In einem sehr zähen Spiel entscheidet die individuelle Qualität über das Ergebnis, wir haben für euch den 2:0-Sieg der Austria über die SV Ried... Individuelle Qualität entscheidet Partie: Austria besiegt Ried mit 2:0
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_Larry Kayode - FK Austria WienIn einem sehr zähen Spiel entscheidet die individuelle Qualität über das Ergebnis, wir haben für euch den 2:0-Sieg der Austria über die SV Ried analysiert.

Austria mit schwachen Verbindungen im Aufbau

Die Austria agierte im Aufbau stets mit einer Dreierkette. Diese konnte sich jedoch unterschiedlich zusammenstellen:

  1. Holzhauser kippt zwischen beide Innenverteidiger ab.
  2. Serbest kippt diagonal ab, Martschinko rückt ins zentrale Mittelfeld.
  3. Verschobene Dreierkette mit Martschinko als linker Halbverteidiger, Rotpuller in der Mitte und Windbichler rechts.

Altbekannte Probleme gab es dennoch, diese Flexibilität wurde bisweilen zum Verhängnis und man stellte unpassende Staffelungen her, als zum Beispiel nur Holzhauser im Zentrum war und rund um ihn herum keine Verbindungen hergestellt wurden. Aus diesem Grund konnte man nur selten ins letzte Drittel kommen, meist nur über hohe Bälle oder auch Flügeldurchbrüche, die jedoch recht selten waren.

Defensiv gab es für die Wiener wenig zu tun

Das organisierte Pressing fand bei der Austria recht selten statt, da die SV Ried sehr schnell nach Ballgewinn umschalten und kaum kontinuierlich das Spiel aufbauen wollte. So gab es in der Defensive vor allem Umschaltaktionen für die Wiener zu bewältigen. Zwar ist das Gegenpressing der Austria nicht sehr organisiert, jedoch setzten sie recht schnell nach Ballverlust nach. Die Schnelligkeit der Offensivspieler der Austria ist hierbei natürlich sehr behilflich.

Tiefes Mittelfeldpressing der Rieder

Rieds 4-4-2 Mittelfeldpressing agierte wenig intensiv und ließ die Austria die Bälle ohne viel Bedrängnis bis ins Mittelfeld zirkulieren. Die Mitte stellte man zwar nicht optimal zu, agierte jedoch kompakt genug um Folgeaktionen von Schnittstellenpässen zu verteidigen und im Zwischenlinienraum den Violetten kaum Platz und Zeit zu geben. Man wollte die Gastgeber auf die Flügel drängen und dort Ballgewinne erzielen. Letzteres klappte zwar nur bedingt, jedoch schaffte man es prinzipiell Durchbrüche der Austria zu verhindern.

Wenig Chancen in der Offensive

Offensiv wollte die SV Ried vor allem über Konter zum Erfolg kommen, nach Ballgewinn suchte man Ademi und Elsneg so schnell wie möglich und unterstützte dann mit Honsak und Möschl über die Flügel. Durch die teils sehr tiefe Ausrichtung im Pressing war der Weg nach vorne jedoch sehr weit, was effektives Konterspiel erschwerte. Zudem setzte die Austria zumindest individuell meist nach Ballverlust nach, was die Gegenangriffe der Rieder behinderte.

Ein Spiel, wie man es gewohnt ist

Es entwickelte sich recht bald das typische Austria Spiel: Der Gegner stand nicht besonders gut, agierte jedoch ausreichend konsequent in seinen Mannorientierungen und verhinderte somit Penetration der Linien durch Pässe. Die Violetten zirkulierten den Ball in der ersten Linie so lange, bis sie meinten einen weiten Ball auf die Flügel oder nach vorne spielen zu können, woraufhin man entweder den Ball verlor oder keinen entscheidenden Durchbruch erzielen konnte. Selten wurden diese hohen Bälle gut vorbereitet und ausgeführt, sodass Folgeaktionen sehr schwierig waren.

Nur durch seltene Konter konnte man zu Halbchancen kommen. Diese spielte man jedoch auch meist sehr schwach fertig, oft endeten diese Angriffe mit Distanzschüssen. Dies lag oft an zu flachen Staffelungen in der letzten Linie und generell zu wenigen Optionen. Das Austria Spiel war unsauber und ohne Verbindungen, weshalb sich Pires, Venuto und Kayode immer wieder tiefer zurückfallen ließen um Bälle zu bekommen. Von dort versuchten meistens mit Dribblings den Ball nach vorne zu bringen. Da es dann jedoch nach vorne keine Anspielstationen gab, wurden einige Bälle wieder verloren.

Gute, jedoch kurze Phase der Rieder gegen Halbzeitende

Die Rieder wurden in den Schlussminuten der ersten Halbzeit zusehends mutiger und pressten höher, rückten öfter mannorientiert aus der Formation heraus um die Austria beim Aufbau zu stören. Dies resultierte auch in ein, zwei guten Ballgewinnen die man zum Konter nutzen konnte. Eine gute Chance in der 41. Minute vergab man nach Stanglpass. Die Austria verteidigte diese Szene mit einem guten Block im letzten Moment. So blieb man bis zur Pause torlos.

Die zweite Halbzeit

Nach der Pause agierte Holzhauser deutlich höher, seine Positionsfindung wirkte jedoch oftmals improvisiert. Er versuchte immer wieder den Zehnerraum zu besetzen, tat dies aber selten mit richtigem Timing. Die Unverbundenheit der Austria verstärkte sich nur, man agierte nicht kollektiv und in eigenen Situationen schien man überhaupt nicht aufeinander abgestimmt zu sein. Das Spiel der Wiener ist ja unter Fink sehr Individuums-fokussiert, was auch die mannschaftliche Inkohärenz erklärt. Die Oberösterreicher fanden hingegen nach Kontern immer wieder Chancen, wenngleich sie diese nicht optimal fertig spielen konnten. Hier fehlte auch einfach die individuelle Qualität, da hier die Austria auch in der Hintermannschaft überlegen ist.

Und genau diese individuelle Qualität brachte die Wiener in Führung: Grünwald schoss einen Freistoß vom rechten Strafraumeck ins lange Kreuzeck, Gebauer konnte den Ball nur leicht streifen. Nur wenig später traf Kayode dann nach einer starken Flanke von der Strafraumgrenze (übrigens eine der wenigen Zonen, von wo Flanken effektiv sein können) per Kopf, stand jedoch davor im Abseits, das Tor hätte also nicht zählen dürfen. Dieses Tor entschied dann schlussendlich die Partie, keine der beiden Mannschaften konnte noch ein Tor erzielen.

Fazit

Eine einmal mehr sehr unverbundene Austria schafft es erneut ein Spiel aufgrund ihrer individuellen Qualität zu entscheiden. Die Rieder versuchten gar nicht erst diese schwachen Passstrukturen auszunutzen und intensiv zu pressen, wenngleich es in den wenigen Situationen in denen man es tat sehr gut funktionierte.

David Goigitzer, abseits.at

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