Die Wiener Austria trifft heute Abend auf den FK Kukesi aus Albanien. Wir haben uns den ersten Europacup-Gegner 2016/17 der Veilchen genauer angesehen. Der... Ein wenig Zuckerhut-Flair, aber dennoch eher bieder: Das ist Austria-Gegner FK Kukesi!
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FK Austria Wien - Wappen mit Farben_abseits.atDie Wiener Austria trifft heute Abend auf den FK Kukesi aus Albanien. Wir haben uns den ersten Europacup-Gegner 2016/17 der Veilchen genauer angesehen.

Der 1930 in der nordalbanischen Stadt Kukes gegründete Verein etablierte sich erst in den letzten Jahren an der Spitze des albanischen Fußballs. Von 2013 bis 2015 wurde das Team dreimal Vizemeister, 2016 gewann man den Cup und wurde Dritter, wodurch man sich für die Europa League qualifizierte. Einen Meistertitel gewann Kukesi noch nicht.

Starkes EC-Debüt

In den letzten drei Saisonen spielte Kukesi immer international und musste dabei erst ein einziges Mal im ersten Spiel die Segel streichen. Das Europacup-Debüt 2013 war zugleich das erfolgreichste Auftreten auf der kontinentalen Fußballbühne: Flora Tallinn, der FK Sarajevo und Metalurg Donetsk wurden bezwungen, erst im EL-Playoff gegen Trabzonspor kam das deutliche Aus.

Ansatzweise Erfolge

Und auch in den darauffolgenden Jahren setzte Kukesi zumindest Duftmarken. 2014/15 kam bereits in der ersten Runde das Out gegen den kasachischen Klub Kairat Almaty, 2015/16 kam man immerhin über Torpedo Zhodino aus Weißrussland und Mladost Podgorica aus Montenegro hinweg, ehe gegen Legia Warschau das K.O. folgte. In der laufenden Saison besiegte Kukesi Rudar Pljevlja aus Montenegro. Nach einem 1:1 zu Hause gab es einen 1:0-Auswärtssieg und somit das erste Duell mit einem österreichischen Verein.

4-3-1-2

Die Defensive von Kukesi ist albanisch, die Offensive südamerikanisch. Dies gilt weithin als unangenehme Kombination, allerdings muss die Austria vor dem Vorjahresdritten der Kategoria Superiore keine große Angst haben. Qualitativ sind die Veilchen doch klar über die Albaner zu stellen und die Brasilianer haben derzeit einen schweren Stand in der Mannschaft. Noch ist es schwer vorauszusagen, wie der neue Trainer Hasan Lika seine Mannschaft grundsätzlich einstellen wird. Das in der Vorsaison typische 4-2-3-1-System wird wohl der Vergangenheit angehören. Lika dürfte das 4-4-2 in einer defensiven Grundordnung zurückbringen. Die Austria erwartet genauer gesagt voraussichtlich ein 4-3-1-2-System.

Brasilianisch-mazedonisches Stürmergespann

Im Angriff wird mit dem Brasilianer Rangel ein sehr interessanter Mann spielen, der gerade erst aus der brasilianischen Regionalliga nach Albanien wechselte. Der 21-Jährige ist einer von sechs Brasilianern im Team. Sein Sturmpartner kommt aus Mazedonien, heißt Izair Emini und ist auch stets für Tore gut. Er verbrachte bisher erst eine Halbsaison bei Kukesi, erzielte aber schon elf Pflichtspieltreffer für die Blau-Weißen. Vor einem Jahr wurde Emini Schützenkönig in Mazedonien – der Angriff der Albaner besteht also keineswegs aus „Blinden“.

Keine charismatische Hintermannschaft

Dahinter gibt es jedoch einen deutlicheren Leistungsabfall. Vorsicht ist beim flexiblen Flügelspieler Matija Dvornekovic aus Kroatien geboten und auch den trickreichen Jean Carioca sollte man auf der Rechnung haben – ansonsten bekommt es die Austria mit einer eher biederen, technisch unsauberen Truppe zu tun. Der defensiv wichtigste Mann ist Kapitän und Abwehrchef Renato Malota. Die vor ihm spielenden defensiven Mittelfeldspieler Musolli, Dema und manchmal auch der eigentliche Innenverteidiger Muca sind keine Garanten für schönes Spiel, sondern eher Zerstörer, die Zweikämpfe suchen und den Gegner mit Härte einzulullen versuchen.

Tiefe Außenverteidiger

Auf den Außenpositionen wird man es ebenfalls mit tief stehenden Akteuren zu tun bekommen. Rahman Hallaci ist als Rechtsverteidiger gesetzt. Auf seiner Seite kann die Austria extrem hoch stehen, da man keine schnellen Gegenstöße über den 32-Jährigen erwarten muss. Auf der linken Seite wird mit Gledi Mici der etwas unangenehmere der beiden spielen. Allgemein wird es der Austria möglich sein, sehr weit hinaus zu schieben und auch wenn die Duelle mit Kukesi zu einem Geduldspiel werden, darf der Aufstieg kein Problem sein.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen