Antonio Conte ist es gelungen, aus einem verunsicherten Team in kurzer Zeit eine echte Maschine zu formen. 21 Siege, 66 Punkte, 57:20 Tore, zehn... Vorschau auf den 28. Spieltag in England: Wie schlägt sich Sebastian Prödl gegen den Spitzenreiter?
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_Sebastian Prödl - Österreich, Werder BremenAntonio Conte ist es gelungen, aus einem verunsicherten Team in kurzer Zeit eine echte Maschine zu formen. 21 Siege, 66 Punkte, 57:20 Tore, zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Tottenham: so sieht die Bilanz von Chelsea in der Premier League nach 27 Spielen aus.

Die Bezeichnung „Maschine“ ist im Zusammenhang mit den „Blues“ dabei durchaus wörtlich zu nehmen, nehmen sie ihre Gegner doch Spiel für Spiel mit einer geradezu maschinellen Konstanz auseinander. Schönspielerei, das ist kein Begriff mit dem man die Vorgehensweise der Effizienz-Monster aus London in dieser Saison assoziieren kann. Hier sitzt jeder Handgriff, hier werden keine unnötigen Energien verschwendet –  außer wenn Trainer Conte nach einem Tor zu einer seiner exzessiven Jubelarien ansetzt.

Vor allem das Umschaltspiel hat der Italiener perfektioniert: in wenigen Sekunden und mit wenigen Ballkontakten überbrückt sein Team das Mittelfeld, wobei meist so schnell wie möglich der Abschluss gesucht wird. Beim diesem zeichnet sich Chelsea durch eine hohe Effizienz aus: Im Schnitt schießen sie 14,1 Mal auf das gegnerische Tor, was bislang für 57 Tore sorgte. Damit stellt Chelsea den zweitbesten Angriff der Liga, obwohl man in der Statistik Torschüsse pro Spiel auf Platz Sieben rangiert. Zum Vergleich: Manchester United zielt im Schnitt über 17 Mal auf das Gehäuse des Gegners und kommt bis dato insgesamt nur auf 39 Tore.

Mit dieser taktischen Herangehensweise dominiert Chelsea die Premier League. Eigentlich eine Herangehensweise, die von Spitzenmannschaften in den letzten Jahren eher weniger verwendet wurde, galt Ballbesitzfußball doch als das Nonplusultra um zum Erfolg zu kommen. In den drei anderen großen Ligen – Spanien, Italien und Deutschland – liegt der Tabellenführer auch in der Ballbesitzstatistik mindestens unter den Top Fünf, bei einem Minimum von 55 Prozent. Chelsea bildet hier mit Platz Sechs und einer Ballbesitzrate von 54 Prozent die Ausnahme. An diesem Beispiel wird zum wiederholten Male deutlich, dass es im Fußball nicht den einen, ultimativen Weg zum Erfolg gibt.

Gegner Watford liegt in dieser Statistik übrigens im letzten Drittel, was nicht sonderlich verwundert und dort auch wohl niemanden stören wird. Viel wichtiger dürfte sein, dass Watford derzeit mit 31 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz steht und bereits neun Punkte auf den ersten Abstiegsplatz vorweisen kann. Das sind die harten Fakten, auf die es bei dem Verein aus der kleinen Stadt in der Peripherie Londons Jahr für Jahr ankommt.

Eine Gemeinsamkeit mit Chelsea gibt es dann aber doch: Schönspielerei steht in Watford auf dem Index. Von 33 Saisontoren fielen zehn aus Standardsituationen, die Passquote liegt bei miserablen 71 Prozent, 14,5 Fouls sind Liga-Spitzenwert und mit 67 Gelben Karten führt man auch diese Statistik an. Um es kurz zu machen: in Watford wird Fußball noch gearbeitet.

Ein Umfeld, in dem ein fußballerisch eher limitierter Innenverteidiger wie Sebastian Prödl durchaus gut aufgehoben zu sein scheint. Das Herz und den Einsatz kann man dabei aber weder Prödl noch seinem Team absprechen. Dennoch stellen die Hornets mit 47 Gegentoren die fünfschlechteste Defensive der Premier League.

Prödl spielt erneut eine solide Saison und hat sich in der Stammformation festgebissen. 5,3 Klärungsaktionen sowie 1,5 Balleroberungen pro Spiel sind definitiv okay und eine Passquote 73,3 Prozent zumindest keine Katastrophe.

Mit einem Kampfgewicht von 92 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,94 Meter verfügt für einen  Premier League – Verteidiger über Gardemaße. Am kommenden Montag wird mit dem spanischen Bullen Diego Costa aber eine ganz besondere Herausforderung auf den 29-Jährigen warten. Wie Prödl mit dieser Aufgabe zu Recht kommt, davon wird u.a. abhängen, ob Watford ein weiteres Spitzenteam aus London ärgern kann: vor zwei Monaten erkämpfte sich das Team von Trainer Walter Mazzarri ein 2:1 bei Arsenal.

Allzu viele Hoffnungen sollten sich Prödl und Co. aber nicht machen, punktet Chelsea doch vor allem gegen die Teams aus den unteren Regionen sehr konstant. Manche würden sagen, geradezu maschinell.

Blick auf die Spiele der anderen österreichischen Legionäre

Manchester City vs. Stoke City:  Der 28. Spieltag der Premier League startete bereits am Mittwoch mit der Partie Manchester City gegen Stoke City. Nach seiner starken Leistungen sowie zwei Toren am letzten Wochenende konnte Marko Arnautovic aufgrund von Krankheit seinem Team gegen Guardiolas City nicht helfen. Dennoch zeigte Stoke eine gute Leistung verdiente sich beim 0:0 einen Punkt.

Kevin Wimmer und die Tottenham Hotspur haben an diesem Wochenende spielfrei.

Weitere Highlights

FC Liverpool vs. FC Burnley: Die große Frage vor dieser Partie lautet, ob Liverpool die Leistung vom 3:1 über Arsenal am letzten Samstag nun gegen Burnley bestätigen kann. Um weiterhin im Rennen um die Champions League – Plätze zu bleiben ist ein Heimsieg gegen Burnley Pflicht. Der Aufsteiger weist die schlechteste Auswärtsbilanz aller Premier League – Klubs aus; Burnley verlor elf von 13 Spielen und konnte kein einziges gewinnen. Die Reds dürften aber trotzdem gewarnt sein, verlor das Team von Jürgen Klopp das Hinspiel doch mit 0:2.

Ral, abseits.at

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