Schon lange warf die EURO 2016 in Frankreich ihre Schatten voraus. Anhand der mir fehlenden Stadien und dem bereits vor der Auslosung schon feststehenden... EM-Tagebuch aus Lens (21): Unterwegs mit dem EURO-Taxi

Schon lange warf die EURO 2016 in Frankreich ihre Schatten voraus. Anhand der mir fehlenden Stadien und dem bereits vor der Auslosung schon feststehenden Spielplans, wurden die Vorbereitungen für diese Frankreichreise in Angriff genommen. Es sollte eine Rundreise mit der Anreise über Deutschland und Belgien in den Norden Frankreichs werden, die uns mit einem Zwischenstopp in Lyon, bis an die Atlantikküste bringen sollte. Der Schlusspunkt sollte dann an der Côte dAzur gemacht werden, von wo aus es dann über Italien wieder zurück in die Heimat gehen sollte. Nun aber wieder zurück zum 10.06.2016, dem Eröffnungstag der EURO, der auch gleichzeitig unser Tag für den Aufbruch nach Frankreich war.

ASKÖ Ohlsdorf – SC Vöcklabruck 4:3 (1:2)

Per Bahn ging es nach Amstetten, wo bereits das EURO-Taxi samt Fahrer auf uns wartete. Es sollte aber anfangs nicht direkt nach Frankreich gehen, denn an diesem Freitagabend fanden noch einige Spiele im oberösterreichischen Unterhaus statt. Hierbei handelte sich um Partien, in denen der Auf- oder Abstieg in keiner Weise mehr beeinflusst werden konnte, sodass diese nicht zeitgleich am Samstag gespielt werden mussten.

Nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt empfing der ASKÖ Ohlsdorf aus dem Bezirk Gmunden den geographisch sich doch ziemlich in der Nähe befindlichen Nachbarn aus Vöcklabruck im heimischen Sportzentrum. Der SC Vöcklabruck ist übrigens der Nachfolgeverein des ehemaligen Zweitligisten 1.FC Vöcklabruck.

Beide Teams befanden sich im oberen Mittelfeld der Tabelle der oberösterreichischen 1.Klasse Süd und somit ging es für beide Mannschaften lediglich um das Erreichen einer besseren Endplatzierung. Insgesamt 100 Besucher nutzten diese Partie um sich für den EURO-Auftakt zwischen Frankreich und Rumänien auf dem Sportplatz aufzuwärmen und sie bereuten ihr kommen in keinster Weise. Vöcklabruck ging schnell in Führung und beantwortete den Ohlsdorfer Ausgleich per Elfmeter postwendend mit dem zweiten Treffer.

Nach dem Seitenwechsel überschlugen aber die Ereignisse. Nach jeweils einem weiteren Treffer auf beiden Seiten war Vöcklabruck nach einer Gelb-Roten Karte nur mehr zu zehnt. Ohlsdorf schaffte den Ausgleich zum 3:3 und nach einem Eckball für die Gastgeber sorgte der Schiedsrichter für den das Spiel entscheidenden Pfiff. Er sah im Getümmel des Strafraumes ein Foul des Vöcklabrucker Tormanns und stellte dieses ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Der fällige Elfmeter für Ohlsdorf füjrte zum 4:3, wobei David Tokic an diesem Abend seinen vierten Treffer erzielte. Danach hatte Ohlsdorf keine Mühe mehr, dieses Spiel über die Zeit zu bringen. Ein hitziges Spiel war beendet und für uns stand die Nachtfahrt zur EURO nach Lens auf dem Programm. Auch wenn diese Ansicht unsererseits etwas vermessen war, aber in dieser unterhaltsamen Form können die Spiele in Frankreich ruhig weitergehen.

Albanien – Schweiz 0:1 (0:1)

Die Nachtfahrt durch Deutschland und Belgien wurde gut überstanden und nach dem Einchecken im Quartier in Valenciennes ging es zeitgerecht ins nahe gelegene Lens, wo das erste Spiel der EURO 2016 während unserer Reise besucht wurde. Albanien sollte am zweiten Spieltag des Turniers auf die Schweiz treffen und schon einige Stunden vor dem Anpfiff machten die sich in Überzahl befindlichen Albaner in der Stadt ordentlich Stimmung. Schweizer Fans sah man im Stadtzentrum hingegen kaum und selbst die meisten Autos, die mit einem Schweizer Kennzeichen versehen waren, wurden entweder mit einer albanischen oder eine kosovarischen Flagge verziert. Viele Albaner reisten aus zahlreichen Ländern Europas an und so war es auch nicht verwunderlich, dass viele von ihnen auch Deutsch sprachen. Diese verstand man im Endeffekt auch besser als das Deutsch der Eidgenossen. Auch auf den Rängen im Stade Bollaert-Delelis war die Mehrzahl der Besucher den Skipetaren zuzuordnen. Von allen vier Tribünenseiten wurde die albanische Nationalmannschaft bei ihrem ersten Auftritt bei einer Europameisterschaft überhaupt angefeuert, wobei der Fansektor mit einer großen Überziehfahne auch eine tolle Choreographie vorbereitete. Auf den Rängen war dieses Match klar entschieden, denn vom Schweizer Sektor kam außer ein paar vereinzelten „Hopp Schwyz“-Rufen  sehr wenig.

Auf dem Rasen erwischte die Schweiz allerdings einen Traumstart. Bereits in der fünften Minute ging die „Nati“ in Führung. Nach einem Eckball nutzte der Schweizer Schär einen Fehler des albanischen Tormanns und konnte ungehindert zum 1:0 einköpfen. Danach wurde die Partie allerdings etwas schwächer. In einer Phase, in der die Albaner schon mehr Spielanteile hatten, verloren sie ihren Kapitän Cana mit einer Gelb-Roten Karte nach einem Handspiel. Eigentlich sahen nach dieser Entscheidung die Eidgenossen bereits wie der sichere Sieger aus, denn kaum jemand im Stadion dachte an ein albanisches Aufbäumen.

Doch zuerst kam die Halbzeit, wo vor unseren Plätzen ein Leicester-City-Fan in einem Albanien T-Shirt für große Unterhaltung sorgte. Wahrscheinlich noch immer nicht ganz ausgenüchtert von der Meisterfeier besang er 15 Minuten lang die Heldentaten seiner Elf und würdigte dabei auch den ÖFB-Kapitän Christian Fuchs. So verlief diese Pause sehr kurzweilig und so war es auch mit der zweiten Spielhälfte. Spielerisch war es zwar keine Offenbarung, aber sowohl die Schweizer als auch die Albaner hatten einige hochkarätige Chancen. Insbesondere die Leistung der Albaner gilt es an dieser Stelle zu würdigen, denn die versteckten sich trotz Unterzahl nach dem Seitenwechsel keineswegs und kamen für den neutralen Zuschauer völlig unerwartet zu diesen Topchancen. Allerdings fanden sie immer im Schweizer Keeper Sommer ihren Meister, sodass Albanien als unglücklicher Verlierer vom Platz gehen musste. Die Schweiz schnaufte durch. Schlecht gespielt, aber drei Punkte gemacht, was will man mehr. Das war der trockene Kommentar eines Schweizer Zuschauers beim Verlassen des Stadions. Treffend analysiert und dem war auch nichts mehr hinzuzufügen. Auch nicht zu seinen optimistischen Worten, dass unsere Nationalmannschaft diese drei Punkte auch bald haben wird. Mit diesen Gedanken, es den Schweizern am Dienstag genauso nachzumachen, ging es wieder zurück ins Zentrum, wo in der Fanzone die Albaner und die Schweizer beim Anschauen des Spiels Wales gegen die Slowakei noch friedlich das eine oder andere Bier miteinander tranken.

Wir verließen danach Lens und fokussierten uns bereits auf den Sonntag und unseren zweiten Auftritt bei diesem Turnier.

Heffridge aus Frankreich für abseits.at

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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