Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die... abseits.at Expertenvorschau: Spanien gegen Kroatien als Duell der idealen Zentrale
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Spanien-Flagge_abseits.atZur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die Aufsteigertipps und die interessantesten Spieler beleuchtet.

In Gruppe D spielen Spanien, Tschechien, die Türkei und Kroatien.

Daniel Mandl

Nach dem WM-Desaster von 2014 hat Vicente del Bosque einiges umgekrempelt und qualitativ sind die Spanier wohl neben Deutschland und Frankreich das beste Team der Endrunde. Ich gehe demnach auch von einem Gruppensieg der Furia Roja aus. Vorfreude herrscht auch auf die Tschechen, die sich unter Pavel Vrba großartig entwickelt haben und wohl lediglich an einer Stürmerflaute kiefeln. Die Kroaten verfügen über eine höhere individuelle Qualität als die Tschechen, sind aber als Mannschaft noch lange nicht so weit. Zwar ist die Mittelfeldzentrale um Modric und Rakitic mit das Beste, was Europa zu bieten hat, allerdings altert die Defensive und auch an vorderster Front fehlt immer wieder der Killerinstinkt. Für die Türkei, die gerade nach einem „Reset“ versucht, wieder eine spielerische Identität zu finden, kommt diese Endrunde zu früh. Meines Erachtens haben die Türken in dieser Gruppe kaum Chancen, aber in zwei Jahren in Russland wird die Sache anders aussehen.

  1. Spanien – 2. Tschechien – 3. Kroatien – 4. Türkei

Stefan Karger

Was für eine Gruppe! Spanien ist natürlich Favorit, aber mit Kroatien, Tschechien und mit Abstrichen die Türkei trifft Vicente del Bosque ausnahmslos auf richtig unangenehme Gegner. Wenn es Kroatien schafft die individuelle Klasse im Mittelfeld richtig auszuspielen, dann ist alles möglich. Tschechien wiederum ist ein sehr unangenehm zu bespielender Gegner, der perfekt organisiert ist und gut auf verschiedene Spielsituationen reagieren kann. Auch die Türkei ist immer für eine Überraschung gut und würde in so manch anderer Gruppe sicherlich um den Aufstieg mitspielen.

  1. Spanien – 2. Tschechien – 3. Kroatien – 4. Türkei

Alexander Semeliker

Die große Dominanz der Spanier auf Nationalebene ging mit der WM 2014 zu Ende, nach einem kleinen Umbruch gehören die Iberer aber in Frankreich zu den Titelfavoriten. Der Kader wurde dahingehend umstrukturiert, dass nun eine weitaus breitere Spielweise möglich ist. Die restlichen drei Teams sind auf Augenhöhe. Kroatien muss sich gerade im technischen Bereich nicht verstecken. Die Defensive ist allerdings nach wie vor ein großer Schwachpunkt. Während die Türkei personell durchaus gut dasteht, aber taktische Mängel hat, ist dies bei Tschechien andersherum. Sie könnten einmal mehr über sich hinauswachsen. In keiner anderen Gruppe dürften Platz zwei und drei qualitativ so hart umkämpft sein.

  1. Spanien – 2. Kroatien – 3. Tschechien– 4. Türkei

Fabian Schaipp

In der vielleicht am stärksten besetzte Gruppe spielen Spanien, Tschechien, die Türkei und Kroatien um den Einzug ins Achtelfinale. Die Spanier sind einer der großen Favoriten auf den Turniersieg und sollten daher auch diese Gruppe meistern können. Nach dem frühen Ausscheiden 2014 hat sich bei den Iberern personell einiges geändert, anstatt Xavi, Xabi Alonso oder David Villa finden sich viele junge Spieler im Kader, die aber schon über viel internationale Erfahrung verfügen (z.B. Koke, Thiago, Morata). Viel zuzutrauen ist auch Kroatien, die eine der besten Mittelfeldreihen im Turnier stellen (dazu noch mehr). Die Türkei und Tschechien trafen schon in der Quali aufeinander, damals gab es für beide Teams je einen Sieg in den direkten Duellen. Da sich beide gegen die Niederlande durchsetzen konnten, sind sie sicherlich nicht zu unterschätzen.

  1. Spanien – 2. Kroatien – 3. Türkei – 4. Tschechien

Marius Kaltwasser

In der stark besetzten Gruppe D ist Spanien trotz des schwachen Abschneidens bei der WM 2014 klarer Favorit auf den Gruppensieg. Sie verfügen immer noch über geballte Qualität und konnten mit Juanfran und Dani Carvajal zwei neue offensivstarke Außenverteidiger integrieren. Ich bin gespannt, ob Trainer Vicente del Bosque mit einem klassischen Mittelstürmer oder einer falschen Neun auflaufen lässt.  Im Kern bleibt das Team jedoch relativ unverändert, viele junge Spieler wie Thiago Alcantara oder Isco warten allerdings noch auf den ganz großen Durchbruch. Als bester Gruppendritter konnten sich die Türken noch im letzten Moment für die Endrunde qualifizieren. Die Mannschaft der türkischen Trainerlegende Fatih Terim tut sich schwer das Spiel zu bestimmen und setzt daher auf schnelles Umschalten sowie geradliniges Vertikalspiel. Anders die Kroaten, welche auf Ballbesitz fokussiert sind und ihre Gegner gerne ins Laufen bringen. Auf Grund ihrer taktischen Flexibilität sehe ich die Mannschaft von Trainer Ante Cacic auf dem zweiten Tabellenrang. Tschechien wird meiner Meinung nach keine große Rolle bei der EM spielen. Das Team um Torwartikone Petr Cech hat Probleme in der vertikalen Kompaktheit und läuft bei eigenem Ballverlust immer wieder in gefährliche Kontersituationen hinein. Es fehlt an Qualität und  taktischer Flexibilität um ernsthaft über ein Weiterkommen nachzudenken

1.Spanien – 2. Kroatien – 3. Türkei – 4. Tschechien

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abseits.at Redaktion