Manchester United und Olympique Lyon sind sich einig: der niederländische Jungstar Memphis Depay wechselt für 18,5 Millionen Euro von England zu seinem neuen Arbeitgeber.... Memphis Depays Wechsel zu Olympique Lyon: Ein Schritt zurück als große Chance?
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_Olympique Lyon Wappen StripesManchester United und Olympique Lyon sind sich einig: der niederländische Jungstar Memphis Depay wechselt für 18,5 Millionen Euro von England zu seinem neuen Arbeitgeber. Um auf Nummer sicher zu gehen bestand der Premier-League-Verein allerdings auf eine Rückkaufsoption.

Im Sommer 2015 wechselte der Linksaußen für 34 Mio € von PSV Eindhoven zu Manchester United. Bis dato kam Memphis auf 33 Premier-League-Einsätze in denen er zwei Tore schoss und einen Assist beisteuerte. Viel zu wenig für die Ambitionen des Rekordmeisters auf der Insel. Deshalb, aber auch da Spieler wie Mkhitaryan, Martial, Rashford oder Lingard oft bessere Leistungen zeigten, entschloss sich Manchester den Niederländer Richtung Lyon ziehen zu lassen. Da die Offensive der Red Devils auch ohne der oben genannten Spieler sehr gut besetzt ist, war kein Platz mehr für den talentierten Spieler Memphis Depay.

Die Stärken des 22-Jährigen liegen in seiner Schnelligkeit, Dribbelstärke und seiner Torgefährlichkeit. Diese konnte er in der härtesten Fußballliga der Welt selten bis nie ausspielen. Vielleicht lag es auch an der kampfbetonten Spielweise, die die Premier League praktiziert, dass er bei Manchester United nicht zum Zug kam.

Top oder Flop?

Variante 1: Memphis Depay macht in Frankreich einen großen Sprung nach vorne und wird für andere Topklubs wieder interessant. Natürlich hätten die „Red Devils“ die Nase vorn, da sie die Rückkaufsoption verhandelt haben.

Variante 2: Memphis Depay spielt unter seinen Erwartungen und findet auch in der Ligue 1 nicht mehr zu seiner Form, die ihn noch bei PSV Eindhoven auszeichnete. Wäre dies der Fall, würde Manchester United selbstverständlich nicht die Möglichkeit in Betracht ziehen den Spieler wieder zur Insel zurückzuholen. Würde es zu diesem Szenario kommen, ist die Weltkarriere wohl vorbei, bevor sie überhauptrichtig begonnen hat. Der WM-Dritte von 2014 wäre nicht der erste Jungstar, dem es so ergeht.

Bastelt United am großen Transfercoup?

Will man aber den Transfergerüchten Glauben schenken, bastelt Manchester United wieder an einem großen Transfercoup. Laut Gerüchten wollen die Engländer den französischen Superstar Antoine Griezmann für eine Rekordablöse von rund 115 Millionen Euro von Atletico Madrid in die englische Liga lotsen. Würde dieser Rekordtransfer in der nächste Zeit über die Bühne gehen, werden die Verantwortlichen von Manchester United den Niederländer nicht mehr zurückkaufen wollen.

Lyon setzt auf Verjüngungskur

Persönlich war dieser Schritt von Memphis Depay nachvollziehbar. Der erst 22-Jährige will in Frankreich wieder Spielpraxis sammeln, um an die Form, die er in Eindhoven hatte, anzuknüpfen.

Für Lyon war der Transfer definitiv eine Verstärkung, denn auf der Linksaußen-Position sind die Franzosen sehr dünn besetzt. Hier ist der Konkurrenzkampf nicht so stark wie in Manchester, denn Lyon besitzt mit dem erst 20-Jährigen Maxwel Cornet nur einen für die Position des Linksaußen.

Da aber Cornet meist auf am rechten Flügel eingesetzt wird und auf der Linksaußen-Position zuletzt meist der 32-Jährige Franzose Mathieu Valbuena spielt, öffnet sich für Memphis Depay die Möglichkeit auf seiner Lieblingsposition mehrere Einsätze zu bekommen, oder sich sogar in die Stammelf zu etablieren. Der bereits in die Jahre gekommene Spieler wird höchstwahrscheinlich für den Jungen Niederländer weichen müssen. Lyon startet eine Verjüngungskur, zurzeit besitzen sie den drittjüngsten Kader der Ligue 1. Die Franzosen basteln an ihre Zukunft um in den nächsten Jahren wieder um die französische Meisterschaft mitmischen zu können.

Maßgeschneidertes System

Das System der Lyonnais ist maßgeschneidert für Memphis, da sie mit der Aufstellung 4-3-3 und mit einer offensiven Ausrichtung die Spiele bestreiten. Dieses System ist der junge Niederländer von seiner Zeit in Eindhoven sehr gut gewöhnt und hat mit seinen 22 Ligatreffern viel zum Meistertitel in der Eredivisie beigetragen. Dabei wurde er Torschützenkönig in der niederländischen Liga, es spricht also einiges dafür, dass er sich schnell an die Spielweise und das System lyons gewöhnen wird. Da der torgefährliche Flügelflitzer nicht nur Tore schießen kann sondern auch noch seine Mitspieler brillant in Szene setzt hat er in der Vergangenheit oft gezeigt. Mit Alexandre Lacazette hat Memphis einen ausgezeichneten und treffsicheren Mittelstürmer neben sich. Lacazette hat derzeit in 16 Ligaspielen 17 Tore erzielt und ist hinter Edinson Cavani der zweitbeste Torjäger der Ligue 1 in dieser Saison. Wenn Depay sich wirklich so pudelwohl in Lyon fühlt wie angenommen, darf man sich über ein weiteres Top-Duo in Europa freuen.

Man kann auf jeden Fall gespannt sein, wie sich Memphis in Frankreich entwickelt und ob er nochmal die Chance bekommt in der Premier League oder in einer anderen europäischen Topliga spielen zu dürfen.

Martin Trimmel, abseits.at

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Martin Trimmel