Da der Liverpool Football Club, dort der Sevilla Fútbol Club, S.A.D. Beide Mannschaften trafen sich auf europäischer Bühne noch nie. Kein Team verlor bislang... Zahlen und Fakten zum EL-Endspiel FC Liverpool gegen FC Sevilla
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Bilanz Graph Statistik_abseits.atDa der Liverpool Football Club, dort der Sevilla Fútbol Club, S.A.D. Beide Mannschaften trafen sich auf europäischer Bühne noch nie. Kein Team verlor bislang ein UEFA-Cup-Finale. Dazu werden die zwei stolzen Traditionsvereine nach heutigem Stand nächstes Jahr in der Champions League fehlen.

Doch am Mittwochabend werden all diese drei Aussagen der Vergangenheit angehören, wenn sich beide Teams im Basler St. Jakobs Park gegenüber stehen, dort um einen großen Pokal und ein wertvolles Ticket spielen werden. Wir schauen uns zuerst ein paar Fakten aus dem Vorfeld zu diesen beiden Mannschaften an. Doch da die Wahrheit bekanntlich am Platz liegt, werden wir in einem Folgebericht natürlich auch die beiden Hauptdarsteller vor dem Finale noch etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Die UEFA-Cup-Geschichte der „Reds“…

Die Bilanz des FC Liverpool gegen Spanier ist bescheiden positiv: von 34 Spielen wurden 14 gewonnen und 10 verloren. Dafür sind da aber zwei ganz wichtige Siege dabei: Der Finalerfolg gegen Real Madrid im Meistercup 1981 und jener 2001 im UEFA-Cup gegen Deportivo Alavés. Damals stemmten die „Reds“ zum dritten Mal und bislang letzten Mal den Pokal dieses Bewerbs in den Dortmunder Nachthimmel, zuvor schon 1973 und 1976. Ein Triumph fehlt noch, um mit den Rekordsieger gleich zu ziehen. Dieser heißt übrigens „FC Sevilla“. Dazu stehen fünf Champions-League / Meistercup- bzw. drei europäische Supercup-Pokale im „Trophy-Room“ an der Anfield Road.

… und jene des FC Sevilla

Erstmals steht ein Verein zum dritten Mal in Folge in einem UEFA-Cup- bzw. Europa-League-Finale. Der Rekordsieger dieses Bewerbs weist eine ausgeglichene Bilanz gegen Insel-Klubs auf: acht Spiele, davon je drei gewonnen bzw. verloren. 2006 wurde im Finale der FC Middlesbrough mit 4:0 aus dem Eindhovener Stadion geschossen, der spätere Kapitän von „Boro“ Emanuel Pogatetz musste da wegen einer schweren Gesichtsverletzung passen. Der Titel wurde 2007 gleich erfolgreich verteidigt. 2014 und 2015 folgte wieder ein Finalsieg-Doppelpack. Ein europäischer Supercup-Pokal steht ebenfalls im Vereinsmuseum.

Mit einem – dem zehnten – Finaltriumpf würde die Spanier die alleinige Führung der Titelträger in diesem Bewerb übernehmen. Geht es ins Elfmeterschießen, können die „Sevillistas“ auf eine bislang vielversprechende europäische Ausbeute bauen: fünf der sechs Duelle auf europäischer Bühne wurde gewonnen, zweimal davon sogar schon ein Endspiel.

Da die heurige internationale Saison des FC Liverpool…

Nachdem die Europa League von Brendan Rodgers – wie vom Großteil seiner englischen Trainerkollegen – erfolgreich geringgeschätzt wurde, übernahm Klopp im Oktober das Traineramt bei den „Reds“. Der erste Trainer der Premier League, der diesen Bewerb ernst nimmt, wird gleich mit einem Endspiel belohnt. Punkto Torjäger will man sich an der Anfield Road nicht klar festlegen. „Rekordtorschütze“ Adam Lallana traf zwar auch gerade mal dreimal im laufenden Bewerb, dafür gibt es schon elf verschiedene Torschützen. Hinten ist Stamm-Goalie Simon Mignolet gesetzt, der mit 1.260 Einsatzminuten mehr als jeder andere Spieler in dieser Europacup-Saison abspulte. Von den 14 Europa-League-Spielen ging bislang nur eins verloren, wurden aber auch nur deren sechs gewonnen. Im Schnitt schossen die „Reds“ 1,29 Tore und kassierten 0,71. Alberto Moreno würde wohl bei einem Treffer eher nicht jubeln, streifte er doch bis 2014 62-Mal das Trikot des Gegners über. Philippe Coutinho weiß dagegen bereits wie man gegen Sevilla jubelt: Mit Espanyol Barcelona traf der Offensivmann 2012 gegen den heutigen Gegner.

 Der laufende Bewerb:
Gruppenphase Europa League: Bordeaux (1:1 / a), Sion (1:1 / h), Rubin Kazan (1:1 / h), Rubin Kazan (0:1 / a), Bordeaux (2:1 / h), Sion (0:0 /a)
KO-Phase: Augsburg (0:0 / a, 1:0 /h), Manchester Utd (2:0 / h, 1:1 / a), Dortmund (1:1 / a, 4:3 / h), Villarreal (1:0 / a, 3:0 / h)

… dort der Titelverteidiger auf der Hattrick-Jagd

In der heurigen Saison spielte der FC Sevilla als Titelverteidiger als fünfter spanischer Klub in der Champions League, stieg von dort aber im Winter als Dritter der Gruppenphase in den bestens vertrauten „Lieblingsbewerb“ um. Dort erzielte die Emery-Elf im Schnitt 1,75 zu 0,88 Tore. Nicht nur in der Kategorie „Finalerfahrung“ haben die „Blanquirrojos“ die Nase vorn, auch punkto Erfahrung im Finalstadion. Dort kegelten die Spanier nämlich den FC Basel samt Marc Janko erst vor wenigen Wochen aus dem Turnier. Überhaupt kassierte der Verein in der Schweiz noch nie ein Gegentor. Während es für Liverpool auch um ein internationales Ticket für die kommende Saison geht, hat Sevilla mit dem Finaleinzug in die „Copa del Rey“ (am Sonntag gegen Barcelona) zumindest das Europa-League-Ticket schon fixiert.

Sevillas Rekordtorschütze im europäischen Bewerb ist Kévin Gameiro mit sieben Treffern, der damit die Hälfte aller Tore der Spanier im heurigen Turnier erzielte. Dazu netzte er bei den letzten drei Europacup-Einsätzen und erzielte in den 50 Spielen in der heurigen Saison schon 28 Tore. Zeit zur persönlichen Final-Revanche heißt es für den ukrainischen Flügelflitzer Yevhan Konoplyanka, der im Vorjahr mit Dnipropetrovsk das Finale verlor und sich dann dem Gegner anschloss. Auch wenn alle vier Titel innerhalb der letzten zehn Jahre gewonnen wurden, so stand kein Sevilla-Spieler bei mehr als zwei Triumphen am Platz. Dafür könnte José Antonio Reyes als erster Spieler bei vier Finalsiegen am Platz stehen. Der Kapitän holte schon vor dem Sevilla-Doppelpack in den Vorjahren 2010 mit Atlético Madrid den Titel. Der Haken an dem Unterfangen: Seit seiner Blinddarmoperation im April fehlt der 32-Jährige im Kader, ein Final-Comeback ist eher unwahrscheinlich.

Der laufende Bewerb:
Gruppenphase Champions League: Mönchengladbach (3:0 / h), Juventus (2:0 / a), Manchester City (2:1 / a), Manchester City (1:3 / h), Mönchengladbach (4:2 / a), Juventus (1:0 /h)
KO-Phase: Molde FK (3:0 / h, 1:0 /a), FC Basel (0:0 / a, 3:0 / h), Athletic Bilbao (1:2 / a, 6:6 n.E. / h), Shakhtar Donezks (2:2 / a, 3:1 / h)

Zum Schluss noch ein paar Zahlen

All jene, die generell nackte Zahlen den Wörtern vorziehen, danken wir fürs Durchhalten beim Lesen des Vorberichts und haben zur Belohnung auch noch ein paar Werte aus den Spielen der heurigen Europa-League-Saison gesammelt. Liverpool hat offiziell das Heimrecht zugelost bekommen, deswegen führen wir sie hier bei den Vergleichen hier an erster Stelle.

Spiele:                                     14 – 8
Ballbesitz:                              55 % – 53 %
Tore:                                       1,29 – 1,75   (18 – 14 gesamt)
Torchancen je Spiel:            17 – 13
Schüsse aufs Tor:                 6 – 3
Pässe:                                     474 – 458
Angekom. Pässe:                 88,7 % – 85,7 %
Ecken:                                   5,5 – 3,5
Abseits:                                 2,2 – 1,5
Begangene Fouls:               13 – 13
Erlittene Fouls:                   11 – 12
Gelbe Karten:                      1,5 – 2,4
Rote Karten (gesamt!):     0 – 1

Eine Wettempfehlung zur Partie zwischen Liverpool und Sevilla findet ihr bei wettbasis.com. Eine detaillierte Vorschau auf das Spiel wird euch ebenfalls geboten.

Werner Sonnleitner, abseits.at

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Werner Sonnleitner