Meistens sind Verträge zwischen Vereinen und Spielern keine besonders aufregende Sache. Der ehemalige Rapid-Sportdirektor Helmut Schulte meinte unlängst in der Sendung „Sport und Talk... Kuriose Klauseln in Spielerverträgen:  Von Kochkursen und “Schweigegeld“
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Vertrag 2_abseits.atMeistens sind Verträge zwischen Vereinen und Spielern keine besonders aufregende Sache. Der ehemalige Rapid-Sportdirektor Helmut Schulte meinte unlängst in der Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar 7“, dass die Spieler Standardverträge unterzeichnen, bei denen sich bloß die Zahlen unterscheiden. Hie und da stößt man aber auch auf kuriose Vertragsklauseln, die wir euch nun präsentieren wollen.

Keine weiten Reisen

Die Verteidiger zitterten vor ihm, er zitterte vor Flugreisen. Der Niederländer Dennis Bergkamp leidet auch heute noch unter starker Flugangst und ließ sich beim FC Arsenal deshalb vertraglich zusichern, dass er Auswärtsspiele nur dann bestreiten muss, wenn er auf dem Land, beziehungsweise Wasser anreisen darf. Seine Flugangst war bereits 1994 ein großes Thema, als er mit den Niederlanden bei der Weltmeisterschaft quer durch die USA flog. Dieses Handicap hindert ihn auch daran, die Nachfolge von Arsene Wenger bei Arsenal anzutreten, was sich viele Fans der Gunners erhofft hatten. Bergkamp beteuerte, dass er nie wieder fliegen werde, weshalb ein Trainerposten bei einem Klub, der noch dazu international spielt, nicht in Frage kommt.

Ein Kochkurs für Madame

Rolf-Christel Guié-Mien war bei acht Vereinen in Deutschland tätig und stieg vergangenes Jahr mit dem SSV Merten in die Landesliga ab. Davor kickte der 27-fache kongolesische Nationalspieler allerdings auch in der deutschen Bundesliga und schoss für Eintracht Frankfurt in 95 Spielen 20 Tore. Bevor er in der Saison 1998/99 bei der Eintracht unterschrieb, ließ er sich vom Klub vertraglich zusichern, dass seine Frau einen Kochkurs bezahlt bekommt. Anscheinend hatte der offensive Mittelfeldspieler nicht allzu viel Vertrauen in die Kochkünste seiner Gattin und wenn man sich seine Trefferquote ansieht, dann war das Geld in diesem Fall nicht schlecht angelegt.

Schweigegeld für Thiago Silva

Kein anderer Innenverteidiger auf der Welt verdient mehr als PSG-Abwehrspieler Thiago Silva. Der Brasilianer erhält laut Medienberichten zwölf Millionen Euro im Jahr und darf sich über weitere 492.000€ freuen, wenn er einfach den Mund hält. Diesen Bonus bekommt er nämlich, wenn er sich in den Medien nicht kritisch über seinen Klub, oder die Eigentürmer des Vereins äußert.

Giuseppe Reina und die kleinen Häuser

Zwischen 1996 und 1999 spielte der deutsch-italienische Stürmer bei Arminia Bielefeld und schoss in 97 Partien 22 Tore. Sein Verein geriet allerdings in dieser Zeit Geldnot, da die stark leistungsbezogenen Verträge zwar für gute Ergebnisse sorgten, diese jedoch dem Klub teuer kamen. Giuseppe Reina ließ sich neben 20.000 Mark Grundgehalt noch die Zusage in den Vertrag schreiben, dass der Verein ihm jedes Jahr ein Haus bauen würde. Er vergaß allerdings schriftlich festzuhalten, wie groß das Haus sein soll, weshalb ihm sein Arbeitgeber, der an allen Enden sparen musste, kleine Häuser aus Lego bastelte.

Abheben verboten

Der 69-fache schwedische Nationalspieler Stefan Schwarz beendete 2003 seine Karriere beim AFC Sunderland. Als er im Jahr 1999 seinen Vertrag auf der Insel unterschrieb, hatte ihn sein Manager für einen privaten Flug ins All vorgemeldet. Stefan Schwarz wollte die Erde von oben sehen, doch die Ambitionen des Weltraumtouristen waren seinem zukünftigen Arbeitgeber natürlich alles andere als recht. Deshalb bestand sein Verein auf eine Klausel, dass der Schwede während seiner Vertragszeit auf der Erde bleiben muss.

Disco, Disco! Party, Party!

Ronaldinho ist zweifellos einer der genialsten Fußballer aller Zeiten, aber bei so gut wie allen Stationen machte er zum Leidwesen seiner Trainer in Klubs und Diskotheken die Nacht zum Tag. Schon bei Paris Saint-Germain, seiner ersten Station in Europa, warf ihm Trainer Luis Fernandez vor, dass er sich mehr auf die Pariser Diskotheken konzentrierte. Milan-Coach Carlo Ancelotti schlug einige Jahre später in die gleiche Kerbe. Bei Atletico Mineiro soll er sich deswegen eine Klausel ausgehandelt haben, die an Abmachungen mit einer Ehefrau erinnern. Der brasilianische Star soll vertraglich festgelegt haben, dass er zweimal in der Woche am Abend ausgehen und feiern darf, ohne dass der Klub Sanktionen verhängen darf.

Geld sparen mit Arsène Wenger

Alex Oxlade-Chamberlain wechselte im Jahr 2013 vom FC Southampton zu Arsenal. Die Saints handelten eine Vertragsklausel aus, die besagte, dass der Klub für jeden Einsatz der 20 Minuten oder länger dauert, noch einmal einen Bonus von 14.000 Euro zusätzlich bekommt. Was machte also Trainerfuchs Arsène Wenger? Er schickte den Spieler in den meisten Fällen knapp nach der 70. Minute aufs Feld. Southampton schickte dennoch Rechnungen nach London, da der Klub der Meinung war, dass auch die Nachspielzeit einberechnet werden müsse. Arsenal verzichtete auf lange Diskussionen und bezahlte für die Kurzeinsätze, wahrscheinlich auch weil der Klub nicht wollte, dass diese Klausel öffentlich wird. Die Daily Mail bekam dennoch Wind von der Geschichte und veröffentlichte zum Leidwesen des Vereins diese Klausel, die auf den Meisterschaftsbetrieb eigentlich keinen Einfluss nehmen sollte.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger