Hamburger Seite erzielte der Österreicher Michael Gregoritsch – für Bremen trafen Fin Bartels und Serge Gnabry. Hamburg bleibt weiter sieglos, und damit letzter, während Werder weiterhin auf dem Relegationsplatz steht.

Die bisher noch schlechteren Leistungen der direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sind der einzige Grund, warum der SV Darmstadt 98 noch nicht abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz steht – sondern sich auch nach der deutlichen 1:3-Niederlage auf Schalke noch über dem berüchtigten Strich befindet. Spielte man in Südhessen in der letzten Saison unter Trainer Dirk Schuster ein System, dass genau auf die Fähigkeiten des Teams zugeschnitten war,  welches sehr diszipliniert und mit viel Einsatz umgesetzt wurde, ist unter dem neuen Trainer Norbert Meier in dieser Hinsicht noch nichts zu sehen. Die Mannschaft wirkt verunsichert und ohne Selbstvertrauen – für ein Team mit den individuellen Fähigkeiten von Darmstadt spielerisch absolut tödlich. Gegner Schalke klettert nach diesem Sieg, dem bereits dritten in Folge, in der Tabelle weiter Stück für Stück nach oben und belegt nun schon den achten Platz. Die Tore für die Knappen erzielten der erneut überragende Sead Kolasinac, Eric Maxim Choupo – Mouting und Alessandro Schöpf. Für die Lilien traf Marcel Heller.

Zahlen und Fakten zu den Partien der beiden Topmannschaften

SC Freiburg 1:4 RB Leipzig

Als einzige Mannschaft gewann Leipzig die letzten sieben Bundesliga-Spiele! Erstmals überhaupt schaffte ein Verein in einer Saison nach dem Aufstieg eine so lange Siegesserie.

Nachdem Freiburg die ersten vier Heimspiele dieser Saison noch gewonnen hatte, gab es zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge.

Leipzig hat auswärts schon 17 Punkte geholt, mindestens sieben mehr als alle anderen Mannschaften.

Leipzig war vor allem vor der Pause in allen Belangen überlegen und gewann auch in dieser Höhe verdient nach am Ende 16:9 Torschüssen.

Naby Keita brachte die Leipziger mit dem schnellsten RB-Treffer in der Bundesliga in Minute Zwei in Front – sechs Leipziger Tore in der Anfangsviertelstunden sind Ligaspitze.

Timo Werner  erzielte bereits seinen dritten Doppelpack für Leipzig, für Stuttgart war ihm nur einer gelungen – insgesamt sieben Saisontore sind ein neuer persönlicher Rekord für Werner.

Florian Niederlechner erzielte erstmals in einem Punktspiel für Freiburg ein Kopfballtor – seine neun Punktspieltreffer für die Breisgauer zuvor hatte er mit links oder rechts erzielt.

Marcel Sabitzer erzielte auch seinen vierten Bundesliga-Treffer auswärts. Es war bereits das neunte Kontertor für Leipzig in dieser Saison, das ist einsame Ligaspitze.

FC Bayern München 2:1 Bayer Leverkusen

Mats Hummels traf gegen Leverkusen erstmals für die Bayern in der Bundesliga und insgesamt zum 20. Mal in der Bundesliga, von den aktuellen reinen Abwehrspielern traf nur Naldo häufiger.

Der FCB war mit 54 Prozent der Ballbesitzphasen überlegen, defensiv aber nicht immer sattelfest – nach der Pause waren es 9:7 Torschüsse für B04.

Bayer begann mit der jüngsten Startelf dieser Saison (23,1 Jahre im Schnitt) und war vielleicht aufgrund der Jugend laufstärker, am Ende waren es über drei Kilometer mehr (118 Kilometer).

Nachdem er seine ersten fünf Bundesliga-Tore mit den Füßen erzielte, traf Thiago erstmals in der Liga per Kopf.

Hakan Calhanoglu erzielte seinen dritten Saisontreffer, das sind nun genauso viele Tore wie in der gesamten letzten Saison. Erstmals für die Werkself traf er mit links, das war ihm zuletzt vor drei Jahren noch für Hamburg gelungen.

Achterbahnfahrt des Spieltages

Vedad Ibisevic: Erst erzielte der Bosnier seine beiden Bundesligatreffer 99 und 100 – und schoss seine Mannschaft damit zum 2:1-Erfolg über Mainz. Kurz nach seinem zweiten Treffer blieb dem Schiedsrichter jedoch nichts anderes übrig, als Ibisevic nach einem taktischen Foul die Gelb-Rote-Karte zu zeigen.

Ral, abseits.at

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