Am 26. Spieltag der 2. deutschen Bundesliga standen unsere Legionäre in mehreren Spielen wieder im Fokus. So gab es die ein oder andere Torbeteiligung... 2. Deutsche Bundesliga: Der Legionärs-Check vom 26. Spieltag
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_Robert Zulj (SV Ried)Am 26. Spieltag der 2. deutschen Bundesliga standen unsere Legionäre in mehreren Spielen wieder im Fokus. So gab es die ein oder andere Torbeteiligung zu verzeichnen und es gab gleich zwei Startelfcomebacks. Außerdem stand ein heimischer Torhüter ungewollt im Mittelpunkt eines Gegentreffers.

Startelfcomeback und Premierentor

Der Karlsruher SC musste am Freitagabend in Nürnberg antreten. Bei den Gastgebern fehlte Margreitter aufgrund einer Verletzung am großen Zeh. Karlsruhe musste auf Hoffer verzichten, der seit gut zwei Wochen wegen einer Innenbandverletzung im Knie nicht zur Verfügung steht. Erfreulich hingegen war das Startelfcomeback von Sallahi bei den Mannen aus Baden. Nach zwei überstanden Verletzungen (Nasen-OP und muskuläre Probleme) startete der ehemalige Akteur der Bayern Amateure links hinten in der Viererkette. Es war sein erster Einsatz seit Mitte November. Er ersetzte dabei den angeschlagenen Kempe. Sein persönliches Highlight geschah in Minute 24., als er sich aus gut 25 Metern ein Herz nahm und einfach mit seinem schlechteren rechten Fuß abzog. Der Ball wurde dabei von einem Nürnberger Verteidiger so unglücklich abgefälscht, dass die Kugel schlussendlich ins Tor fand. Ansonsten spielte er eine abgeklärte Partie auf seiner linken Abwehrseite und ließ dabei nicht viel zu. Die meisten Angriffe der Nürnberger liefen über die rechte Seite der Karslruher und so hatte er relativ wenig zu tun. Offensiv konnte er jedoch kaum Akzente setzen. Sallahi spielte durch und verlor mit seiner Mannschaft knapp mit 1:2.

Obwohl ihm Coach Pereira mangelnde Zweikampfstärke und Laufbereitschaft attestierte, durfte Michael Liendl im Auswärstspiel in Düsseldorf von Beginn an ran. Bei den Gastgebern saß Gartner 90 Minuten lang auf der Bank. Liendl agierte neben Lacazette im zentralen Mittelfeld und versuchte sofort das Spiel an sich zu reissen. Er ist ganz klar der Boss im Spiel der Löwen und tritt alle Standards bei seinem Verein. In der ersten Hälfte konnte er aus den ruhenden Bällen noch keine Torgefahr erzeugen; dies änderte sich jedoch in Halbzeit zwei. Zehn Minuten nach Wiederbeginn brachte er einen Freistoß von der Seite zur Mitte, welcher punktgenau den Kopf von Aigner fand, der aus kurzer Distanz keine Probleme hatte den Ball im Tor unterzubringen. Der Österreicher wurde nach rund 70 Minuten ausgewechselt. Liendl zeigte eine engagierte Leistung, war stark am Spielgeschehen beteiligt und konnte einige Torchance der Münchner einleiten. Sein Auftritt war auf jeden Fall eine Bewerbung für kommende Startelfeinsätze.

Im dritten Spiel am Freitag konnte Aue durch ein Traumtor von Adler die Paulianer aus Hamburg mit 1:0 besiegen.

Kurioses Ende in Würzburg

Eine Nullnummer der schwächeren Sorte gab es bei der Begegnung zwischen Sandhausen und Bochum. Bei den Bochumern startete Wydra gemeinsam mit Stiepermann auf der Doppelsechs vor der Viererabwehrkette. Er agierte dabei eher unauffällig, fand nicht so ganz in die Partie und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Ein eher dürftiger Auftritt des Österreichers, der im nächsten Spiel wohl mit Losilla und Stiepermann um die zwei Plätze im defensiven Mittelfeld rittern wird. Maro Knaller stand bei Sandhausen wie gewohnt zwischen den Pfosten und konnte bereits zum neunten Mal in dieser Saison die Null festhalten. In einem chancenarmen Spiel zeichnete er sich bereits nach 15 Minuten aus, als er aus kurzer Distanz einen Schuss mit einem glänzenden Reflex abwehren konnte. Ansonsten spielte er fehlerfrei und war ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Kapitän Kulovits spielte im zentralen Mittelfeld im 4-4-2 System und hatte dabei vorwiegend Defensivaufgaben zu erledigen. Da das Spiel von vielen Fehlern gekennzeichnet war konnte auch der Österreicher keine richtige Struktur in die Partie bringen. Er war heute stärker am Spielsystem beteiligt als sein Partner Linsmayer, konnte aber keine Chancen einleiten; geschweige denn selbst Torgefahr ausstrahlen. In einer schwachen Partie konnte er nicht herausragen.

Würzburg verspielte kurz vor Schluss eine 1:0 Führung und erreichte somit nur einen Punkt aus dem Heimspiel gegen Bielefeld. Bei den Heimischen stand Siebenhandl im Tor und zeigte eine äußerst souveräne Leistung. Es fiel vor allem auf, dass er stark mitspielte und einige Bälle abfangen konnte. Auch seine Ausschüsse verbreiteten immer wieder Gefahr, da sie bis tief in die gegnerische Hälfte gingen. Beim Gegentor war er machtlos. Dabei versuchte Diaz einen Ball im 16er zu klären, jedoch rutschte ihm der Ball über den Rist, er erwischte ihn mit dem Außenrist und bugsierte das Leder über Siebenhandl hinweg ins eigene Tor. Unglücklich ist hierbei noch etwas untertrieben. Prietl saß bei der Arminia zu Beginn auf der Bank, wurde dann aber nach gut 70 Minuten ins Spiel gebracht. Er konnte bei seinem Einsatz keine wesentlichen Akzente mehr setzen, er bestach einzig durch seine Zweikampfstärke. Wann er wieder seinen Platz in der Startelf findet ist noch ungewiss.

Martin Harnik konnte mit seinen Hannoveraner den Austiegskontrahenten Union Berlin mit 2:0 besiegen. Der Österreicher agierte dabei mit Füllkrug von Beginn an im Doppelsturm. Der bewegliche Offensivmann hatte in Hälfte eins eine gute Torchance, als er nach einem starken Lauf in den leeren Raum freigespielt wurde, den Ball aber knapp am Tor vorbeisetzte. Nach dem Pausenpfiff konnte er sich als Vorbereiter auszeichnen. Er lupfte den Ball über die Abwehr hinweg auf den zweien Pfosten, wo Füllkrug sich nicht zweimal bitten ließ und das Leder versenkte. Es war eine gute Leistung des Österreichers, der sich wieder 90 Minuten lang in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte. Radlinger saß wie gewohnt auf der Bank. Auf der anderen Seite startete Trimmel rechts hinten in der Viererkette, Hosiner wurde nach 69 Minuten eingewechselt, Pogatetz saß auf der Ersatzbank und Gspurning stand nicht im Kader. Letzterer musste für den wiedergenensen Busk seinen Kaderplatz aufgeben. Trimmel war wie gewohnt stark am Spielaufbau beteiligt und versuchte durch Flanken offensiv gefährlich zu werden. Einzig seine doch recht vielen Fehlpässe in der Spieleröffnung trüben seine ansonsten engagierte Leistung. Hosiner kam direkt nach dem Gegentor ins Spiel, war aber kaum am Matchgeschehen beteiligt und konnte keinen Umschwung mehr bewirken.

Doppelter Zulj in Heidenheim

Am Sonntag gastierten die Fürther in Heidenheim. Robert Zulj stand in der Startformation, Gugganig war 90 Minuten lang auf der Ersatzbank und Derflinger stand nicht im Kader. Auf der anderen Seite war Rasner ebenfalls nur Ersatz. Zulj erwischte einen starken Tag, er konnte zwei Tore erzielen und war Vater des Erfolgs des Kleeblatts. Vor allem in Hälfte eins machten die Fürther gehörig Dampf nach vorne. Allen voran Zulj, der insgesamt fünf Torschüsse abgab und über den jeder Angriff der Franken lief. Nach der 1:0 Pausenführung kam Heidenheim besser ins Spiel, doch Fürth konnte durch Zulj einen Nadelstich setzen. Nach einem Konter bewegte sich der Österreicher perfekt in die Zentrale und schiebt den Ball gekonnt ein. Ein bärenstarker Auftritt von Zulj, der mit seiner Mannschaft seit nun mehr acht Spielen nicht mehr verloren hat.

Kaiserslautern befindet sich nach der 0:1 Niederlage zu Hause gegen Braunschweig endgültig im Abstiegskampf. Trainer Meier stellte das System um und begann mit einem 3-5-1-1. Vucur mimte dabei den rechten Innenverteidiger und Mwene spielte davor als rechter Mittelfeldmann. Mwene stand das ganze Spiel über im Blickpunkt. Zu Beginn brachte er seinen eigenen Keeper in Verlegenheit, als er durch eine Kopfballrückgabe beinahe ein Eigentor fabrizierte. Kurz darauf wurde er duch einen Distanzschuss gefährlich. Auch in Hälfte zwei stand er im Fokus, als er einen Flankenball zur Mitte bringen wollte, dieser aber von einem Braunschweiger mit der Hand geklärt wurde. Es gab ungerechtfertigterweise keinen Strafstoß. Vucur stand recht solide in der Verteidigung, agierte meist sehr robust im Zweikampf und leistete sich kaum Fehlpässe. Auch am Spielaufbau war er rege beteiligt und so kann man erwarten, dass er weitere Einsätze in dieser Saison bekommen wird.

Der VfB Stuttgart teilte sich bei einem packenden 3:3 mit Dynamo Dresden die Punkte. Beim VfB stand Klein nicht im Kader.

Fazit

Liendl konnte bei seinem Startelfeinsatz überzeugen und dürfte wohl auch im nächsten Spiel beginnen. Dasselbe gilt für Vucur, der ebenfalls eine engagierte Leistung bot. Siebenhandl, Knaller, Mwene und Harnik zeigen ebenso ansprechenden Leistungen für ihre Vereine. Der Legionär des Spieltags war Zulj, der mit seinen beiden Toren die Heidenheimer im Alleingang erledigte. Trimmel konnte dieses Mal nicht ganz an seine Form der letzten Spiele anknüpfen. Dasselbe gilt für dem Sandhäuser Kulovits. Sallahi durfte ebenfalls wieder ran, erzielte sogar ein Tor und spielte ganz solide. Die fehlende Spielpraxis war ihm aber phasenweise noch anzumerken. Wydra hatte diesesmal nicht seinen besten Tag erwischt. Hosiner und Prietl wurden eingewechselt, konnten aber nichts bewirken. Gugganig, Rasner, Radlinger, Pogatetz und Gartner saßen bei ihren Vereinen nur auf der Bank. Klein, Gspurning, Margreitter, Stöger, Derflinger und Hoffer standen aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kader ihrer Teams.

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Thomas Schützenhöfer