Am Samstag, den 7.3, startet die J. League in die neue Saison. Aufgrund von großen Veränderungen im Ligaformat sind die Fans schon sehr gespannt,... J. League 2015 | Die Änderungen zur neuen Saison
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Japan - FlaggeAm Samstag, den 7.3, startet die J. League in die neue Saison. Aufgrund von großen Veränderungen im Ligaformat sind die Fans schon sehr gespannt, wie sich die neue Saison entwickeln wird. Wir erklären die Neuerungen und versuchen einen kleinen Einblick in die Gründe dieses Wandels zu geben.

Veränderungen des Ligaformats

Zur neuen Saison wurde das Ligaformat umgestellt. Während bisher eine Saison von März bis Dezember dauerte, wird nun, erstmals seit 2004, wieder mit zwei Mini-Saisonen gespielt. Ähnlich wie in vielen südamerikanischen Ligen werden Hin- und Rückrunde unabhängig voneinander ausgespielt. Danach werden, nach einem komplizierten System, die Playoff-Teilnehmer ermittelt.

In der einfachsten Version trifft so der Sieger der First Stage auf den zweiten der Second Stage und der Sieger der Second Stage auf den zweiten der First Stage. Im Finale treffen dann die beiden Gewinner der Playoff-Partien aufeinander. Ein weiteres Playoff-System bestimmt dann die Teilnehmer an der AFC Champions League sowie die Absteiger.

Allerdings gibt es relativ komplizierte Regeln, wie die Situation gehandhabt wird, wenn Teams sowohl in der First Stage, als auch in der Second Stage Playoff-Plätze ergattern. Hier konnte die J. League bisher kaum detaillierte Informationen liefern und so Rätseln die Sportjournalisten Japans derzeit, wie denn diese Sonderregelungen aussehen könnten.

Gründe für die Änderungen

Aufgrund der 100 Jahre Vision der J-League versucht der Ligaverband weiterhin die Einnahmen zu steigern. Es werden beispielsweise jedes Jahr Kooperationsverträge mit anderen Ligen geschlossen. So wurde 2015 zu den bestehenden Partnerschaften mit Thailand, Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Singapur und Indonesien auch noch eine Zusammenarbeit mit der malaysischen Super League und der iranischen Persian Gulf Pro League abgeschlossen. Im Zuge dieser Kooperationen werden regelmäßig Freundschaftsspiele oder Trainingslager in besagten Ländern ausgetragen, die J-League im Fernsehen dieser Nationen ausgestrahlt und Kontakte zu Spielern aus den jeweiligen Ligen vermittelt. So wurden in den letzten Jahren mehrmals Talente aus Südostasien zu Probetrainings bei J. League-Teams vermittelt.

Im Zuge dieses Wachstumsprogramms beschloss die Liga in den letzten Jahren vermehrt auf die Erschließung neuer Zuschauergruppen zu setzen. Hierzu versucht man rund um die Spiele ein Spektakel zu schaffen und so auch Nicht-Fußballfans anzulocken. Der Verband möchte die Playoff-Partien als riesiges Spektakel inszenieren und so die Einnahmen erheblich steigern. Kritiker bemängeln jedoch, dass die J. League in den letzten Jahren für ihre spannenden Meisterschaftskämpfe berühmt war und nun durch die Playoffs die Hauptsaisonen uninteressanter werden.

Weitere Neuerungen und Inszenierungen

Ab 2015 wurde auch der Hauptsponsor der Liga geändert. Es wurde ein hochdotierter Vertrag mit der Firma Meiji Yasuda Life abgeschlossen, wodurch die Liga nun „Meiji Yasuda J. League“ genannt wird. Der Deal mit dem japanischen Marktführer im Bereich Lebensversicherungen wurde vom Werbeunternehmen Dantsu eingefädelt, welches bis 2019 Marketing und Sponsoring der Liga regelt.

Einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Inszenierungsmethoden bekamen die Fans Ende Februar beim japanischen Fuji Xerox Super Cup, als Gamba Osaka 2:0 gegen die Urawa Red Diamonds gewann. Während das Match für die Fans eher als interessanteres Freundschaftsspiel angesehen wird, fuhr der Verband große Geschütze auf und präsentierte eine große Show, in der die Maskottchen der Vereine aus den ersten beiden Profiligen gezeigt wurden und das Gewinnermaskottchen einer Onlineabstimmung geehrt wurde. So bekam das Maskottchen Sancce von Sanfrecce Hiroshima vom Model Miki Sato einen Preis überreicht. Sato wurde extra für die J. League angeworben und soll die Liga bei einigen Live Events und TV-Auftritten präsentieren.

Anhand dieses Spektakels lässt sich schon gut erkennen, wie der neue Weg der J. League in Zukunft aussehen soll. Es bleibt zu hoffen, dass man mit den Neuerungen nicht die treuen Fans und somit die einzigartige Stimmung aus den Stadien vertreibt.

Andreas Mejavsek, abseits.at

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Andreas Mejavsek