Bevor heute die Rückspiele in der Europa League steigen und Schalke gegen Ajax die Aufholjagd starten will, möchten wir noch einmal kurz in Nostalgie... UI-Cup-Finale 2003 gegen Schalke: Was wurde aus den Helden des Paschinger Sommermärchens
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_Oberösterreich LandeswappenBevor heute die Rückspiele in der Europa League steigen und Schalke gegen Ajax die Aufholjagd starten will, möchten wir noch einmal kurz in Nostalgie schwelgen! Damals als in – oder besser gesagt um – Linz ein Hauch von europäischem Spitzenfußball wehte. Vor etwa dreizehneinhalb Jahren kickte der SV Pasching den späteren deutschen Meister Werder Bremen mit einem Gesamtscore von 5:1 aus dem UI-Cup-Halbfinale – quasi der Qualifikation für den UEFA-Cup, der heutigen Europa-League. Dadurch standen die Mannen von Heinz Hochhauser sensationell im Finalspiel und matchten sich mit Jupp Heynckes‘ Schalke 04 um den Einzug in den UEFA-Cup. Das Hinspiel in Pasching ging zwar mit 0:2 verloren, trotzdem ging dieser heiße, mit zahlreichen Bundesligastars gespickte Sommerabend in die jüngere Fußballgeschichte im oberösterreichischen Zentralraum ein. Zuletzt sahen wir ja Edi Glieder als TV-Experte wieder, wir haben uns deshalb gefragt, was ist eigentlich aus seinen Teamkollegen geworden und haben deshalb nachgeforscht.

Josef Schicklgruber (damals 36 Jahre – Torwart)

Der in Ansfelden, nicht weit von Pasching entfernt geborene Schlussmann, kehrte von Graz in seine Heimat zurück. Der mit Sturm schon Champions-League erprobte Keeper, spielte nach seinem zweiten Frühling in Oberösterreich dann sogar noch einmal bei Sturm und dann kurz bei Altach, ehe er im oberösterreichischen Unterhaus seine Karriere spät ausklingen ließ. Heute organisiert er mit Mani Bender Fußballcamps, besitzt das UEFA-A-Lizenz-Diplom und ist beim ASKÖ Kematen-Piberbach noch als (bislang einsatzloser) Aktiver angemeldet.

Manfred Rothbauer (27 Jahre – Rechter Verteidiger)

Der Defensivallrounder kehrte nach einer Saison zu der Wiener Austria zurück. Danach wechselte er zum LASK, Vöcklabruck und Steyr, wo er seine aktive, sportliche Karriere beendete. In der Stadt am Enns-Fluss absolvierte er die Ausbildung zum diplomierten Physiotherapeuten. Jetzt behandelt er per Gymnastik, Laser oder Elektrotherapie angeschlagene Sportler.

Michael Baur (34 Jahre – Innenverteidiger)

Der Routinier und 40-fache Teamspieler war wohl der bekannteste Spieler im damaligen Kader. Drei Saisonen trug der unumstrittene Abwehrchef das Trikot der Paschinger, ehe er für zwei Saisonen beim LASK andockte und dort nach dem Bundesligaaufstieg die Defensive stabilisierte. Danach wurde er dort Co- und in Anif bzw. Grödig Chef-Trainer, wo er im Juni 2015 entlassen wurde.

Patrick Pircher (21 Jahre – Innenverteidiger)

Der junge Vorarlberger spielte in der Folge bei Bregenz, Admira, Mödling, Augsburg und Altach wo er seine Spitzenfußball-Karriere quasi beendete. Danach kehrte er kurz zum mittlerweile zum mittlerweile in der Regionalliga spielenden SV Pasching zurück, ehe er über Dornbirn und Bregenz nach Schwarzach kam, wo er in der Heimat beim Landesligisten die Karriere ausklingen ließ.

Tomasz Wisio (21 Jahre – Linker Verteidiger)

Der Pole kam schon in jungen Jahren aus Krakau nach Pasching. Dort nutzte er das Sprungbrett und spielte später eine Saison in Bielefeld und danach sogar bei Red Bull Leipzig. Dazwischen war er bei mehreren griechischen Vereinen aktiv, ehe er 2013 nach Österreich, zum SKN St. Pölten zurückkehrte. Seit Jänner ist er wieder in seinem Geburtsland beim GKS Katowice aktiv und kam dort bislang dreimal zum Einsatz.

Bozo Kovacevic (23 Jahre – Defensives Mittelfeld)

Dem Defensivmann aus Wien hat seine Heimat in Oberösterreich gefunden. Der 9-fache Teamspieler spielte sonst noch in Ried und Steyr. Mit 37 Jahren beendete er erst kürzlich seine aktive Spielerkarriere beim ASKÖ Oedt, dem Klub vom damaligen Teamkollegen Christian Mayrleb bzw. Mäzen Franz Grad. Dort ist er jetzt Trainer der zweiten und der U18-Mannschaft.

Markus Kiesenebner (24 Jahre – Defensives Mittelfeld)

Der Linzer musste aufgrund einer schweren Knieverletzung seine Karriere 2009 abrupt aufgeben. Zuvor erlebte er seine Hochblüte bei der Wiener Austria, ehe er sich den Legionärstraum bei Lilleström erfüllte. Bei 12 A-Teameinsätzen gelang Kiesenebner ein Tor. Mit aktivem Fußball hat der morgen Freitag seinen 38. Geburtstag feiert jetzt weniger zu tun. Er gründete die MKI Interational Holding, ein weltweit tätiges Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (spezialisiert auf Sportprojekte) und ist zusätzlich auch Direktor bei zwei weiteren Firmen.

Helmut Riegler (26 Jahre – Rechter Flügel)

Der Linzer war beim steilen Aufstieg von Dorf- zum Bundesligaklub von Anfang an mit dabei und damit so was wie das Urgestein oder der Local Hero in der Paschinger Sensationsmannschaft. Im Sommer 2004 wechselte er zum LASK, ehe der beidfüßige Mittelfeldantreiber im Unterhaus bei Perg, St. Florian und Amstetten die Karriere ausklingen ließ. Dort war er bis 2012 Co-Trainer der Kampfmannschaft.

Alexander Hörtnagl (22 Jahre – Linker Flügel)

Der Tiroler U21-Teamspieler durchlief nach seiner Zeit in Oberösterreich mehrere Stationen. Bei Wacker Tirol, Aussee, Parndorf, Vöcklabruck und Wattens schnürte er seine Fußballschuhe.

Faruk Atalay   (22 Jahre – Offensives Mittelfeld)

Der türkische Jungendnationalspieler wechselte nach seiner Pasching-Zeit nach Belgien zu Antwerpen und Mouscron. 2005 ging er dann in seine Heimat zurück, wo er bis 2012 bei sechs verschiedenen Vereinen anheuerte und dann seine Karriere beendete.

Edi Glieder (34 Jahre – Stürmer)

Der vierfache Länderspieltorschützte hat nach dem UI-Cup-Spiel zweifelsohne die steilste Karriere hingelegt. Unmittelbar nach dem Duell wurde der damals bereits 34-Jährige für 200.000 Euro für ein Jahr leihweise nach Schalke geholt. Dort avancierte er schnell zum Publikumsliebling und erzielte zwei Tore in 16 Bundesliga-Spielen für Königsblau. Danach war er noch in Österreich aktiv (Pasching, FC Kärnten, Grödig), ehe er 2010 die Schuhe an den Nagel hing. Nach Trainer-Stationen bei Vorwärts Steyr und Wals-Grünau analysiert der heute 48-Jährige im TV-Studio Europa-League-Partien.

Michael Horvath (21 Jahre – Innenverteidiger / ab 73. Minute)

Als Wechselspieler in Minute 73 gebracht, verließ der Abwehrspieler Pasching nach der Saison. Er heuerte beim SC Interwetten, Admira Wacker, dem GAK und dem ASK Schwadorf an, ehe er in Oberschützen seine aktive Laufbahn beendete. Der Burgenländer ist auch jetzt noch in der Bundesliga aktiv, seit 2015 als Co-Trainer bei Admira Wacker.

Christian Mayrleb (31 Jahre – Stürmer / ab 58. Minute)

Der Paschinger Rekordtorschütze (49 Tore) und 29-facher Teamspieler spielte in der Folge noch bei Red Bull Salzburg und dem LASK, ehe er bei Stadl Paura die aktive Karriere ausklingen ließ. Dort übernahm „Moarli“ das Traineramt und führte den Verein aus der fünften- in die Regionalliga. Seit Anfang dieses Jahres ist der Welser bei einem anderen, finanzstarken oberösterreichischen Unterhausklub engagiert, dem ASKÖ Oedt, aktuell Zweiter in der Oberösterreich-Liga.

George Datoru (26 Jahre – Stürmer / ab 80. Minute)

Der antrittsschnelle Stürmer wechselte in der darauffolgenden Wintertransferzeit nach Griechenland zu Xanthi. Danach folge ein zweijähriges Gastspiel auf Zypern bei Larnaka, ehe er die Karriere in Israel ausklingen ließ.

Heinz Hochhauser  (56 Jahre – Trainer)

Für seinen mit Knieproblemen geplagten Kumpel Georg Zellhofer sprang der Welser erst wenige Tage vor dem UI-Cup Halbfinale in Pasching ein. Später führte er den SV Ried wieder zurück ins Oberhaus und wechselte dann zu Red Bull Salzburg, wo er zunächst die Nachwuchsarbeit, dann die sportliche Leitung innehatte. Seit 2011 steht er dem Dauermeister noch als externer Berater zur Verfügung. Im Februar feierte er seinen siebzigsten Geburtstag, vom Fußball hat er sich mittlerweile aber weitgehend verabschiedet.

Paschinger Waldstadion (6.000 Zuschauer)

Nicht zu vergessen: Das Sommermärchen erst ermöglicht hat das kleine Vorort-Stadion, in der 7000-Seelen Gemeinde Pasching, südwestlich von Linz. Nachdem die Lizenz des SV Pasching in der Folge von Jörg Haider nach Kärnten geholt wurde, stand das zuvor um eine schicke Stehplatztribüne adaptierte Stadion mehr oder weniger leer. Nur Unterhaus- bzw. Nachwuchsmannschaften nutzten die Top-Infrastruktur samt dem Trainingsareal neben dem Waldbad. Spätestens seit dieser Saison hat der LASK aber die Liebe zum kleinen, aber stimmungsvollen Schmuckkästchen an der 3er Bim-Linie entdeckt und dort den Grundstein zum Comeback in die Bundesliga gelegt. Dort, im österreichischen Fußball-Oberhaus werden wir ab Sommer dann auch wieder das 6.000 Zuschauer fassende Waldstadion sehen, wenn die Schwarz-Weißen im Oberhaus ihr Comeback geben werden.

Zum Spiel: FC Superfund Pasching – FC Schalke 04  0-2 (0-1)

Auf der anderen Seite vertraute Schalke-Coach Jupp Heynckes folgender Mannschaft: Frank Rost, Aníbal Matellán (68./Thomas Kläsener), Tomasz Hajto, Tomasz Waldoch, Nico Van Kerckhoven, Christian Poulsen, Levan Kobiashvili, Hamit Altintop, Victor Agali (83./Seitz), Gerald Asamoah, Ebbe Sand (76./Darío Rodríguez)

Tore: 0-1 Hamit Altintop (19.), 0-2 Viktor Agali (47.)
Schiedsrichter Cosimo Bolognino (Italien)
Dienstag 12.8.2003 – 18 Uhr, Waldstadion Pasching (6.000 Zuschauer)

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Werner Sonnleitner