Teil drei unserer Legionärs-Vorschau führt uns heute in die englischen Midlands, genauer gesagt nach Stoke on Trent. Dort feierte man kürzlich die Vertragsverlängerung des... Marko Arnautovic – Wohlfühloase Britannia Stadium
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_Marko Arnautovic - Stoke CityTeil drei unserer Legionärs-Vorschau führt uns heute in die englischen Midlands, genauer gesagt nach Stoke on Trent. Dort feierte man kürzlich die Vertragsverlängerung des Publikumslieblings Marko Arnautovic. Das Team von Mark Hughes möchte auch heuer wieder in den Top-Ten landen, der linke Flügelstürmer soll dabei wieder tatkräftig mithelfen!

Publikumsliebling, Top-Ten-Finish und Spieler der Saison

In der abgelaufenen Saison erzielte der gebürtige Floridsdorfer in 34 Premier-League-Spielen (2.808 Einsatzminuten) elf Tore und leistete sechs Assists. Wie wichtig die Nummer zehn bei den Mannen von Mark Hughes ist beweisen noch weitere Zahlen: 49 Torchancen kreiert, 43 „entscheidende“ Pässe gespielt und 70-mal den Abschluss aufs Tor gesucht, Spitzenwerte! Schlussendlich reichte es wie in den beiden Saisonen zuvor schon zum neunten Tabellenplatz!

Das Bad-Boy-Image hat der Familienvater dagegen abgelegt: Nur zwei gelbe Karten (so wenig wie kein österreichischer England-Legionär in der Vorsaison) und auch sonst keine negativen Schlagzeilen abseits des Platzes in der nicht gerade zimperlichen Yellow-Press sind eine eindrucksvoller Konter gegen seine mittlerweile stark geschrumpfte Kritiker-Schar. Wenig überraschend wurde Marko Arnautovic bei Stoke City zum Spieler der abgelaufenen Saison 2015/16 gewählt.

Gute Nachrichten für die Fans im Sommer

Nach der verpatzten Europameisterschaft, dominierten Transfergerüchte um den gebürtigen Wiener die Schlagzeilen. Der Flügelstürmer stand ganz oben am Wunschzettel vom FC Everton, viel wurde über einen Wechsel in den Goodison Park spekuliert, ein heimisches Kleinformat meldeten schon den Vollzug des Transfers. Ende Juli verkündete dann der 27-Jährige auf seiner Facebook-Seite, weiterhin ein „Potter“ bleiben zu wollen. Bis 2020 wurde sein Kontrakt beim zweitältesten Profiklub der Welt verlängert. Auch wenn vielleicht Everton langfristig mehr Potential nach oben hätte, ist die Vertragsverlängerung wohl eine weise Entscheidung: der Draht zu den Mitspielern, Trainer Mark Hughes und den Fans passt hier perfekt – in diesem optimalen Umfeld blühte der Wiener zuletzt regelrecht auf.

An der oft bekrittelten Motivation dürfte es den Linksfuß ebenfalls nicht fehlen. So verriet der Geschäftsführer der Potters, dass der Österreicher seinen Sommerurlaub gar um eine Woche verkürzte und schon frühzeitig – vor dem Trainingslager in den USA – zur Mannschaft stieß. Den finalen Test am Samstag in Hamburg ließ er leicht angeschlagen aus. Laut dem Betreuerteam eine reine Vorsichtsmaßnahme, man rechnet mit dem 27-Jährigen in der Stammformation am Samstag.

Die absolvierten Testspiele:
16.7. Burton Albion 0:3 (noch nicht bei der Mannschaft)
23.7. Preston North End 1:1 (1. Halbzeit im Einsatz)
27.7. Orlando City 2:1 (72 Minuten im Einsatz)
6.8. Hamburger SV 0:1 (geschont )

Keine Spur mehr von Kick and Rush bei Stoke

Kadertechnisch besserte Mark Hughes heuer nur bedingt nach. Mit Joe Allen wurde einer der walisischen Euro-Helden aus Liverpool ins Britannia Stadium gelotst. Im bevorzugten 4-2-3-1 System wird er dabei die Rolle im defensiven Mittelfeld einnehmen. Das Offensivtrio bilden neben dem gesetzten Publikumsliebling Marko Arnautovic und Xherdan Shaqiri, im Zentrum wohl Bojan Krkic oder Ibrahim Afellay – übrigens vier Champions-League-Sieger! Davor wird wieder eine Solo-Spitze in Person von Mame Diouf agieren. Mit dem 22-jährigen Torhüter Daniel Bachmann steht übrigens noch ein weiterer österreichischer Legionär im Kader, der jedoch nur wenige Chancen auf Einsätze in der Kampfmannschaft haben wird.

Eigentlich spricht wieder vieles für einen Platz im gesicherten Mittelfeld für die Potters. Der ehemals nur für lange Einwürfe und weite Bälle bekannte, typisch britische Kick and Rush Verein, hat sich zu einer attraktiven Mannschaft gemausert, die feinen Offensivfußball spielen kann. Die Europa-League-Plätze sind wohl über den Meisterschaftsbewerb kaum erreichbar, doch der vierte Top-Ten-Platz in Serie ist durchaus möglich und auch das vom Verein ausgegebene Ziel. Am Samstag geht es los, im Riverside Stadium wartet der Aufsteiger aus Middlesbrough.

Werner Sonnleitner, abseits.at

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Werner Sonnleitner