Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die... abseits.at Expertenvorschau: Spannung auf starke Engländer
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_Roy Hodgson - EnglandZur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die Aufsteigertipps und die interessantesten Spieler beleuchtet.

In Gruppe B spielen England, Russland, Wales und die Slowakei.

Daniel Mandl

Ausgerechnet in einer Saison, in der die englischen Großklubs eher mäßig abschnitten und kleinere Klubs mit mehr englischen Spielern für die großen Sensationen sorgten, wird England immer wieder als Geheimfavorit gehandelt. Und so sehe ich das eigentlich auch. Wenn sich die gar nicht so turnier-affinen Engländer in einen Lauf spielen können, ist dieses Jahr vieles drin. Es braucht aber tatsächlich einen Lauf, der über die voraussichtlichen defensiven Schwächen hinwegtäuschen kann. Die Gruppe werden die „Three Lions“ aber jedenfalls für sich entscheiden. Auf dem zweiten Platz sehe ich derzeit die Slowakei, die mittlerweile eine gefestigte und beinharte Truppe ist, auch wenn ihnen im weiteren Turnierverlauf ein wenig die Klasse fehlen wird. Die überalterte Sbornaja wird auch unter Leonid Slutski nicht ideal funktionieren und benötigt weiterhin einen Tapetenwechsel. Die Russen sind meiner Ansicht nach heuer nur minimal über Wales zu stellen, für die ein wenig der Unbekümmertheitsbonus sprechen könnte. Qualitativ und routinemäßig haben die Russen bei mir dennoch die Nase vorn.

  1. England – 2. Slowakei – 3. Russland – 4. Wales

Stefan Karger

Selten gab es bei den letzten Großereignissen eine englische Mannschaft, die so vielversprechend war, wie das aktuelle Nationalteam. Insbesondere in der Offensive haben die Three Lions mit Jamie Vardy und vor allem den beiden Tottenham-Spielern Harry Kane und Dele Alli plötzlich neue Optionen, die den arrivierten Spielern rund um Wayne Rooney gehörig Konkurrenz machen. Russland ist nicht mehr dieselbe Mannschaft gegen die das österreichische Nationalteam antrat, denn Leonid Slutski verstand es Capellos Scherbenhaufen aufzuräumen. Die Slowakei und Wales sind gefährliche Außenseiter, die nicht unterschätzt werden dürfen. Insgesamt eine interessante und ausgeglichene Gruppe.

  1. England – 2. Russland – 3. Slowakei – 4. Wales

Alexander Semeliker

Das umstrukturierte England marschierte bekanntermaßen mit einer eindrucksvollen Bilanz durch die Qualifikation und ist Favorit in dieser Gruppe. Ob sie auch in den ersten drei Spielen des Turniers eine weiße Weste behalten, ist fraglich. Russland hat nach der Entlassung von Fabio Capello unter Lenoid Slutski wieder in die Spur gefunden und dürfte ein unangenehmer Gegner sein. Auch die restlichen beiden Teams haben meiner Meinung nach Chancen auf das Achtelfinale. Wales schaffte es um ihre beiden Stars ein schlagkräftiges Kollektiv zu formen und die Slowakei fühlt sich gerade in der Rolle als Außenseiter pudelwohl.

  1. England – 2. Russland – 3. Slowakei – 4. Wales

Fabian Schaipp

Dieses Jahr soll es endlich klappen – das englische Nationalteam hat in den vergangenen Turnieren keine gute Rolle abgegeben, hat aber nach einem großen personellen Umbruch eine vielversprechende Mannschaft am Start. In den Testspielen wurden sogar Siege gegen Deutschland und Frankreich gefeiert. Einzige Schwachstelle bei den Three Lions ist die Defensive: Hier kommt es immer wieder zu fehlender Kompaktheit und zu großem Individualfokus. Die restlichen drei Teams sind schwer einzuschätzen: Wales spielt seit langer Zeit wieder ein großes Turnier, Russland tritt mit Spielern aus zwei großen Blöcken von Zenit und ZSKA an und ist daher mit Sicherheit ein unangenehmer Gegner. Die Slowaken haben zwar außer Marek Hamsik vom SSC Neapel keine herausragenden Einzelspieler, zeigten aber im Test gegen Deutschland eine starke Leistung, sowohl im Umschalt- als auch phasenweise im Ballbesitzspiel.

  1. England – 2. Russland – 3. Wales – 4. Slowakei

Marius Kaltwasser

Anders als in den letzten Jahren fahren die Engländer mit einer gehörigen Portion Demut zum EM-Turnier nach Frankreich. Dabei hat das junge Team durchaus Potenzial um zu einem der Überraschungskandidaten der Endrunde zu werden. Teamchef Roy Hodgson kann personell aus dem Vollen schöpfen. Auf Grund ihrer Stärken im Konterspiel und den stark verbesserten Pressingmechanismen, sehe ich die „Three Lions“ als Gruppenfavoriten an. Den zweiten Platz sollten sich die Russen holen, die sich nach dem Trainerwechsel deutlich stabilisierten und über enorme offensive Durchschlagskraft verfügen. Bei den Walisern sticht Real Madrids Flügelstürmer Gareth Bale heraus. Es wird interessant sein zu sehen, wie flexibel sich das Team von Chris Coleman zeigt, sollte Bale aus dem Spiel genommen werden. Auch die Slowaken punkten mit ihrer stabilen Defensive, allerdings sucht man vergeblich nach einem Stürmer, welcher zumindest ansatzweise internationale Klasse nachgewiesen hat. Sie werde wohl ebenso wie die Waliser von der Tagesform ihres Führungsspielers Marek Hamsik abhängig sein.

  1. England – 2. Russland – 3. Wales – 4. Slowakei
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abseits.at Redaktion