Nach einigen Freundschaftsspielen im Herbst begann Anfang Januar der AFC Asian Cup in Australien. Trotz einiger Skandale in der Vorbereitung galt Japan in der... Japans Länderspiele im Januar – AFC Asian Cup (1)
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Japan - FlaggeNach einigen Freundschaftsspielen im Herbst begann Anfang Januar der AFC Asian Cup in Australien. Trotz einiger Skandale in der Vorbereitung galt Japan in der Gruppe mit Irak, Palästina und Jordanien als Favorit. Im folgenden Artikel wird ein kleiner Überblick über den Verlauf der ersten beiden Spielen gegeben und versucht einen kleinen Einblick über die Leistungen einzelner Spieler und der Spielanlage Japans zu geben.

Kader

Tor: Eiji Kawashima (Standard Lüttich), Shusaku Nishikawa (Urawa Red Diamonds), Masaaki Higashiguchi (Gamba Osaka)

Verteidigung: Yuto Nagatomo (Inter Mailand), Masato Morishige (FC Tokyo), Kosuke Ota (FC Tokyo), Atsuto Uchida (FC Schalke 04), Maya Yoshida (FC Southampton), Tsukasa Shiotani (Sanfrecce Hiroshima), Gotoku Sakai (VfB Stuttgart), Gen Shoji (Kashima Antlers)

Mittelfeld: Yasuhito Endo (Gamba Osaka), Yasuyuki Konno (Gamba Osaka), Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt), Shinji Kagawa (Borussia Dortmund), Hiroshi Kiyotake (Hannover 96), Gaku Shibasaki (Kashima Antlers)

Stürmer: Yohei Toyoda (Sagan Tosu), Shinji Okazaki (1.FSV Mainz 05), Keisuke Honda (AC Mailand), Yu Kobayashi (Kawasaki Frontale), Takashi Inui (Eintracht Frankfurt), Yoshinori Muto (FC Tokyo)

Atsuto Uchida musste verletzungsbedingt absagen. Für ihn wurde der Innenverteidiger Naomichi Ueda von den Kashima Antlers einberufen.

Veränderungen zur letzten Länderspielpause

Im Vergleich zur den Länderspielen im November gab es nur zwei Veränderungen im Kader. Erwartungsgemäß ist der wiedergenese Inter-Mailand-Legionär Yuto Nagatomo für Ken Matsubara dabei. Außerdem wurde Hiroshi Kiyotake für Taishi Taguchi einberufen.

Da die Mannschaft im November in beiden Länderspielen überzeugen konnte, wird der Kader bei den japanischen Fans auch relativ positiv gesehen. Allerdings wurde von vielen Fans Takashi Usami vom amtierenden Meister Gamba Osaka gefordert. Man hätte ihn statt Yu Kobayashi eiberufen können, der aufgrund einer Verletzung die letzten Saisonspiele verpasste und gerade erst fit wurde. Außerdem wurde kritisiert, dass der Ausfall des Außenverteidigers Uchida mit einem Innenverteidiger kompensiert wurde. Hier hätte sich die Einberufung von Hiroki Sakai von Hannover 96 angeboten, welcher anscheinend in den Planungen von Javier Aguirre keine Rolle spielt. Somit steht nur ein linker Verteidiger im Kader Japans.

Schlechte Voraussetzungen für den AFC Asian Cup

Im Vorfeld gab es einige Diskussionen um die Nationalmannschaft. Das erste große Thema kam schon im Dezember auf, als bekannt wurde, dass Javier Aguirre Beschuldigter in einem Spielabsprachen-Skandal ist. Der Vorwurf bezieht sich auf ein Spiel im Jahr 2011, als Real Zaragoza UD Levante 2:1 besiegte und dadurch den Abstieg in die zweite Liga vermeiden konnte. Aguirre, der damals in Zaragoza als Trainer tätig war, sowie einigen Spielern wird vorgeworfen Geld vom Verein bekommen zu haben, welches dann an Spieler und Verantwortliche von Levante weitergeleitet wurde. Besonders in Japan ließ dieser Vorwurf die Wogen hochgehen und die Medien spekulierten sogar, ob man überhaupt mit Aguirre als Trainer in die Asian-Cup-Vorbereitung starten würde. Schlussendlich verkündete der Verband jedoch, dass man weiterhin zum Trainer stehe und auch einige Nationalspieler bekräftigten, dass sie nach einem Gespräch mit Aguirre von seiner Unschuld überzeugt sind.

Ein weiterer schwieriger Punkt kam bei der Kaderverkündung auf, als bekannt wurde, dass Takashi Usami im Kader fehlte. Der talentierte Offensivspieler des amtierenden Meisters wird schon seit Monaten von den Fans gefordert. Ein in Japan tätiger Sportjournalist spekulierte daraufhin, dass dies mit einem Konflikt zwischen Usami und dem technischen Direktor beim Nationalverband, Hiromi Hara, zusammenhängen könnte.

Ein weitaus größeres Störfeuer war jedoch die Absage von Atsuto Uchida. Während in Japan kommuniziert wurde, dass der FC Schalke 04 Legionär an einer Knieverletzung leide, wurde in Deutschland berichtet, der Verband gönne dem Spieler eine Pause, da er für die WM im Sommer fit gespritzt wurde und danach verletzungsbedingt die Saisonvorbereitung verpasste. Daraufhin folgten Anschuldigungen aus Japan, Uchida würde eine Verletzung vortäuschen um nicht zum Asian Cup zu müssen. Später verkündete Schalke, dass ihr japanischer Außenverteidiger statt dem Trainingslager für 10 Tage ein Reha-Programm in Donaustauf absolvieren und danach den Rest der Vorbereitung mit der Mannschaft bestreiten würde.

Das einzige Vorbereitungsspiel wurde gegen den Club-WM Teilnehmer Auckland City aus Neuseeland bestritten. Japan gewann mit 2:0 durch die Tore von Endo und Okazaki.

Japan – Palästina 4:0

Japan startete wie in den letzten Spielen mit einem 4-3-3, welches aus den Spielern Kawashima – G. Sakai, Yoshida, Morishige, Nagatomo – Hasebe, Endo, Kagawa – Honda, Okazaki, Inui bestand. Wie schon in den letzten Partien rückten Honda und Inui weit in die Mitte und schafften so Platz auf den Flanken für Sakai und Nagatomo.

In der 8. Minute fiel schon das 1:0 für Japan durch einen Distanzschuss von Yasuhito Endo. Hier sah der palästinensische Torwart Saleh nicht wirklich sicher aus, was dazu führte, dass Japan es während der restlichen Spielzeit häufig mit Weitschüssen versuchte. Japan machte weiterhin Druck und kam zu einigen guten Chancen. In der 25. Minute erzielte Shinji Okazaki das 2:0, als er einen verunglückten Kagawa-Schuss ins Tor köpfte. Auch nach dem Tor hatte Palästina kaum Ballbesitz und wurde tief in die eigene Hälfte gedrückt. Kurz vor der Pause foulte der palästinensische Außenverteidiger Mus’ab Al-Batat Shinji Kagawa im Strafraum und Keisuke Honda verwandelte den Elfmeter sicher. Zur Pause wurde Kiyotake für Inui eingewechselt. Auch nach der Pause ging es in dieser Tonart weiter und Maya Yoshida erzielte per Kopf das 4:0. Danach schien Japan dem hohen Tempo der Anfangsphase Tribut zollen zu müssen und Palästina konnte sich aus dem Druck der Japaner befreien. In dieser Phase schien Japans Hintermannschaft etwas überfordert und es lag eher an den schwachen Palästinensern, dass sie kaum gefährlich werden konnten. Nach 57 Minuten wurde dann Muto für Endo eingewechselt, wodurch die Japaner zwar ihren Spielmacher verloren, aber mit einem zweiten 10er näher am Strafraum Palästinas postiert waren. In dieser Phase spielte Japan ein 4-1-4-1, wodurch sie wieder vollkommen die Kontrolle über die Partie gewannen. Spätestens ab der 73. Minute kam dann kaum noch Gegenwehr, weil Ahmed Harbi Mahajna nach einem Foul an Muto mit Gelb-Rot vom Platz musste. In den letzten zehn Minuten ersetzte noch Toyoda Okazaki, was aber nichts am Ergebnis änderte. Japan gewann das Auftaktspiel in Newcastle mit 4:0.

 

Japan – Irak 1:0

Im zweiten Spiel der Gruppenphase begann Japan mit der gleichen Aufstellung wie gegen Palästina. Auch taktisch blieb die Mannschaft beinahe unverändert. Einzig im Defensivspiel agierte man ein bisschen abwartender.

Japan begann sehr stürmisch und offensiv, wodurch man sich schon früh die ersten Chancen erspielen konnte und den Irak kaum ins Spiel kommen ließ. Das 1:0 fiel in der 23. Minute, als Honda im Strafraum gefoult wurde und den Elfmeter mustergültig versenkte. Auch nach diesem Treffer machte Japan weiter Druck und konnte einige gute Chancen herausspielen. Besonders Honda und Kagawa fanden einige gute Möglichkeiten vor, konnten diese jedoch nicht verwerten. Nach der Pause wurde der Irak stärker und Kawashima konnte sich mit guten Paraden mehrmals auszeichnen. In der 63. Minute reagierte Aguirre und brachte Kiyotake für Inui und Konno für Endo. Dadurch wurde das System zu einem 4-2-3-1 umgestellt und mit Konno und Hasebe hatte man zwei Sechser auf dem Feld, die ihre Stärken eher in der Defensive haben. Mit dieser Taktik konnte Japan auch schon im Freundschaftsspiel gegen Australien den Sieg sichern. Kiyotake ersetzte Inui positionsgetreu, konnte aber als frischer Spieler das Spiel wieder ankurbeln. Japan stand nun sehr Defensiv und versuchte eher auf Konterchancen zu lauern. Durch diese Umstellung konnten die Japaner das Spiel ab der 70. Minute wieder gut kontrollieren und die drei Punkte sicher einfahren. In der 89. Minute wurde noch Muto für den Siegtorschützen Honda eingewechselt, der eine sehr starke Partie ablieferte, den Siegtreffer erzielte und mit drei Aluminiumschüssen auch noch Pech hatte. Somit gewann Japan in Brisbane mit 1:0.

 

Japan führt nun die Gruppe mit sechs Punkten an und trifft im letzten Gruppenspiel auf Jordanien. Im zweiten Teil des Artikels berichten wir über die weiteren Spiele Japans beim AFC Asian Cup.

Andreas Mejavsek, abseits.at

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Andreas Mejavsek