Bevor die Reichen auf den Plan traten, war Football in England das Spiel der kleinen Leute und der Arbeiter. In der jüngeren Vergangenheit schnauften... Maximal 22 Pfund: Swansea City fixiert Obergrenze für Auswärtstickets
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Swansea City Wappen LogoBevor die Reichen auf den Plan traten, war Football in England das Spiel der kleinen Leute und der Arbeiter. In der jüngeren Vergangenheit schnauften aber immer mehr Fans aufgrund der hohen Kartenpreise in der englischen Premier League. Diese stießen in der Bevölkerung auf Unverständnis, zumal es den englischen Vereinen aufgrund der hohen TV-Einnahmen, die ab 2015/16 noch astronomischer werden, finanziell nicht gerade schlecht geht.

Der englische Spitzenfußball wurde in den letzten Jahren für viele Fans unleistbar. Das Negativbeispiel schlechthin ist seit jeher der FC Arsenal, dessen billigstes Saisonabo 1.271€ kostet. Für die teuerste Kategorie muss man sogar das Doppelte hinblättern. Das billigste Saisonabo, das man in der englischen Premier League erstehen kann, gibt’s ausgerechnet bei Manchester City, das seine 19 Heimspiele im günstigsten Fall für 375€ unter die Leute bringt. Es folgen die Billigvarianten von Aston Villa (420€), West Bromwich Albion (437€) und Leicester City (452€).

Tollkühne Preise für Auswärtsfans

Bei den meisten englischen Topklubs kann man sich durchaus mit seiner Geldbörse arrangieren. Schwierig wird es für viele englische Fans jedoch, wenn Auswärtsspiele auf dem Programm stehen. Die Vereine verrechnen den Auswärtsfans saftige Preise – so kostet ein Auswärtsticket beim Zweitligisten Nottingham Forest stolze 35 Pfund (48,72€). Möchte man sein Team ins „Theatre Of Dreams“ begleiten, so will Manchester United 45 Pfund (62,63€) als Gegenleistung. An der Stamford Bridge beträgt der Studentenpreis (!) für Auswärtsfans 48 Pfund (66,81€) und Hull City wollte vergangene Saison für das Montagabendspiel 50 Pfund (69,59€) von den Arsenal-Auswärtsfans. Die Preise können je nach Gegner aber variieren.

Swansea City fixiert die Obergrenze

Der Swansea City FC entschied sich nun dafür, seine Fans zu unterstützen. Einige Vereine bieten eine kostenlose Anreise zu Auswärtsspielen unter bestimmten Auflagen (Alkoholverbot) an, aber Swansea fror nun als erster britischer Verein die Obergrenze für seine Auswärtsfans ein. Der walisische Verein versicherte, dass kein Premier-League-Auswärtsticket für Swansea-Anhänger mehr kosten wird als 22 Pfund (30,62€). Die Swans übten sich in Diplomatie und fixierten reziproke Deals mit vielen der 19 anderen Premier-League-Klubs. Nicht jeder Verein stieg auf die Angebote Swanseas ein, aber die Waliser wollen nicht Erbsenzählen, sondern gaben den Fans nun eine 22-Pfund-Flatrate für jedes Auswärtsspiel. Der Verein bestätigte, dass diese Geste pro Saison etwa 300.000 Pfund (417.599€) kosten würde.

Die Weitreisenden

Gerade die Fans von Swansea City können diese Unterstützung dringend brauchen, zumal sie von allen Premier-League-Auswärtsfans die meisten Kilometer zurücklegen. Im Schnitt sind Swansea-Fans zu einem Auswärtsspiel etwa 350 Kilometer unterwegs. Swansea setzt damit andere Vereine unter Druck, mehr auf seine Fans zu schauen. Jeder Premier-League-Klub könnte den „Away Price Cap“ finanziell locker verkraften und die Fans anderer Vereine werden in naher Zukunft lobend nach Wales zeigen. Die Proteste der Auswärtsfans, wie man sie etwa vor der Anfield Road sah, als Liverpools Anhang sich weigerte 48 Pfund (66,81€) für ein Matchticket in Hull zu zahlen, werden weitergehen und es ist gut möglich, dass der verhältnismäßig kleine Premier-League-Klub Swansea hiermit für einen Präzedenzfall sorgte.

Daniel Mandl, abseits.at

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen