Nach drei absolvierten Spieltagen legt die Premier League nun eine Länderspielpause ein. Stressig könnte es eventuell noch am Transfermarkt werden, der die letzten Nachjustierungen... Premier League kompakt: Der 3. Spieltag
Pin It

England - Flagge_abseits.atNach drei absolvierten Spieltagen legt die Premier League nun eine Länderspielpause ein. Stressig könnte es eventuell noch am Transfermarkt werden, der die letzten Nachjustierungen bis Mittwochabend erlaubt. Sportlich brachte der abgelaufene, dritte Spieltag großteils Favoritensiege bzw. kaum Überraschungen. Wir schauen in fünf Absätzen noch einmal kompakt auf das vergangene Wochenende zurück und fassen die aktuellsten Erkenntnisse, Trends und Fakten in aller Kürze zusammen.

Vorne läuft bislang alles nach Plan

Die Premier League hält sich heuer penibel genau an das Drehbuch. Die favorisierten Teams aus Manchester und Chelsea halten vor der Länderspielpause beim Punkte-Maximum. Liverpool und Arsenal hinken dagegen schon wieder früh etwas hinterher. Tottenham ist wieder solide auf Kurs im Kampf um einen freien Champions-League-Platz, während Leicester sanft auf den Boden der Realität zurückgeholt wurde. Everton und Middlesbrough zeigten positiv auf, das Duo ist bislang sogar noch ungeschlagen. Generell blieben bei den 30 Spielen bislang die großen Überraschungen weitgehend aus, die vor allem die Vorsaison so unberechenbar machten. Wohl nur die Niederlage von Leicester in Runde eins und jene von Liverpool die Woche darauf, kann man als „Außenseiter-Sieg“ verbuchen.

Stoke und Southampton noch sieglos

Die Negativ-Überraschungen der bislang noch jungen Saison sind die „Potters“ und die „Saints“. Beide Teams haben sich in den Vorjahren in der vorderen Tabellenhälfte etabliert. Die beiden Heim-Remis gegen Watford und Sunderland sind mittlerweile unter den eigenen, deutlich gestiegenen Ansprüchen von Southampton. Für Arnautovic und Co sprang bislang gar erst ein Punkt gegen den Aufsteiger aus Middlesbrough heraus. Das letzte „zu null“ liegt nun schon 13 Spiele zurück. Für beide Klubs soll am vierten Spieltag gegen das Nordlondoner-Duo Arsenal und Tottenham der erste Saisonsieg her.

Weniger überraschend als der Stotterstart von Stoke, ist die bislang magere Ausbeute von einem Punkt der vier Abstiegskandidaten Sunderland, Crystal Palace, Watford und Bournemouth.

Der 4. CL-Startplatz wackelte kurz – am Freitag kam die Erlösung

Wie schon im Vorjahr durfte oder in diesem Fall besser gesagt „musste“ West Ham United in der Qualifikation zur Europa League antreten. Mit einer stark rotierten Hammers-Elf verhinderte man erfolgreich die Zusatzbelastung und damit herbstliche Donnerstags-Ausflüge durch Europas „B-Stadien“. So kugelte man sich abermals aus dem auf der Insel nur mäßig beliebten Bewerb „Europa League“. Als Konsequenz für die traditionell britische Arroganz diesem Wettbewerb gegenüber, könnte heuer Italien in der Fünfjahreswertung auf Rang drei vorstoßen. Damit wäre der vierte Champions League Platz für England in der übernächsten Saison 2018/19 futsch gewesen. Doch dank der Reform der Königsklasse tags darauf, erhält die Premier League – selbst als Vierter des UEFA-Rankings – auch weiterhin vier, nun sogar garantierte Plätze in der Gruppenphase.

Interessante und kuriose Fakten

Der ehemalige Teamspieler James Milner hält mittlerweile bei 42 Premier-League-Toren für Liverpool, Manchester City, Aston Villa und Newcastle. Kurios: Immer dann wenn der 30-Jährige traf, verlor sein Team dieses Spiel nicht (34 Siege, 8 Unentschieden). Der im Vorjahr oft kritisierte Eden Hazard meldete sich wieder eindrucksvoll zurück. Für Chelsea traf der Belgier in den letzten acht Spielen sechs Mal, für so viele Tore benötigte er zuvor 44 Spiele. Dazu ist sein Boss Antonio Conte nun schon seit 30 Heimspielen ungeschlagen. Sein italienischer Kollege Claudio Ranieri feierte am Samstag gegen Swansea seinen 100. Premier-League-Sieg. Da tat auch der verschossene Strafstoß von Riyad Mahrez nur halb so weh, wobei dies aber schon der dritte von den letzten vier Versuchen war.

Sunderlands Jermain Defoe trifft auswärts weiterhin wie am Fließband: beachtliche 10 Tore aus ebenso vielen Auswärtsspielen stehen zu Buche. So wie die letzten sechs Saisonen bleiben die Black Cats auch heuer in den drei Eröffnungsrunden wieder sieglos. Ebenfalls wenig erfreulich ist der sich bei Crystal Palace massiv fortsetzende Abwärtstrend – nur zwei Siege im Kalenderjahr 2016 sind besorgniserregend.

Multikulturell geht’s bei Sebastian Prödl und seinem FC Watford zu. Dort standen heuer schon 21 Spieler aus 17 verschiedenen Nationen am Feld. Manchester Uniteds Matchwinner Marcus Rashford durfte sich als erster Teenager überhaupt feiern lassen, der unter Jose Mourinho in der Premier League traf. Durch diese Last-Minute-Niederlage geht für Hull die Negativserie gegen den Angstgegner weiter, nur ein Punkt wurde aus den letzten zwölf Duellen gegen die Red Devils geholt.

Die Österreicher im Fokus

Marko Arnautovic spielte beim 0:1 von Stoke gegen Everton durch. Der Wiener war einer der Besten der Potters, doch bei zwei Topchancen auf den Ausgleich wäre der erste Saisontreffer möglich gewesen. Ein harter Arbeitstag stand für Sebastian Prödl am Programm. Der Steirer musste sich bei der 1:3 Niederlage gegen Arsenal mit einem überragenden Alexis Sanchez herum schlagen. Neben einer durchwachsenen Leistung (zwar kein Tor direkt verschuldet, aber trotzdem nicht immer sattelfest) trug sich der 29-Jährige per Gelbverwarnung in den Spielbericht ein. Christian Fuchs stand bei Leicester City über die gesamte Distanz am Platz und feierte mit zufriedenstellender Leistung den ersten Sieg für den Titelverteidiger.

Das erste „Österreicher Duell“ der Saison fand nur abseits des Platzes statt: Alexander Manninger saß bei Liverpool auf der Bank und Kevin Wimmer steht bei den Spurs weiter auf dem Abstellgleis. Nach mehreren, gleichlautenden Medien-Berichten, wird der Innenverteidiger Tottenham bald verlassen. Stokes Vierergoalie Daniel Bachmann steht in Marcel Kollers Kader auf Abruf bereit, auf Einsatzminuten bei seinem Verein wartet der 22-Jährige bislang aber vergebens.

Werner Sonnleitner, abseits.at

Pin It

Werner Sonnleitner