Martin Hinteregger feierte wie erwartet gegen den 1. FSV Mainz 05 sein Debüt in der Startaufstellung. Der österreichische Nationalspieler darf mit seiner persönlichen Leistung... Effizienz entscheidet: Baumgartlinger gewinnt Duell gegen Hinteregger
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Julian Baumgartlinger_abseits.atMartin Hinteregger feierte wie erwartet gegen den 1. FSV Mainz 05 sein Debüt in der Startaufstellung. Der österreichische Nationalspieler darf mit seiner persönlichen Leistung durchaus zufrieden sein, auch wenn seine Mannschaft in dieser Saison zum ersten Mal unter Trainer André Schubert zwei Meisterschaftsspiele in Folge verlor. Auf der Gegenseite freute sich Julian Baumgartlinger über den fünften Heimsieg in dieser Saison, womit nur noch ein Erfolg vor eigenem Publikum fehlt, um die sechs Siege aus der vergangenen Spielzeit einzustellen.

Schubert reagiert auf Ausfälle

Coach André Schubert musste bei der Startaufstellung improvisieren, denn nach der Sperre von Granit Xhaka und der Verletzung von Mahmoud Dahoud mussten die Stammspieler auf der Doppelsechs ersetzt werden. Es wurde viel darüber spekuliert, wer neben Håvard Nordtveit auflaufen würde, wobei Marvin Schulz und Linksverteidiger Oscar Wendt die wahrscheinlichsten Lösungen waren. Schubert entschied sich jedoch für eine andere Variante und änderte die Grundformation seiner Mannschaft. Er stellte sein 4-4-2-System auf eine 4-1-4-1-Formation um, in der Håvard Nordtveit den Solosechser abgab. Auch wenn Nordtveit diese ungewohnte Aufgabe ordentlich löste, werden wir dieses System vermutlich nicht mehr so bald wieder sehen, da Dahoud kommenden Freitag im Spiel gegen den SV Werder Bremen wieder einsatzbereit sein sollte.

Hinteregger debütiert in Startaufstellung

Auch in der Innenverteidigung hat Schubert nicht allzu viele Optionen, sodass wie erwartet Neuzugang Martin Hinteregger neben der Chelsea-Leihgabe Andreas Christensen auflief. Martin Stranzl war aufgrund seiner Rückenprobleme diesmal keine Option, Alvaro Dominguez und Tony Jantschke werden sowieso noch länger ausfallen. Das Verletzungspech der Borussia verdeutlicht sich auch, wenn man sich vor Augen hält, dass es nun in 19 Meisterschaftsspielen elf verschiedene Viererketten gab. Martin Hinteregger tat jedoch einiges dafür, dass er in Zukunft neben Christensen eine Konstante wird, auch wenn er beim Gegentreffer wie die gesamte Gladbacher-Hintermannschaft nicht gut aussah. Auch sein Trainer attestierte ihm nach der Partie, dass er seine Aufgaben richtig ordentlich machte. Hinteregger will auf dieser Leistung aufbauen, zumal er seine körperlichen Defizite nun überwunden zu haben glaubt.

Der Innenverteidiger kam auf insgesamt 92 Ballkontakte und spielte 85 Pässe, von denen 85% bei seinen Mitspielern ankamen. In der ersten Halbzeit hielt er sich im Aufbauspiel noch ein wenig zurück, wurde aber im Laufe des Spiels aktiver. Die Zweikampfbilanz ist für einen Innenverteidiger stark ausbaufähig, denn der österreichische Nationalspieler gewann bloß 6 seiner 13 Duelle (46,2%). Hinteregger machte zwei Tacklings, fing einen gegnerischen Pass ab und klärte dreimal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor und lief 11,1 Kilometer, was für einen Innenverteidiger recht viel ist. Die Bewertungen vom kicker und von sportal.de gehen weit auseinander, denn während ihm der kicker die gute Note 3 gab, bekam er von sportal.de eine 4,5, die jedoch stark überzogen ist.

Baumgartlinger in “EM-Form“

Auf der Gegenseite machte Julian Baumgartlinger wieder eine richtig starke Partie, nachdem er schon beim Auftaktspiel der Rückrunde der beste Mainzer-Feldspieler war. Baumgartlinger verkörperte perfekt die Mainzer Tugenden, denn seine Mannschaft opferte sich am Platz auf und legte eine Laufdistanz von starken 125,2 Kilometern zurück. Mit 12,96 Kilometern war der Österreicher der zweitfleißigste Akteur am Platz, nur sein Nebenmann auf der Doppelsechs, Danny Latza absolvierte unglaubliche 13,78 Kilometer – womit er einen Vereinsrekord aufstellte! Nur Hertha-Spieler Vladimir Daridas lief am fünften Spieltag mit 13,86 Kilometer ein wenig mehr als der Mainzer. Mainz-Trainer Martin Schmidt schwor seine Mannschaft in dieser Winterpause auf dieses aufwendige Spiel ein und betonte, dass sein Team an die physischen Grenzen gehen muss, um regelmäßig zu punkten. Im Duell der beiden laufstärksten Mannschaften der deutschen Bundesliga hängten die Mainzer den Gegner in der Gesamtdistanz fast um fünf Kilometer ab.

Baumgartlinger überzeugte jedoch nicht nur in läuferischer Hinsicht. Der Mittelfeldmotor kam auf 53 Ballkontakte und spielte 37 Pässe, wobei starke 92% bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Er machte sechs Tacklings, fing drei gegnerische Pässe ab und überzeugte im Spiel gegen den Ball mit einem sehr starken Stellungsspiel. Der österreichische Nationalspieler gewann außerdem 14 seiner 26 Zweikämpfe (53,9%). Auch bei eigenem Ballbesitz agierte er überzeugend und leitete immer wieder Angriffe ein. Der kicker gab ihm die Note 3, sportal.de sogar eine 2,5. Diese Form darf der Mittelfeldspieler gerne bis zur Europameisterschaft in Frankreich konservieren.

Die Stimmen nach der Partie

Martin Schmidt (Trainer FSV Mainz 05): „Es war ein intensives Spiel. Wir wissen, dass wir von der Qualität her nicht an die Top-Teams herankommen. Aber wir versuchen das über die Leidenschaft und die Laufleistung zu kompensieren. Wir wollen das laufstärkste Team der Liga sein. Das haben wir heute gezeigt.“

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Wir hatten nach dem Gegentor noch sehr klare Torchancen, und wenn du dann keins machst, ist das natürlich ärgerlich. Insgesamt müssen alle cooler werden. Wir haben überperformt,, die Erwartungshaltung ist riesig. Wir müssen weiter dranbleiben, so weiterspielen, dann werden wir auch wieder gewinnen.“

Quelle: bundesliga.de

Stefan Karger, abseits.at

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Stefan Karger