54.618 Fans sahen im Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart nicht nur eine äußerst intensive Partie, sondern auch fünf Treffer, wobei... Fünf Tore beim Spiel zwischen Hamburg und Stuttgart | Schwache Leistungen der ÖFB-Legionäre
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Hamburger SV54.618 Fans sahen im Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart nicht nur eine äußerst intensive Partie, sondern auch fünf Treffer, wobei die Hausherren mit dem 3:2-Sieg das bessere Ende für sich hatten. Die Stuttgarter führten zur Pause noch mit 2:1 und zeigten einen gepflegteren Spielaufbau, doch der Ausschluss des Rechtsverteidigers Florian Klein sollte sich als der Wendepunkt der Partie erweisen und brachte die Gäste um den Lohn der harten Arbeit.

Der VfB Stuttgart kennt das aus den letzten Saisonen nur zu gut. Die Mannschaft spielt stark, geht in Führung und steht am Ende dennoch mit leeren Händen da. Solche Spiele brachten die Stuttgarter in den letzten Jahren an den Rand des Abstiegs und auch heuer verläuft der Saisonstart mit zwei Niederlagen alles andere als optimal.

Der Sündenbock war nach der Partie nicht zu Unrecht schnell ausgemacht. Florian Klein sah innerhalb von 120 Sekunden zwei gelbe Karten, wobei er beim zweiten Foul sogar Glück hatte, dass er nicht mit einer glatten roten Karte vom Platz musste. In der gegnerischen Hälfte stieg er sehr hart gegen Linksverteidiger Matthias Ostrzolek ein, kam dabei zu spät und traf ihn mit gestrecktem Bein am Schienbein. Sportvorstand Robin Dutt bezeichnete diese Szene als Knackpunkt und betonte, dass bei aller Emotionalität so etwas nicht passieren dürfe. Daniel Ginczek, der beide Tore der Gäste beisteuerte, meinte nach dem Spiel sogar, dass er viel Geld darauf wetten würde, dass seine Mannschaft mit elf Spielern die drei Punkte eingefahren hätte. Klein beteuerte später, dass er das Gleichgewicht verloren hätte und deshalb so ungestüm in den Zweikampf hineinging – eine Aussage die angesichts der TV-Bilder zumindest angezweifelt werden darf.

Bis zu seinem Platzverweis in der 53. Minute absolvierte der Rechtsverteidiger eine unspektakuläre, aber ordentliche Partie. Klein schoss einmal aufs gegnerische Tor, gewann sieben seiner elf Duelle (63,6%) und spielte 23 Pässe, von denen 57% bei seinen Mitspielern ankamen. Der Abwehrspieler bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 5.

Auch Martin Harnik gelang nicht allzu viel an diesem Wochenende. Zu Beginn verschaffte er mit gut gewählten Laufwegen immerhin Nebenspieler Daniel Ginczek einige Räume, von ihm selbst ging jedoch während der gesamten 90 Minuten zu wenig Torgefahr aus. Er schoss zweimal aufs gegnerische Tor, wobei beide Versuche das Tor verfehlten und bereitete zwei Torschüsse seiner Mitspieler vor. Seine Laufleistung war mit 11,5 Kilometer wieder einmal stark, doch vor allem in den Zweikämpfen agierte er unglücklich, sodass er nur 8 seiner 33 Duelle für sich entschied (24,2%). Insbesondere in den Luftduellen hatte er stets das Nachsehen gegen die HSV-Abwehrspieler. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem Österreicher die Note 4.

Auf der Gegenseite stand Michael Gregoritsch bis zur 78. Minute am rechten Flügel am Platz. Zum Zeitpunkt seiner Auswechslung lag seine Mannschaft noch mit 2:1 zurück und sein Ersatz Nicolai Müller brachte gleich neuen Schwung in die Partie. Neben dem Ausschluss von Florian Klein hatte auch die starke Hamburger Ersatzbank einen großen Anteil am Sieg, denn die Einwechselspieler Lasogga, Olic und Müller zeigten starke Leistungen und waren zudem auch an den Toren beteiligt. Gregoritsch kam bis zu seiner Auswechslung auf 44 Ballkontakte und spielte 28 Pässe, von denen 54% bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Er gewann 11 seiner 29 Zweikämpfe (37,9%) und lief 8,8 Kilometer. Beim Ausgleich zum 1:1 hatte er seine Zehenspitzen im Spiel, als er einen weiten Pass von Johan Djourou eher unfreiwillig zu Ivo Ilicevic weiterleitete. Die Berührung war kaum erkennbar, was auch gut war, da sonst die Gefahr eines Abseitspfiffes groß gewesen wäre. Er selbst schoss zweimal aufs gegnerische Tor und bereitete neben dem Treffer noch einen weiteren Torschuss vor. Negativ fielen jedoch seine vielen Ballverluste auf, denn bei seinen sechs Dribblings blieb er fünfmal bei einem Gegenspieler hängen. Kein anderer HSV-Akteur verlor öfters den Ball. Auch diesmal waren sich sowohl der kicker, als auch sportal.de einig, denn der Österreicher bekam von beiden die Note 5.

Kommende Runde empfängt der VfB Stuttgart Eintracht Frankfurt, während der Hamburger SV bei Peter Stögers FC Köln zu Gast ist.

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Stefan Karger