Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag finden im Rahmen des spanischen Pokals, der Copa del Rey die Sechzentelfinal-Hinspiele statt. Für die großen Vereine gilt es... Copa del Rey: Wer legt den Grundstein fürs Achtelfinale?
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Spanien-Flagge_abseits.atAm Dienstag, Mittwoch und Donnerstag finden im Rahmen des spanischen Pokals, der Copa del Rey die Sechzentelfinal-Hinspiele statt. Für die großen Vereine gilt es bereits im ersten Aufeinandertreffen alles klar zu machen, damit es nicht zu einer Überraschung im Rückspiel kommen kann. Eine kurze Gegenüberstellung von vier ausgewählten Begegnungen.

Der Modus

Die Copa del Rey wird im K.o.-System ausgetragen. Die Teilnehmer setzen sich aus 42 Vereinen aus der ersten und zweiten spanischen Liga zusammen (Primera und Segunda División), wobei die Klubs aus der ersten Liga gesetzt sind und somit erst später in den Wettbewerb einsteigen.

Mit dabei sind auch die besten Teams der viergleisigen dritthöchsten Spielklasse (Segunda División B) und die jeweiligen Meister der regionalen vierten Spielklassen (Tercera División). In den ersten drei Runden wird jeweils nur ein Spiel ausgetragen, bei dem der unterklassigere Verein das Heimrecht besitzt. Ab dem Sechzehntelfinale bis zum Halbfinale, bei dem dann auch die Vereine der höchsten spanischen Liga dazustoßen, findet immer ein Hin- und Rückspiel statt. Das Endspiel findet dann mit einem Finalspiel in einem davor ausgewählten Stadion statt.

CD Leganés vs. Valencia CF

Am Dienstag um 20.00 Uhr steht das Duell des Tabellenfünftzehnten gegen den Tabellensechzehnten an. Das Überraschende dabei ist, dass der FC Valencia hinter dem Aufsteiger Leganés in der Tabelle steht. Der Klub im Süden Spaniens hat keine gute Bilanz zu bieten und hat vor der Saison ganz andere Ziele für diese Spielzeit ausgegeben. Valencia hat von den letzten fünf Ligaspielen kein einziges gewinnen können und hat mit insgesamt acht Niederlagen nach 13 Spielen einen katastrophalen Wert zu bieten.

Der Kader hat eine Reihe von guten Spielern zu bieten. Torhüter Diego Alves, Linksverteidiger José Luis Gayá, Mittelfeldspieler Dani Parejo, Kapitän Enzo Pérez, Ex-Barca-Jungtalent Munir El Haddadi, Stürmer Rodrigo und Portugalstar Luis Nani sind die nennenswerten Namen, die dem FC Valencia zur Verfügung stehen, um nur einige zu nennen. Die Fledermäuse schaffen es aktuell nicht mit ihrem guten Kader die erhofften Erfolge einzufahren. Bereits letzte Saison enttäuschte man mit einem elften Platz in der Tabelle. Eine Platzierung wie in der Saison 2014/15 (vierter Rang) wird sich in dieser Spielzeit wohl nicht mehr verwirklichen lassen, somit bleibt den Traditionsverein nur mehr der Weg über die Copa del Rey, um einen internationalen Startplatz zu erreichen. Der FC Valencia wird wohl alles versuchen um diese Chance mit allen Mitteln zu nutzen.

Der Gegner, Club Deportivo Leganés aus der Stadt Leganés nahe Madrid, spielt in der Saison 2016/17 erstmals in der Primera División, der höchsten Spielklasse in Spanien. Nach zehn Saisonen in der Segunda División B gelang der Aufstieg in die Segunda División. Dort verweilte man zwei Spielzeiten, ehe man Anfang Juni den historischen Aufstieg schaffte.
Der Verein hält sich bislang konstant in der Liga und verzeichnete gegen Atlético Madrid am zweiten Spieltag bereits einen Achtungserfolg. Im Team gibt es keine wirklichen Stars. Hervorzuheben ist vielleicht Abwehrchef Pablo Insua, sowie im defensiven Mittelfeld spielenden Rubén Pérez. Pérez war bereits bei diversen Klubs wie Atletico Madrid, Betis Sevilla und den FC Turin unter Vertrag. Aktuell ist er für eine Saison vom FC Granada ausgeliehen. Erwähnenswert ist auch Ex-Juventus-Spieler Gabriel Pires, Stürmer Luciano Neves und Linksaußen Alexander Szymanowski, der bereits drei Saisontore auf dem Konto hat.

Für Leganés geht es darum abzuwarten, wie weit man in diesem Bewerb bestehen kann, ob man mögliche favorisierte Mannschaften ärgern kann, beziehungsweise sie sogar aus den Wettbewerb kicken kann und damit für eine Überraschung sorgen würde.

Im ersten Liga-Aufeinandertreffen bezwang der FC Valencia Deportivo Leganés auswärts mit 2:1. Die Fledermäuse befinden sich definitiv in der Favoritenrolle, doch Leganés ist durchaus in der Lage sich gegen den Tabellennachbarn durchzusetzen und dadurch eine Runde weiter zu kommen.

Betis Sevilla vs. Deportivo La Coruña

Am Dienstag um 22.00 Uhr trifft der tabellenvierzehnte Betis Sevilla auf den Siebzehnten in der Tabelle, Deportivo La Coruña. Ein Duell nahezu auf Augenhöhe. Betis hat in der Liga bislang 14 Punkte auf dem Konto und spielt um den Abstieg. Die Mannschaft hat ein paar nennenswerte Namen in ihren Reihen. Der ehemalige Ersatztorwart von Real Madrid Antonio Adán, Innenverteidiger Aïssa Mandi, Rechstaußen Joaquín Rodríguez und Mittelstürmer Rubén Castro zählen zu den Leistungsträgern im Verein.

Der Spanier Joaquín hat in seiner Karriere schon einige erfolgreiche Jahre hinter sich. Er spielte lange Zeit sehr erfolgreich beim FC Valencia, erreichte dabei den Copa del Rey-Sieg in der Sasion 2007/08. Später stand er noch beim FC Malaga und dem AC Florenz unter Vertrag. Mit Malaga erreiche er beispielsweise völlig überraschend das Viertelfinale der Champions League 2013 und verpasste nur knapp den Aufstieg ins Halbfinale.
Der mittlerweile 35-jährige Rubén Castro ist mit fünf Toren aus 13 Spielen der Toptorjäger seiner Mannschaft.

Der Gegner Deportivo La Coruña hält in der Tabelle an zehn erreichten Zählern fest und befindet sich damit ganz klar im Abstiegskampf. Die Galicier besitzen keine prominenten Namen in ihrer Mannschaft. Sie versuchen viel mehr im Kollektiv zu überzeugen. Toptorjäger ist ein zentraler Mittelfeldspieler namens Celso Borges mit vier Saisontoren. Stürmer Joselu könnte für viele noch ein Begriff sein. Der 26-jährige Spanier spielte einige Jahre in der deutschen Bundesliga in Frankfurt und später bei Hannover. Der Mittelstürmer ist aktuell aber nicht einsatzbereit, da er mit einer Knieverletzung zu kämpfen hat.

Für beide Teams steht das Halten der Klasse im Vordergrund und der Pokalwettbewerb ist mehr eine Abwechslung zum tagtäglichen Ligaalltag. Das erste Duell in der Liga endete mit einem 0:0, dies zeigt die Ausgeglichenheit zwischen den beiden Klubs. Beide Mannschaften werden versuchen das Spiel für sich zu entscheiden, um in der nächsten Runde noch vertreten zu sein.

Real Madrid vs. Cultural Leonesa

Real Madrid ist der einzige Verein in dieser Runde, der bereits das Hinspiel gespielt hat. Aufgrund der Klub Weltmeisterschaft im Dezember, an der Madrid aufgrund des Champions-League-Sieges im Mai teilnehmen darf ist das Hinspiel und Rückspiel vorverlegt worden.
Am Mittwoch um 19.00 Uhr heißt der Gegner Cultural Leonesa, ein Verein in der Stadt León, der in der Segunda División B, also in der dritthöchsten Liga Spaniens vertreten ist. Der Fußballverein im Norden von Spanien befindet sich aktuell auf dem ersten Rang der Tabelle. Man hält nach 16 Spielen bei 13 Siegen, zwei Unentschieden und den damit verbundenen 42 Punkten, mit gleichzeitig acht Zählern Vorsprung auf den ersten Verfolger Racing Santander.

Im  Hinspiel machte Real Madrid kurzen Prozess. Nach fünf Minuten führte ein Kroos-Freistoß und James-Kopfballverlängerung zur Führung. Ein Eigentor durch Gianni Zuiverloon brachte die Hauptstädter auf die Siegerstraße. In dem munteren Kick musste Reals Pokal-Torhüter Kiko Casilla jedoch nur zwei, drei Mal entscheidend eingreifen, ansonsten ließ die Defensive der Königlichen wenig anbrennen. Chancen um Chancen vergingen – Cultural-Keeper Palatsí war der Beste auf dem Feld – doch in Minute 33 erzielte der 20-jährige Marco Asensio bei seinem Pokaldebüt für Madrid den 2:0-Pausenstand.

Nur 30 Sekunden dauerte es nach dem Wiederanpfiff, als Álvaro Morata sträflich allein gelassen traf. In weiterer Folge kam es noch zu Toren von Asensio, Morata, Nacho Fernandez und Mariano Diaz. Doch Leonesa schaffte es noch im Estadio Reino de León zum umjubelten Ehrentreffer in der 84. Minute durch Benja zu kommen.

Das Rückspiel ist somit nur mehr ein besseres Freundschaftsspiel, in dem Trainer Zinédine Zidane bestimmt kräftig rotieren wird und vor dem Clásico am Samstag noch einigen jungen Spielern die Chance geben wird, sich zu beweisen.
Die Spieler von Cultural Leonesa werden es nochmal genießen gegen die Superstars von den Königlichen spielen zu dürfen und werden alles versuchen um im Bernabeu zumindest zu einem Torerfolg zu kommen.

Hércules Alicante vs. FC Barcelona

Am Mittwoch um 22.00 Uhr findet ein Duell der Gegensätze statt. Zum einen steht ein Verein der Segunda División B mit einem geschätzten Marktwert von knappen vier Millionen Euro und zum anderen steht der amtierende spanische Meister, dessen Marktwert etwa 200 Mal höher liegt. Die Unterschiede könnten größer nicht sein.

Hércules Alicante hat einen tiefen sportlichen Fall hinter sich. Der Verein aus der Hafenstadt Alicante spielte noch vor fünf Jahren in der höchsten spanischen Liga, doch dann kam der Abstieg in die zweithöchste Liga. Drei Saisonen später ein weiterer Abstieg in die vorhin angesprochene Segunda División B. Dort belegt man aktuell nur den sechsten Platz in der Tabelle. Für Hércules gibt es noch viel Luft nach oben und man wird alles versuchen um wieder an die erfolgreichen Zeiten von Früher anknüpfen zu können.

Barcelona hingegen befindet sich aktuell auf dem zweiten Tabellenrang in der Liga, doch auch bei den Katalanen läuft es aktuell nicht so wie es sein sollte. Nach nur zwei Siegen aus den letzten fünf Ligaspielen steht das Team aus Katalonien kräftig unter Druck. Das am Wochenende anstehende Clásico gegen Real Madrid könnte eine richtungsweisende Partie für den weiteren Meisterschaftsverlauf darstellen.

Es wird interessant sein welche Elf Trainer Luis Enrique am Mittwoch aufbieten wird.
Eines ist sicher, Barcelona ist so anfällig wie seit langem nicht mehr. Vielleicht gelingt es Hércules Alicante gegen eine kräftig durchrotierte Barça-Mannschaft dagegen zu halten und eine mögliche Sensation zu schaffen. Ein Duell David gegen Goliath, in welchem dem David womöglich eine riesen Überraschung gelingen könnte.

Die weiteren Begegnungen im Überblick

29.11. – 21:00AD AlcorcónEspanyol Barcelona
29.11. – 21:00Sporting GijónSD Eibar
30.11. – 19:00FormenteraFC Sevilla
30.11. – 19:00ToledoFC Villarreal
30.11. – 21:00FC CórdobaFC Málaga
30.11. – 21:00FC GranadaCA Osasuna
30.11. – 21:00GuijueloAtlético Madrid
30.11. – 21:00UCAM MurciaCelta Vigo
01.12. – 20:00Real ValladolidReal Sociedad
01.12. – 21:00Gimnàstic de TarragonaDeportivo Alavés
01.12. – 21:00SD HuescaUD Las Palmas
01.12. – 22:00SantanderAthletic Bilbao

Alexander Friedl, abseits.at

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Alexander Friedl

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