Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die... abseits.at Expertenvorschau: Belgien noch stärker als 2014
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Romelu Lukaku - Belgien_abseits.atZur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die Aufsteigertipps und die interessantesten Spieler beleuchtet.

In Gruppe E spielen Belgien, Italien, Irland und Schweden.

Daniel Mandl

Die Belgier sollten heuer noch weiter sein, als sie es 2014 waren. Damals machte man sie etwas vorschnell zum Mitfavoriten um den WM-Titel. Hundertprozentig sattelfest wirkten sie im Endeffekt aber nicht und ich denke, dass das auch dieses Jahr nicht der Fall sein wird. Die Italiener starten heuer aus einer angenehmeren Rolle, weil nach längerer Zeit mal wieder nicht sonderlich viel von der Conte-Elf erwartet wird. Deshalb sehe ich die Squadra Azzurra in der Gruppenphase ein Stück vor den Belgiern und ein etwas größeres Stück vor den Schweden, die einfach viel zu sehr von Zlatan Ibrahimovic abhängig sind. Die Iren erwarte ich zwar kampfstark wie immer, allerdings denke ich auch, dass die Elf von Martin O’Neill beim diesjährigen Turnier eine der größten Enttäuschungen sein wird. Die Gruppengegner sind ausgeglichen stark und die Eckpfeiler der irischen Mannschaft sind mittlerweile überholt.

  1. Italien – 2. Belgien – 3. Schweden – 4. Irland

Stefan Karger

Italien und Belgien werden sich hier die ersten beiden Plätze ausmachen, wobei die Schweden Außenseiterchancen auf den Aufstieg haben, wenn Zlatan Ibrahimovic bei seinem vielleicht letztem Großereignis im schwedischen Dress den Unterschied ausmachen kann. Irland traue ich in dieser Gruppe nicht allzu viel zu.

  1. Belgien – 2. Italien – 3. Schweden – 4. Irland

Alexander Semeliker

Wie schon 2012 erwischte Irland die vermeintliche Todesgruppe und hat nur geringe Chancen auf Punkte. Die Belgier holen tendenziell aus ihrem Kader wohl sogar noch zu wenig heraus, haben aber durchaus das Zeug zum Geheimfavoriten. In der Gruppenphase dürften sie sich aufgrund ihrer individuellen Klasse durchsetzen, im späteren Verlauf könnte ihnen die vermeintliche Außenseiterrolle zugutekommen. Der größte Stolperstein sind mögliche 50:50-Partien gleich nach der Gruppenphase. Die Italiener reisen einmal mehr mit einem Kader an, der im Vergleich zur Vergangenheit eher glanzlos ist; sie zu unterschätzen wäre dennoch fahrlässig. Die kurzfristig umstrukturierten Schweden müssen auf die „Hintertür“ hoffen.

  1. Belgien – 2. Italien – 3. Schweden – 4. Irland

Fabian Schaipp

Ebenfalls eine äußerst kompetitive Gruppe. Italien muss den Ausfall des Mittelfeldstrategen Marchisio verkraften, hat aber dennoch gute Aussichten auf ein Weiterkommen. Ähnlich wie bei der Juve darf man ein 3-5-2 mit Flügelverteidigern (Candreva und Darmian) erwarten, insbesondere die Dreierkette mit Bonucci, Chiellini und Barzagli ist ein Bollwerk, auf das sich Italien verlassen kann. Die Belgier reisen als Mitfavorit an, Trainer Wilmots muss aber ein passendes System finden, denn er verfügt über keinen Außenverteidiger auf hohem Niveau. Daher ist auch hier eine Dreierkette denkbar, oder aber Witsel übernimmt die Rolle des Rechtsverteidigers. Mit Schweden und Irland wird die Gruppe durch zwei Teams komplettiert, die das EM-Ticket erst in den Playoffs lösten. Von beiden ist ein Fokus auf eine stabile Defensive zu erwarten, während man sich in der Offensive auf schnelles Umschalten beziehungsweise Ibrahimovic verlässt.

  1. Belgien – 2. Schweden – 3. Italien – 4. Irland

Marius Kaltwasser

Die belgische Nationalmannschaft ist zum ersten Mal seit 1984 für eine EM-Endrunde qualifiziert. Trotzdem sind die roten Teufel schon fast mehr als „nur“ ein Geheimfavorit. Beinahe jeder Akteur verfügt über eine gehörige Portion internationaler Erfahrung. Es wird interessant sein, ob es den Belgiern gelingt die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Des weiteren müssen sie sich mit der neuen, sehr hohen Erwartungshaltung auseinandersetzten. Trotzdem sehe ich sie an Position eins – vor Italien. Die Italiener leiden unter großen Verletzungssorgen. Mit Claudio Marchisio und Marco Verratti brach das Herzstück im Mittelfeld weg. Conte reagierte und stellte in den letzten Spielen vor der EM auf ein 3-5-2-System um. Trotz aller Probleme sind die Azzuri taktisch gut organisiert und läuferisch stark, es dürfte in der mäßig besetzten Gruppe E für den zweiten Platz reichen. Schweden und Irland sind zwei Teams, die versuchen werden über ihre starke Physis zu punkten. Allerdings verfügt Irland über keinen Kreativspieler, Schweden ist zu abhängig von Superstar Zlatan Ibrahimovic. Beide werden nicht über Platz drei hinauskommen.

  1. Belgien – 2. Italien – 3. Irland – 4.Schweden
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abseits.at Redaktion